Kampf gegen Volkskrankheit Empfehlungen der WHO: So lässt sich Demenz vorbeugen

Von dpa

Regelmäßige Bewegung kann dabei helfen, eine Demenz-Erkrankung zu verhindern. Foto: Imago Images/WestendRegelmäßige Bewegung kann dabei helfen, eine Demenz-Erkrankung zu verhindern. Foto: Imago Images/Westend

Genf. Eine Demenz-Erkrankung ist nicht nur für die Betroffenen, sondern auch für deren Familien eine große Belastung. Die WHO hat nun erstmals Empfehlungen zur Vorbeugung ausgesprochen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rechnet in den kommenden Jahren mit einer Verdreifachung der Demenz-Patienten: Die Zahl der Betroffenen werde voraussichtlich von derzeit knapp 50 Millionen bis zum Jahr 2050 auf 152 Millionen wachsen. Doch wie kann ein solch starker Anstieg der Zahlen verhindert werden? 

Weiterlesen: Diagnose Demenz – Hier finden Angehörige Hilfe

Zum ersten Mal hat die Weltgesundheitsorganisation nun entsprechende Leitlinien veröffentlicht, wie man einer Demenz-Erkrankung vorbeugen kann. Wer sich mehr bewegt und mit dem Rauchen aufhört, kann damit auch einer Demenz-Erkrankung vorbeugen. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse zu Demenz, die für die Entwicklung der Leitlinien zusammengetragen wurden, bestätigten, "dass das, was gut für unser Herz ist, auch gut für unser Hirn ist". Zu den empfohlenen Vorsorgemaßnahmen gehören eine gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung, Verzicht auf Tabakkonsum und maßvoller Alkoholkonsum. 

Weiterlesen: Das Leben mit einem dementen Ehemann

Was sich hinter Demenz verbirgt

Große Studien hätten gezeigt, dass körperlich aktive Menschen seltener Krankheiten wie Demenz und Alzheimer bekommen. "Physische Aktivität scheint einen vorteilhaften Einfluss auf die Struktur des Gehirns zu haben." Außerdem sei ausreichend Bewegung auch gut gegen Bluthochdruck – und der sei ebenfalls ein Risikofaktor für eine Demenzerkrankung. 

Weiterlesen: Kostenfalle Pflegeheim – So viel kostet der Aufenthalt im Monat 

Unter Demenz werden verschiedene Erkrankungsformen zusammengefasst, bei denen die geistige Leistungsfähigkeit sehr stark zurückgeht. Die weitaus meisten Betroffenen haben Alzheimer. Erkrankte verlieren innerhalb von Jahren geistige Fähigkeiten und verändern sich in ihrer Persönlichkeit. Die Erkrankung führt in der Regel zu Hilflosigkeit und schwerster Bedürftigkeit sowohl in psychischer als auch in körperlicher Hinsicht. Viele erkennen ihre Angehörigen nicht mehr, manche werden aggressiv. Es gibt weder eine vorbeugende Impfung noch ein Heilmittel gegen Alzheimer. In einigen Studien konnte aber ein Zusammenhang zwischen den Krankheiten und dem Lebensstil oder anderen gesundheitlichen Aspekten dargestellt werden. Darauf basieren nun auch die WHO-Leitlinien.

Welche Maßnahmen empfohlen werden

Die Gesundheitsorganisation hat ihre Präventionsempfehlungen zu diesen Krankheiten dabei in zwei Stufen eingeteilt. Ähnlich wie bei den Bereichen Rauchen und Bewegung wurde auch eine deutliche Empfehlung für eine gesunde und ausgewogene Ernährung ausgesprochen. Zudem erklärt die WHO, dass aus ihrer Sicht nicht für die Einnahme von Vitamin B und E sowie anderer Nahrungsergänzungsmittel als Demenz-Vorbeuge geworben werden soll.

Weiterlesen: Was Betroffene beachten müssen

Darüber hinaus enthalten die Leitlinien eingeschränkte Empfehlungen. Dazu gehören unter anderem kognitives Training für ältere Erwachsene und Maßnahmen gegen Übergewicht in mittlerem Alter. Auch Maßnahmen gegen gefährlichen und gesundheitsschädigenden Alkoholkonsum wurden von der Weltgesundheitsorganisation so eingestuft.

Wer betroffen ist

Das größte Risiko zu erkranken birgt das Alter. Vor dem 65. Lebensjahr sind nur wenige betroffen, unter den 85- bis 89-Jährigen leidet nach Auskunft der Deutschen Alzheimer Gesellschaft jeder Vierte an Demenz. In Deutschland haben etwa 1,7 Millionen Menschen Alzheimer oder eine andere Demenzerkrankung.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN