Spielen in den Sommerferien Drei Spiele für alle, die geschickt mit ihren Händen sind

Von Karsten Grosser und Hauke Petersen

Material aus Men At Work, Baobab und Voll verwackelt. Foto: Karsten GrosserMaterial aus Men At Work, Baobab und Voll verwackelt. Foto: Karsten Grosser

Osnabrück. Es geht hoch hinaus. Wir bauen Wolkenkratzer, suchen auf Wackelfelsen die Balance oder wollen auf Bäumen das Gleichgewicht halten. Für die Sommerferien empfehlen wir drei Geschicklichkeitsspiele, die nicht nur herausfordernd sind, sondern auch noch gut aussehen.

Die Spieler halten immer wieder die Luft an. Hält das Gebilde oder kippt gleich etwas um? Diese Ungewissheit macht den Reiz der Geschicklichkeitsspiele aus, die wir hier nun vorstellen:

Bei den Spielen Voll verwackelt, Baobab und Men At Work ist Geschick gefragt. Foto: Karsten Grosser

Balancieren auf Stahlträgern

Men at Work: Wie hoch wird Euer Mini-Wolkenkratzer? Stahlträger, die hier freilich aus Holz sind, bilden ein immer wackligeres Geflecht, sodass die Spieler in diesem Geschicklichkeitsspiel eine ruhige Hand benötigen. Die wunderbare Optik erinnert dabei an die berühmte Fotografie "Men At Lunch“: Bauarbeiter sitzen in New York der 1930er Jahre in luftiger Höhe auf einem Stahlträger. Im Spiel müssen die Figuren – stilecht mit Helm – allerdings stehen und nicht selten dabei noch Backsteine oder Balken auf den Schultern jonglieren. Ob ein Spieler die Baustelle um Stahlträger oder Bauarbeiter erweitern muss, geben Karten vor. Wer zu ungeschickt vorgeht, verliert ein Sicherheitszertifikat und riskiert den Ausschluss. Schaut Chefin Rita vorbei, locken Auszeichnungen als Mitarbeiter des Monats.

Spielogramm

Men At Work
  • Autor: Rita Modl
  • Verlag: Pretzel Games (Vertrieb: Pegasus Spiele)
  • Spieler: 2 bis 5
  • Alter: ab 8 Jahren
  • Dauer: ca. 30 Minuten

Wer kriegt die Kokosnüsse?

Voll verwackelt: Auf dieser Palme ist ganz schön was los! Acht Tiere tummeln sich auf ihr, um an die Kokosnüsse zu kommen. Klar, dass da nicht immer die Balance zu halten ist. Das aber ist die Aufgabe der Mitspieler. Ein Würfel gibt vor, welches Tier sie wie weit auf dem wackeligen Tableau bewegen müssen. Zum Glück gibt es von jedem Tier zwei Versionen. Doch wenn die große Giraffe oder der schwere Elefant weit gehen müssen, ist es oft die Entscheidung zwischen Pest und Cholera.

Umso schöner, wenn es dann doch mal gut geht und als Belohnung zwischen ein und vier Kokosnüssen auf die eigene Wiese fallen. Doch bevor diese in den gesicherten Bereich überführt werden dürfen, muss auch die nächste Geschicklichkeitsprüfung bestanden werden. Ansonsten rollt die Beute ans Ufer, wo Krokodil Klara schon lauert. Zocker können dieses Sichern auch zugunsten eines weiteren Beutezugs bleiben lassen – auf die Gefahr hin, dass sie bei einem missglückten Balanceakt auf viele Kokosnüsse verzichten müssen.

Vom Ansatz her ist „Voll verwackelt“ ein Kinderspiel, das aber – gerade durch das durch eine nachvollziehbare Geschichte hinterlegte Zockerelement – an Tiefe gewinnt. Grundsätzlich schön, dass es insgesamt acht (!) Varianten zur Steigerung der Schwierigkeit gibt. Bei einigen davon purzeln die Tiere aber häufiger als es der Spielspaß verträgt.

Spielogramm

Voll verwackelt
  • Autor: Wolfgang Dirscherl und Manfred Reindl
  • Verlag: Queen Games
  • Spieler: 2 bis 4
  • Alter: ab 6 Jahren
  • Dauer: 25 Minuten

Getier im Affenbrotbaum

Baobab: Allgemeinbildungsfetischisten aufgemerkt: Baobab ist ein anderes Wort für den Affenbrotbaum. Und Affenbrot muss ungefähr genauso lecker sein wie die Kokosnüsse in „Voll verwackelt“. Zumindest findet sich auch hier allerlei Getier im Blattwerk. Es wackelt zu Beginn allerdings nichts, denn die als Baobab-Stamm fungierende metallene Spielbox ist noch kahl. Wir selbst sorgen mit runden Karten dafür, dass die Vegetation sprießt. Jede Karte hat dabei ihre eigenen Legeregeln: Der Affe klettert am Rand herum, der Tukan muss gleich einer Frisbee geworfen werden und auf dem Baum zum Liegen kommen, der Leopard lässt sich von oben fallen, Schlangen müssen zwischen zwei andere Karten geschoben werden, aber besser nicht zwischen Bienen, die stechen nämlich andere Tiere. In meinem Zug heruntergefallene Karten muss ich als Strafpunkte zu mir nehmen. 

Klingt kompliziert, ist es aber nur am Anfang. Die neun unterschiedlichen Karten sind schnell verinnerlicht. Schadenfreude bereitet nicht nur manch missglücktes Flugmanöver, sondern auch das künstliche Erzeugen verzwickter Ausgangspositionen für den Nachfolger. Letzteres gilt freilich für Runden mit erfahrenen Spielern. Doch auch Kinder ab sechs, sieben Jahren können hier Spaß haben. Das taktische Element, ob man in seinem Zug nun eine, zwei oder drei Karten im Baum unterbringt, bleibt ihnen allerdings fremd.

Übrigens: Baobab ist ein Remake eines gleichnamigen Spiels von 2012 (damals beim österreichischen Verlag Piatnik). Es gewinnt im optischen Vergleich aber deutlich.

Spielogramm

Baobab
  • Autor: Josep M. Allué und Cyril Bouquet
  • Verlag: Blue Orange/Asmodee
  • Spieler: 2 bis 4
  • Alter: ab 6 Jahren 
  • Dauer: 15 Minuten


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