Kindererziehungszeiten Verband: Adoptiv- und Pflegeeltern sollten "Mütterrente"-Ansprüche klären

Wer Kinder während der ersten drei Lebensjahre überwiegend aufzieht, der kann dafür Erziehungszeiten für die Rente angerechnet bekommen, die sogenannte Mütterrente. Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpaWer Kinder während der ersten drei Lebensjahre überwiegend aufzieht, der kann dafür Erziehungszeiten für die Rente angerechnet bekommen, die sogenannte Mütterrente. Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

Osnabrück. Wer Kinder erzieht, dem steht mit der am 1. Januar in Kraft getretenen Neuregelung der sogenannten Mütterrente II etwas mehr Geld für seine spätere gesetzliche Rente zu. Das gilt unter bestimmten Umständen auch für Pflege- und Adoptiveltern.

Der PFAD Bundesverband der Pflege- und Adoptivfamilien hat deshalb nun Betroffenen geraten, ihre Ansprüche zu klären. Das gilt auch für diejenigen, die bereits Rente beziehen. Darum geht es konkret:

Was hat sich zum 1. Januar 2019 bei der „Mütterrente“ geändert?

Nach der neuen Regelung wird für jedes Kind, das vor 1992 geboren wurde, die Erziehungszeit mit bis zu zweieinhalb Jahren bei der Rente angerechnet. Das ist eine Steigerung um einen halben auf zweieinhalb sogenannte Entgeltpunkte. Damit erhöht sich die monatliche Rente um bis zu 16,02 Euro pro Kind im Westen und um bis zu 15,35 Euro im Osten, teilt die Deutsche Rentenversicherung Bund mit. 

Für alle Kinder, die ab 1992 geboren sind, werden – wie gehabt – drei Rentenpunkte angerechnet. Die Änderung sei zwar eine Verbesserung, „aber leider ist dadurch immer noch keine vollständige Gleichstellung bei der Mütterrente erreicht“, kritisierte der Sozialverband VdK Deutschland. Laut Sozialgesetzbuch VI §56 sind „Kindererziehungszeiten Zeiten der Erziehung eines Kindes in dessen ersten drei Lebensjahren“. Entsprechende Rentenansprüche kann der Elternteil erwerben, der das Kind überwiegend aufgezogen hat.  

Wann wird die Erhöhung ausgezahlt?

Wer seit 1. Januar in Rente gegangen ist, der erhält automatisch ab diesem Zeitpunkt den neuen Betrag ausgezahlt. Wer bereits vor dem Jahreswechsel Rente bezogen hat, bekommt die Erhöhung automatisch bis Mitte des Jahres. Für die Zeit ab 1. Januar wird eine Nachzahlung erfolgen, so die Deutsche Rentenversicherung.

Was gilt für Adoptiv- und Pflegeeltern? 

Im Gegensatz zu den leiblichen Eltern müssen sie bei ihrem zuständigen Rentenversicherungsträger die „Mütterrente“ erst – formlos – beantragen. Adoptiv- und Pflegeeltern rät der PFAD Bundesverband darüber hinaus zur frühzeitigen Klärung des Rentenkontos. Denn die Berücksichtigung der Kindererziehungszeiten kann laut Sozialgesetzbuch ausgeschlossen werden, wenn diese bereits beispielsweise einem leiblichen Elternteil gutgeschrieben wurde. 

Wer bereits Rente bezieht, jedoch keine Zuschläge erhält, weil er das Adoptiv- oder Pflegekind erst nach dem 12. Lebensmonat aufgenommen hat, dem empfiehlt PFAD ebenfalls einen Antrag beim Rentenversicherungsträger einzureichen. Der Verband hat einen entsprechenden Musterantrag bereits ausgearbeitet. Weitere Informationen dazu auf der PFAD-Homepage.



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