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"Auch ohne Sonne braun" Nazi-T-Shirts bei Amazon: Versandhändler will Produkte überprüfen

Von Christian Ströhl und kna

Amazon vertreibt Nazi-Mode für Hitlerfans – und will anscheinend nichts dagegen tun. Foto: imago images/Jochen TackAmazon vertreibt Nazi-Mode für Hitlerfans – und will anscheinend nichts dagegen tun. Foto: imago images/Jochen Tack

Berlin . Der Versand-Riese Amazon verstößt offenbar gegen seine eigenen Richtlinien und verkauft auf dem hauseigenen "Marketplace" Nazi-T-Shirts und Propagandaschriften. Amazon meldet sich nun zu Wort.

Wegen des Verkaufs von antisemitischen Büchern und T-Shirts mit rechtsradikalen Parolen hat der Versandhändler Amazon den Zentralrat der Juden in Deutschland erzürnt. 

Wir erwarten von einem Unternehmen wie Amazon wie auch den zuständigen Behörden, dass sie solche Schriften eigenständig, aber zumindest auf Hinweis, auf ihre Rechtswidrigkeit prüfen, gegebenenfalls unverzüglich aus dem Verkehr ziehen und gegen die Urheber konsequent Strafanzeige stellen.Zentralratspräsident Josef Schuster beim Redaktionsnetzwerk Deutschland

Gleiches gelte für die "völlig inakzeptable Situation, dass über Amazon T-Shirts und Aufkleber vertrieben werden, die NS-Größen oder rechtes Gedankengut verherrlichen oder den Hass auf Minderheiten schüren". (Weiterlesen: Amazon sucht Personal mit militärischer Erfahrung)

Rechtsextreme Propagandaschriften

Auf der Drittanbieterplattform Amazon Marketplace sind zahlreiche T-Shirts mit Slogans wie "Auch ohne Sonne braun" oder "Nordische Wut kennt keine Gnade" erhältlich, außerdem als "wissenschaftliche Quellentexte" ausgewiesene Propagandaschriften mit Titeln wie "Der Jude als Weltparasit" oder "Judas: Der Weltfeind". Betrieben werden die Shops teilweise von Aktivisten der rechten Szene, darunter einem NPD-Gemeinderat aus Sachsen. (Auch interessant: Darum bezahlt Weltmeister Kanté freiwillig mehr Steuern als Amazon)

Amazon trage "als eines der größten Unternehmen auf dem weltweiten Buch- und Onlinehandelsmarkt eine große moralische und gesellschaftliche Verantwortung", sagte Schuster. "Wer solche Waren auf dem Markt verbreitet, darf sich nicht darauf zurückziehen können, dass er lediglich 'Anbieter' ist und damit keine Verantwortung hat", sagte er. Das gelte "gerade in der derzeitigen politischen und gesellschaftlichen Lage". 

"Wir distanzieren uns vom Nationalsozialismus"

Auf Anfrage unserer Redaktion teilte Amazon mit, dass mann die Bedenken des Zentralrats der Juden in Deutschland ernst nehme. "Wir distanzieren uns deutlich vom Nationalsozialismus und seiner Verherrlichung", sagte ein Amazon-Sprecher. Die genannten Produktgruppen würden nun gründlich überprüft und Amazon werde sich in diesem Zusammenhang auch an den Zentralrat der Juden in Deutschland wenden. "Wir verfügen über klare Richtlinien und alle Amazon Verkäufer müssen sich an unsere Verkaufsbedingungen halten – erlangen wir Kenntnis über einen Verstoß, ergreifen wir entsprechende Maßnahmen, die die Schließung des Verkäufer-Kontos beinhalten können."

Doch nach Recherchen des Redaktionsnetzwerks verstößt das Unternehmen gegen seine eigenen Richtlinien für Marketplace-Händler. Darin heißt es ausdrücklich: "Verboten ist das Anbieten von Artikeln, die den Nationalsozialismus oder verfassungswidrige Organisationen verherrlichen, unterstützen, gutheißen oder verharmlosen." 


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