Grippesaison Deutschlandkarte: Wo Grippe und Erkältung wüten

Von Mark Otten und Anna Behrend

Aktivität der akuten Atemwegserkrankungen in der achten Kalenderwoche 2019. Karte: RKI/AGIAktivität der akuten Atemwegserkrankungen in der achten Kalenderwoche 2019. Karte: RKI/AGI 

Hamburg. In ganz Deutschland wird gehustet und geschnieft. Dabei könnte der Höhepunkt der Grippewelle bereits überschritten sein.

Im Büro, in der Schlange an der Supermarktkasse oder in Bus und Bahn: In Deutschland schniefen und husten derzeit Menschen allerorten. Erkältungen haben Hochsaison, zeigen Daten des Robert Koch-Instituts (RKI). Dabei gibt es regional durchaus Unterschiede. Die Karte zeigt, wo der sogenannte Praxisindex erhöht ist, wo also mehr Menschen mit akuten Atemwegserkrankungen im Vergleich zum Normalzustand zum Arzt gehen. Eine rote Färbung steht für eine stark erhöhte Aktivität, Blau bezeichnet den Normalzustand: 

Die Daten stammen von mehreren Hundert Arztpraxen, die Informationen an das RKI übermitteln. Zu diesen Erkrankungen zählen solche mit und ohne Fieber. Sie beinhalten also eine "normale" Erkältung ebenso wie die Grippe, die durch bestimmte Viren ausgelöst wird.

Grippewelle verläuft milder als im Vorjahr

Die Grippewelle in Deutschland hat ihren Zenit womöglich in dieser Saison schon überschritten. So schreibt es die Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) in ihrem aktuellen Wochenbericht. Zwar wurden Ende Februar wöchentlich immer noch rund 24.000 neue Influeanza-Fälle gemeldet, der Anstieg der Neuerkrankungen flacht  jedoch bereits etwas ab. Damit verläuft die Grippewelle wesentlich milder als im Vorjahr.


Die Angaben des RKI gelten als guter Indikator für die Entwicklung der Grippewelle und der Grippesaison, obwohl die Auswertung nur einen kleinen Ausschnitt des Krankheitsgeschehens in Deutschland erfasst. Denn lediglich ausgewählte Praxen schicken Proben ein und nicht jeder Grippekranke geht zum Arzt. Die realen Fallzahlen liegen deshalb wahrscheinlich weitaus höher als die bisher gemeldeten rund 85.000 bestätigten Grippefälle in dieser Saison. (Weiterlesen: Grippewelle noch nicht vorbei)

Nach den Kriterien der AGI hat die Grippewelle 2019 in der zweiten Kalenderwoche begonnen, der dominante Grippevirus 2019 ist der des Typs A. Seit dem 1. Oktober, dem offiziellen Start der Grippesaison 2018/2019, sind 84.587 bestätigte Grippefälle und 199 Todesfälle mit Influenzavirusinfektion an das RKI übermittelt worden. (Weiterlesen: Was wirklich vor Erkältungen schützt – und was nicht)

Video: Grippe oder Erkältung: Das sind die Unterschiede


Grippeimpfung 2019: Kassen mit Vierfach-Impfstoff

Seit der Grippesaison 2018/2019 können sich Versicherte der gesetzlichen Krankenversicherungen mit einem Vierfach-Impfstoff impfen lassen. Der Vierfach-Impfstoff gilt der breitest verfügbarer Grippeimpfstoff, der auch die beiden bekannten Influenza B-Varianten einschließt. Im Dreifach-Impfstoff, den die gesetzlichen Krankenkassen davor regulär gezahlt hatten, war dieser nicht enthalten. (Weiterlesen: In Osnabrück geht der Grippeimpfstoff aus)

In der Grippesaison 2019 stellen die Krankenkassen Vierfach-Impfstoff zur Verfügung. Foto: dpa/Kay Nietfeld

Grippewelle: WHO schlägt Alarm wegen Impfquote

Bis Anfang November hatte das zuständige Paul-Ehrlich-Institut (PEI) 15,7 Millionen Grippeimpfdosen für ganz Deutschland freigegeben, rund eine Million mehr als ein Jahr zuvor. Wegen der heftigen Grippewelle 2018 mit fast 2000 Toten im vergangenen Winter gebe es eine hohe Bereitschaft in der Bevölkerung, sich früh impfen zu lassen, teilte das PEI mit. (Weiterlesen: Grippeimpfung 2018/19: Für wen ist die Grippeschutzimpfung sinnvoll?) 

Bei der schweren Grippesaison 2018 hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Alarm geschlagen. Die Impfrate bei Risikogruppen in Europa sei in den vergangenen sieben Jahren gesunken. Jährlich würden 44.000 Menschen an der Grippe sterben, so die WHO. (Weiterlesen: Das sind die tödlichsten Krankheiten der Zukunft)

(mit dpa)


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