Stiftung Warentest: nur einer "sehr gut" Kindersitze im Test – Zwei fallen mit "mangelhaft" durch

Von dpa und Mark Otten

"Gute" Kindersitze kosten oft mindestens 200 Euro – doch es gibt auch günstige Modelle. Foto: dpa/Silvia Marks"Gute" Kindersitze kosten oft mindestens 200 Euro – doch es gibt auch günstige Modelle. Foto: dpa/Silvia Marks

Berlin/München. Die Stiftung Warentest und der ADAC haben 31 Kindersitze für das Auto getestet, zwei davon bekommen ein "mangelhaft", nur einer ein "sehr gut".

Die gute Nachricht: Wer eine neue Babyschale oder einen Kindersitz für das Auto braucht, kann bei vielen Modellen bedenkenlos zugreifen. Das zeigt ein Gemeinschaftstest von ADAC und Stiftung Warentest. Von 31 Modellen haben 23 Testobjekte – also mehr als Zweidrittel – mit "gut" abgeschnitten, berichtet die Zeitschrift "test"

Einmal "sehr gut", viele günstige Sitze "gut"

Das einzige "sehr gut" gibt es für die Babywanne Maxi-Cosi Jade + 3wayFix, die 420 Euro kostet. "Gute" Modelle gibt es aber auch für weniger Geld: Der Nania Beone SP kostet 50 Euro, der Britax Römer Adventure 80 Euro und der Cybex Aton 5 kostet 130 Euro. Die Tester kritisieren, dass der Großteil der aktuell getesteten Modelle mindestens 200 Euro teuer seien. Das teuerste "gute" Modell ist der Besafe Izi Modular RF I-Size + I-Size Base für 570 Euro. Dreimal vergaben die Tester ein "befriedigend", zweimal "ausreichend". (Weiterlesen: Das ist der beste Ketchup)

Zwei Kindersitze fallen im Test durch

Mit "mangelhaft" fallen zwei Sitze durch. Beim 230 Euro teuren Maxi-Cosi Tobifix haben die Tester im Bezug das Flammschutzmittel TCPP in zu hoher Konzentration gefunden; es stehe laut Stiftung Warentest im Verdacht, Krebs zu erzeugen. Vor dem Chicco Oasys i-Size Bebecare + i-Size Base für 400 Euro warnten die Tester bereits Anfang April. Beim Crashtest riss das Gurtschloss aus der Sitzschale. Der Hersteller hat darauf reagiert und verkauft nur noch eine überarbeitete Version und bietet Kunden den Austausch des anfälligen Gurtschlosses an. 

Kindersitze mit Smartphone-Verbindung

Der technische Fortschritt zieht auch ins Feld der Kindersitze ein. Um zu verhindern, dass Eltern schlafende Kinder im Auto vergessen, verbauen Hersteller Kontaktmatten in Sitzschalen oder Gurtsensoren, die mit einer Smartphone-App kommunizieren. Die Sensoren erfassen, ob das Kind im Sitz sitzt. Reißt die Bluetooth-Verbindung zwischen Smartphone und Sensor ab, obwohl das Kind noch im Auto ist, ertönt ein Warnsignal auf dem Handy. (Weiterlesen: Diese Holzkohle können Grillfans guten Gewissens kaufen)

Laut Stiftung Warentest ist dieses System in Italien ab Sommer 2019 Pflicht. In Deutschland bieten es die Hersteller Chicco oder Cybex optional an.


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