Beliebtes Auslandsjahr Was Eltern und Jugendliche beim Schüleraustausch beachten sollten

Messen sind eine gute Gelegenheit, sich über ein Auslandsjahr zu informieren. Foto: dpa/Maurizio GambariniMessen sind eine gute Gelegenheit, sich über ein Auslandsjahr zu informieren. Foto: dpa/Maurizio Gambarini

Berlin. Ein Schüleraustausch sollte gut geplant sein, Anbieter und Agenturen sorgfältig abgewogen werden. Bei den Leistungen – wie Unterkunft, Flug, Versicherung und Betreuung – gibt es teilweise massive Unterschiede. Außerdem gibt es zahlreiche Möglichkeiten für finanzielle Zuschüsse. Ein Überblick:

USA, Kanada, Neuseeland oder England. Für viele Schüler steht ein Auslandsjahr nach wie vor hoch im Kurs. Die Vorteile liegen dabei auf der Hand: Die Sprachkenntnisse werden in aller Regel verbessert, dazu kommen mehr Selbstständigkeit sowie soziale und interkulturelle Kompetenzen. 

Für die Umsetzung ist allerdings einiges zu beachten. Das Auslandsjahr kostet Geld und die Vorbereitung oft viel Zeit und Geduld. Ein Überblick über Agenturen, Kosten und mögliche Stipendien:

Agenturen: Für Schüleraustausch-Programme gibt es diverse kommerzielle und gemeinnützige Anbieter. Während die kommerziellen Agenturen meist nur eine überschaubare Anzahl an Zielregionen im Portfolio haben, punkten gemeinnützige Organisationen häufig mit einer deutlich größeren Auswahl. 

Grafik: dpa-infografik

Der Arbeitskreis gemeinnütziger Jugendaustauschorganisationen (AJA) ist der parteipolitisch und konfessionell unabhängige Dachverband gemeinnütziger Jugendaustauschorganisationen in Deutschland, der sich für die Förderung von langfristigem Schüleraustausch als Mittel zur kulturellen Verständigung einsetzt. Insgesamt umfasst der AJA sieben Organisationen, die Austauschprogramme in zahlreiche Länder anbieten.

Eine Übersicht über kommerzielle Angebote gibt beispielsweise die Seite austauschjahr.de. Die Programme für einen Schüleraustausch umfassen mehr als 630 Angebote, alle der aufgeführten Austauschorganisationen haben ihren Sitz in Deutschland. 

Kosten/Service: Wer ein Auslandsjahr oder einen Schüleraustausch plant, sollte sorgfältig zwischen den Agenturen abwägen. Die Kosten steigen leicht bis in den fünfstelligen Bereich, dafür werden je nach Zielregion, Schulart und Aufenthaltsdauer auch Informationsveranstaltungen und Seminare, Vor- und Nachbereitungstreffen, Kosten für Flüge, mögliche Versicherungen und Visa sowie eine persönliche Betreuung vor Ort angeboten. Gerade für Schüler, die bei einer Gastfamilie wohnen, kann das von großer Bedeutung sein. Insgesamt gilt, keinen Vertrag zu unterschreiben, bevor man nicht persönlich mit einer Person aus der Organisation gesprochen hat.

Ein Auslandsjahr verbessert nicht nur die Sprachkenntnisse der Jugendlichen, oftmals sorgt es auch für mehr Selbstständigkeit sowie soziale und interkulturelle Kompetenzen. Foto: dpa/obs/Stepin

Stipendien/Zuschüsse: Wer nicht weiß, wie er das Auslandsjahr finanzieren soll, kann sich diverse Unterstützungen holen. Die Austauschorganisationen selbst, aber auch Verbände, Stiftungen, Unternehmen, der Deutsche Bundestag und viele Bundesländer vergeben Stipendien. Die Chancen darauf stehen bei gemeinnützigen Organisationen am höchsten, aber auch kommerzielle Anbieter vergeben sie. 

Eines der größten Programme ist das Parlamentarische Patenschafts-Programm (PPP) des Deutschen Bundestags, das sich an Schüler und junge Berufstätige richtet, die in die USA gehen wollen. Der bereits erwähnte Arbeitskreis gemeinnütziger Jugendaustausch vergibt jedes Jahr Stipendien im Wert von bis zu 100.000 Euro, der Deutsche Fachverband High School (DFH) jährlich 13 Stipendien im Wert von 130.000 Euro. Eine Übersicht bietet beispielsweise das Schüleraustausch-Portal.

Messen sind eine gute Möglichkeit, sich über die verschiedenen Angebote zu informieren und Programme miteinander zu vergleichen. Foto: dpa/Maurizio Gambarini

Bewerbungen um Stipendien umfassen in der Regel Motivationsschreiben, Referenzen und weitere Dokumente – je nach Art des Stipendiums. Wer damit kein Glück hat, kann sich zudem um ein Schüler-Bafög bewerben. 

Informationen: Einen guten Überblick bekommen interessierte Eltern und Jugendliche auf entsprechenden Messen. Einen guten Überblick bieten die Auf in die Welt-Messen. Erfahrungsberichte gibt es außerdem beim Schüleraustausch-Portal zu lesen.


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