"Flügelschlag" als Kennerspiel ausgezeichnet Spiel des Jahres 2019: Kooperatives Ratespiel "Just One" gewinnt "Spiele-Oscar"

Spieleautor Bruno Sautter hält sein Spiel «Just One» in den Händen, das zum «Spiel des Jahres 2019» gewählt wurde. Das Wortrate-Spiel ist im Verlag Repos Peoduction erschienen. Foto: Wolfgang Kumm/dpaSpieleautor Bruno Sautter hält sein Spiel «Just One» in den Händen, das zum «Spiel des Jahres 2019» gewählt wurde. Das Wortrate-Spiel ist im Verlag Repos Peoduction erschienen. Foto: Wolfgang Kumm/dpa

Berlin. Das kooperative Ratespiel „Just One“ ist das Spiel des Jahres 2019. Den Preis Kennerspiel des Jahres 2019 gewann das thematische Optimierspiel „Flügelschlag“. Das gab der Verein Spiel des Jahres am Montagvormittag in Berlin bekannt.

„Just One“ sei insbesondere durch seine Einfachheit genial, lobt die Jury aus unabhängigen Spielekritikern. Bei dem im belgischen Verlag Repos Production veröffentlichten Spiel von Ludovic Roudy und Bruno Sautter geht es darum, einzelne Begriffe zu erraten. Mitspieler schreiben dazu jeweils geheim ein einzelnes Wort auf, das als Hinweis dienen soll. Bevor der Ratende die Wörter jedoch sehen darf, werden Mehrfachnennungen aussortiert. Solche Dopplungen sollte das Team natürlich vermeiden. Das gelingt umso besser, je kreativer die Spieler nach Assoziationen suchen. „Ein Geistesblitz kommunikativer Spielfreude, der in jeder Runde einschlägt und einen bleibenden Eindruck hinterlässt“, begründete die Jury ihre Entscheidung.

Just One von Repos Production/Asmodee: Welcher Begriff auf der Karte ist hier wohl gemeint? Foto: Karsten Grosser

Den Preis wurde am Montagmorgen von Monika Grütters überreicht, der Staatsministerin für Kultur und Medien. Die Politikerin outete sich als Gelegenheitsspielerin, lobte die Innovationskraft der analogen Spielebranche und zitierte einen Presseartikel, der einmal unter der Überschrift "Wer spielt, hat mehr vom Leben" veröffentlicht wurde. Grütters hob den Erfolg des analogen Spiels hervor, indem sie beispielhaft einen Vergleich anstellte: Das Spiel "Catan" von Klaus Teuber sei weltweit etwa doppelt so oft verkauft worden wie der Buchbestseller "Das Parfüm" von Patrick Süskind. Zudem betonte die Staatsministerin, dass Spiele den gesellschaftlichen Zusammenhalt förderten.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) mit den Siegern Elizabeth Hargrave und Bruno Sautter. Foto: Wolfgang Kumm/dpa

Als erstes Spiel des Jahres wurde vor 40 Jahren „Hase und Igel“ geehrt. Mittlerweile gilt die Auszeichnung als Spiele-Oscar für analoge Gesellschaftsspiele. Der undotierte Preis sorgt in der Regel für eine Vervielfachung der normalen Verkaufszahlen. Im vergangenen Jahr hatte „Azul“ (Next Move) den Titel „Spiel des Jahres“ gewonnen.

Drei nominierte Spiele

„Just One“ setzte sich unter drei nominierten Spielen gegen das schnelle Kartenspiel „LAMA“ (Amigo Spiele) von Reiner Knizia und das Ratespiel „Werwörter“ (Ravensburger) von Ted Alspach durch, bei dem die Spieler in unterschiedliche geheime Rollen schlüpfen.

L.A.M.A. (Amigo), Just One (Repos Production) und Werwörter (Ravensburger) wurden für den Preis Spiel des Jahres 2019 nominiert. Foto: Karsten Grosser

Kennerspiel des Jahres 2019

Neben dem Preis Spiel des Jahres 2019 wurde in Berlin zudem das Kennerspiel des Jahres 2019 prämiert. Mit dieser Auszeichnung werden Spiele geehrt, die sich an bereits erfahrene Spieler richten. Preisträger in diesem Jahr ist das bei Feuerland erschienene „Flügelschlag“ von Elizabeth Hargrave. Ein Optimierspiel, das laut Jury dank eingängige Spielmechanismen, schnörkellosem Ablauf und hoher Taktung wichtiger Entscheidungen ein wahrer Überflieger ist. "Flügelschlag" sei ein nahezu makelloses Gesamtkunstwerk. Worum geht es? Die Spieler platzieren Vogelkarten auf ihr Tableau, das in unterschiedliche Lebensräume aufgeteilt ist. Je mehr Vögel in einem Bereich sind, desto mehr Aktionen können dort ausgeführt werden. Eier legen, Schwärme bilden, als Raubvogel auf Jagd gehen – die thematische Einbettung stimmt einfach.

Auch für den Preis Kennerspiel des Jahres waren drei Titel nominiert. Neben „Flügelschlag“ waren noch das strategische Legespiel „Carpe Diem“ (alea/Ravensburger) von Stefan Feld und das innovative Ermittlungsspiel Detective (Portal Games/Pegasus Spiele) von Ignacy Trzewiczek, Przemysław Rymer und Jakub Łapot im Rennen.

Nominiert für das Kennerspiel des Jahres 2019 waren: Carpe Diem (alea/Ravensburger), Detective (Portal Games/Pegasus Spiele) und Flügelschlag (Feuerland. Foto: Karsten Grosser

Bereits im Juni hatte der Verein Spiel des Jahres „Tal der Wikinger“ (Haba) von Wilfried und Marie Fort als Kinderspiel des Jahres ausgezeichnet.

Hinweis: Der Autor dieses Beitrags ist Mitglied im Verein Spiel des Jahres und gehört der Jury an, die sowohl das Spiel des Jahres als auch das Kennerspiel des Jahres wählt.


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