Finanztipp Immobilien-Anschlussfinanzierung: Preiswert in die nächste Runde

Bei Immobilien-Anschlussfinanzierung lohnt es sich, mehrere Banken im Blick zu haben. Foto: dpa/ Christine KloseBei Immobilien-Anschlussfinanzierung lohnt es sich, mehrere Banken im Blick zu haben. Foto: dpa/ Christine Klose

Schondorf. Wenn die aktuelle Zinsbindung des ersten Baukredits zu Ende geht, ist oft noch eine hohe Restschuld zu bezahlen. Dafür benötigen Immobilienbesitzer eine passende Anschlussfinanzierung. Viele gehen wieder zu ihrer Hausbank. Das macht wenig Arbeit und die Konditionen erscheinen wegen des Zinstiefs günstig. Doch ein Preisvergleich ist immer zu empfehlen.

Rechtzeitig umsehen: Wer sich früh darum kümmert, spart viel Geld. Die Kredithöhe ist im Vergleich zur Erstfinanzierung gesunken. „Anschlussfinanzierer sollten den Tilgungssatz erhöhen. Das verkürzt die Kreditlaufzeit und senkt die Kosten deutlich“, unterstreicht Hartmut Schwarz von der Verbraucherzentrale Bremen. Er empfiehlt, die Immobilie bis zum Eintritt ins Rentenalter abzuzahlen.

Zinsen im Voraus sichern: „Wer mittelfristig mit steigenden Zinsen rechnet, für den ist ein Forward-Darlehen sicherlich interessant“, sagt Bianca de Bruijn, Leiterin Baufinanzierung bei der ING. Bei vielen Banken gehe dies bis zu 36 Monate im Voraus. Die Deutsche Bank ermöglicht 48 Monate, Comdirect und Hypovereinsbank sogar 60 Monate. Der Vorteil: Forward-Darlehen schreiben die aktuellen Tiefzinsen für die Zukunft fest, das sichert langfristig niedrige Kreditkosten.

Zinsaufschlag beachten: Die Zinssicherung kostet aber Geld. Kreditinstitute verlangen für jeden Monat, der bis zur Auszahlung des Forward-Darlehens vergeht, einen Zinsaufschlag. Die Deutsche Bank berechnet 0,01 bis 0,03 Prozent. Die ersten drei Monate bis zum Kreditstart sind meist aufschlagfrei. Ein Forward-Kredit mit einem Aufzins von 0,025 Prozent, der in drei Jahren startet, kostet demnach 0,825 Prozent extra. Mit Banken wie ING und Santander Bank, die bis zu zwölf Monate auf Forward-Zuschläge verzichten, lassen sich Zinskosten mindern.

Konditionen genau vergleichen: Endet die Baufinanzierung bereits in wenigen Monaten, ist kein Forward-Darlehen nötig. Immobilienbesitzer verlängern dann entweder das Darlehen bei ihrer Hausbank – die sogenannte Prolongation –, oder sie wechseln zu einem anderen Geldhaus. Häufig kann man auf einem Zinsnachlass bestehen, denn die Bank geht mit der Anschlussfinanzierung ein geringeres Risiko als im Neugeschäft ein. Als Faustregel gilt: Der Bankwechsel lohnt sich, wenn der Zinssatz der alternativen Baufinanzierung mehr als 0,2 Prozentpunkte unter der angebotenen Prolongation liegt. Sparda-Banken und viele Sparkassen verlangen um die 1,2 Prozent Effektivzins bei einer Laufzeit von zehn Jahren. Die Aachener Bausparkasse nimmt jedoch gut 1,80 Prozent. Bei einem Darlehen über 250.000 Euro und vier Prozent Tilgung sind das rund 12.000 Euro mehr an gezahlten Zinsen.

Bankwechsel-Kosten: Bankberater wollen einem einreden, dass sich ein Bankenwechsel wegen der Kosten für den Grundschuldübertrag nicht lohnt. Das stimmt meist nicht. Es genügt oft eine kostengünstige Abtretung der Grundschuld an die neue Bank. Selbst bei Löschung und Neueintrag der Grundschuld bleiben die Kosten überschaubar. Beispiel: Bei einer Restschuld von 100.000 Euro kostet die Umschuldung inklusive Nebenkosten rund 400 Euro. Eine Abtretung ist bereits ab 250 Euro möglich. Ist das Vergleichsdarlehen 0,5 Prozentpunkte günstiger, summiert sich die Ersparnis bei zehnjähriger Zinsbindung auf 5.500 Euro. Unterm Strich verbleibt eine Ersparnis von mindestens 5.100 Euro.

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