Ein Bild von Julia Kuhlmann
29.05.2019, 17:20 Uhr KOLUMNE

Spuren von ehemals

Von Julia Kuhlmann


Ein alter Buchsbaum erinnert an gärtnerisches Wirken, das schon viele Jahre zurückreicht. Foto: Julia KuhlmannEin alter Buchsbaum erinnert an gärtnerisches Wirken, das schon viele Jahre zurückreicht. Foto: Julia Kuhlmann
Julia Kuhlmann

Osnabrück. Im Garten ist immer irgendetwas los. Diese Kolumne widmet sich den vielen kleinen Anekdoten, die sich im Miteinander von Natur und Mensch sowie Garten-Mensch und Garten-Mensch ereignen.

Beim Besuch eines großen, alten Grundstücks, das just den Besitzer gewechselt hat, stieß ich auf Spuren eines ehemaligen Gartens. Ich kenne die Vorbesitzer nicht, war den Unbekannten aber plötzlich nah.

Ein altes, aus der Form gekommenes Buchshecken-Rondell, in seiner Mitte hat sich sonst was angesiedelt, aber auch einige schöne Stauden sind noch zu erkennen, die von alten Zeiten berichten, als hier ein prächtiges Beet säuberlich von Buchs umgeben gewesen sein muss. Alte Bruchsteinmauern, die hier und da zusammengefallen sind. Flächen rund ums Haus, auf denen sich das Robusteste des ehemals Angepflanzten bodendeckend durchgesetzt hat. Ein rasenbewachsener Hügel. Ich weiß nichts über die ehemaligen Bewohner des Grundstücks, bin ihnen in diesem Moment aber einfach nah, weil ihr Garten von ihrem Wirken berichtet. Berührend. Möchte man aus Respekt vor dem, was einst gartenliebende Menschen geschaffen haben, nicht am liebsten etwas erhalten? Ich habe vorsichtshalber angeboten, die Buchshecken in Form zu bringen. Quietschgesunder Buchs übrigens. Das ist derzeit ja allein schon etwas wert.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN