Erfindung von Studentin Wie ein Armband Sie vor K.o.-Tropfen schützt

Ein Start-Up aus Karlsruhe sagt K.o.-Tropfen den Kampf an. Ein Armband soll Opfer vor den gefährlichen Substanzen schützen. Foto: dpa/Achim ScheidemannEin Start-Up aus Karlsruhe sagt K.o.-Tropfen den Kampf an. Ein Armband soll Opfer vor den gefährlichen Substanzen schützen. Foto: dpa/Achim Scheidemann

Karlsruhe. Die Studentin Kim Eisenmann aus Karlsruhe hat ein Armband erfunden, mit dem man prüfen kann, ob im Getränk etwas Giftiges beigemischt wurde.

Erst vor einem Monat ist ein Mann in Hamburg wegen der Vergewaltigung einer jungen Frau, die er zuvor mit Hilfe von K.o.-Tropfen betäubt hatte, zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Der 60-Jährige hatte gestanden, die junge Frau mit einem angeblichen Jobangebot in seine Wohnung gelockt zu haben. Am 17. Juli vergangenen Jahres, einem sehr heißen Sommertag, bot er ihr gleich ein Glas Orangensaft an, in das er 1,4-Butandiol gemischt hatte. Die K.o.-Tropfen machten die 19-Jährige schwach und schwindelig. Anschließend verging sich der Ingenieur zweimal an der wehrlosen Frau. 

Test-Armband zeigt Drogen in Drinks an

Es sind Meldungen wie diese, die die Studentin Kim Eisenmann dazu gebracht haben müssen, über eine Möglichkeit nachzudenken, den Missbrauch von K.o.-Tropfen zu verhindern. Und die Wirtschaftsingenieurs-Studentin aus Waldbronn (bei Karlsruhe) war eigenen Angaben zufolge erfolgreich. Zusammen mit einem befreundeten Chemiker hat sie ein Armband erfunden, dass K.o.-Tropfen in Getränken erkennen soll. 

"Wenn ich den Verdacht habe, dass mein Cocktail gepanscht wurde, gebe ich auf jedes Testfeld ein bisschen Flüssigkeit", sagt sie. Wenn sich das Testfeld auf dem Armband innerhalb von zwei Minuten blau färbt, hat jemand etwas in den Drink gemischt. Das Anti-K.o.-Tropfen-System heißt "Xantus Drinkcheck" und gibt es für knapp 25 Euro zu kaufen.

Der "Xantus Drinkcheck" ist nicht das einzige Testsystem auf dem Markt – in seiner Form als Armband jedoch schon. So bietet zum Beispiel auch die Firma "ultmi med" Substanztests an, die K.o.-Tropfen oder andere Drogen in Getränken aufspüren sollen.

Bei Verdacht auf K.o.-Tropfen sofort Hilfe holen

Wer beim Feiern den K.o.-Tropfen im Drink bemerkt, sollte rasch reagieren und sich sofort an Freunde, Bekannte oder gegebenenfalls auch das Personal wenden, rät die Opferhilfeorganisation Weisser Ring. Die Party sollte man in einem solchen Fall gemeinsam mit einer Vertrauensperson verlassen und im Zweifel zum Arzt oder ins Krankenhaus gehen. 

Auch Bewusstlosigkeit kann eine mögliche Folge von K.o.-Tropfen sein. Täter mischen diese oft in das Getränk, um ihre Opfer willenlos zu machen. Dann sei es ein Leichtes, sie auszurauben oder zu vergewaltigen. Oft haben die Opfer vom Eintreten bis zum Nachlassen der Wirkung keine Erinnerung. Um nicht in eine solche Situation zu geraten, behält man sein Glas am besten immer im Blick und nimmt keine offenen Getränke von Fremden an, rät die Organisation.


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