Eingebaute SIM-Karte Was bringt die eSIM Verbrauchern? Fragen und Antworten

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In den iPhones XS (oben) und XS Max (unten) ist eine eSIM verbaut. Foto: Andrea Warnecke/dpaIn den iPhones XS (oben) und XS Max (unten) ist eine eSIM verbaut. Foto: Andrea Warnecke/dpa

Osnabrück. Fest im Smartphone verbaute SIM-Karten sollen unterschiedliche Größen wie Micro-, Mini- und Nano-SIM künftig ablösen und den Anbieterwechsel vereinfachen. Welche Vor- und Nachteile hat die neue eSIM-Technologie darüber hinaus? Fragen und Antworten.

Wofür steht eSIM? 

eSIM steht für "embedded SIM". Es ist also eine im Gerät fest verbaute SIM-Karte. 

Wie funktioniert das?

Wer ein eSIM-fähiges Smartphone oder sonstiges Endgerät kauft, bekommt einen QR-Code zum Einscannen. Per Scan wird das eSIM-Profil, das die Vertragsdaten enthält, auf das Gerät heruntergeladen. Vodafone-Kunden müssen zusätzlich einen sechsstelligen ePIN eingeben. Im Anschluss kann das Gerät ganz normal genutzt werden.

Welche Vorteile hat die eSIM?

Durch die fest eingebaute Karte kann ein neu abgeschlossener Vertrag nach erfolgtem Scan schneller als zuvor genutzt werden. Alexandra Brune, Pressesprecherin der Telefónica, und Thorsten Georg Höpken, Pressesprecher von Vodafone, teilen auf Nachfrage mit, es dauere "wenige Minuten", bis das Profil aktiviert werden kann. Nach Angaben von Telekom-Sprecher Dirk Wende könne die Bereitstellung eines neuen eSIM-Profils etwa 30 Minuten in Anspruch nehmen. Beim Anbieterwechsel mit eSIM muss keine Karte ausgetauscht, sondern lediglich ein neuer Code eingescannt werden. Unterschiedliche Kartengrößen wie Mini-, Micro- oder Nano-SIM und der damit einhergehende Einbau entfallen. Außerdem sparen Hersteller Platz, da sie Komponenten wie den SIM-Kartenschlitten nicht mehr in der Gerätekonzeption berücksichtigen müssen, wenn ein Gerät ausschließlich mit eSIM arbeitet und es so zum Beispiel wasserdichter machen. Darüber hinaus können mit der neuen Technologie verschiedene eSIM-fähige Geräte, etwa Smartwatches, Fitness-Armbänder und Smartphones mit dem selben Profil miteinander verknüpft werden.

Welche Nachteile hat die eSIM?

Derzeit bestehe ein Nachteil darin, dass noch nicht alle Anbieter mit eSIM arbeiten. Dies erklärt Kathrin Körber von der Verbraucherzentrale Niedersachsen auf Nachfrage. Zwar machen die großen Netzbetreiber Vodafone, Telekom und die Telefónica davon Gebrauch, kleinere Firmen jedoch noch nicht. Viele Netzbetreiber fürchten bei der eSIM, dass der vereinfachte Anbieterwechsel dazu führen könnte, dass Kunden ihre Verträge schneller kündigen. Nennenswerte Rückmeldungen und Erfahrungsberichte von Nutzern hat die Verbraucherzentrale laut Angaben von Körber noch nicht bekommen. Sie sieht in der eSIM aber auch keine Probleme: Das jeweilige Gerät funktioniere damit grundsätzlich wie sonst auch. 

Die klassische SIM-Karte bekommt mit der eSIM Konkurrenz. Foto: Peter Steffen/dpa

Welche Geräte arbeiten damit?

Noch ist die Technik auf dem Smartphone-Markt nicht sonderlich verbreitet. Die iPhone-Modelle XS, XS Max und XR können mit eSIM arbeiten, ebenso wie das Google Pixel 3 und Pixel 3 XL. Apple verbaut die eSIM zudem in der Apple Watch Series 3 und Series 4 sowie im iPad Pro 2018 mit 11 und 12,9 Zoll. Samsung setzt bisher lediglich in der Gear S2 3G Smartwach auf eSIM. Ansonsten werden fest verbaute SIM-Karten bereits länger in anderen Geräten verwendet, etwa in Navigationssystemen oder E-Readern. 

Was geschieht mit den darauf gespeicherten Daten, wenn das Handy gewechselt wird?

Laut Kathrin Körber müssen bei einer Vertragskündigung oder einem Gerätewechsel die Nutzerdaten vom Gerät lückenlos gelöscht werden können und so verschlüsselt sein, dass kein Dritter Zugriff darauf hat. Dies entspreche auch der DSGVO. Das Vertragsprofil können Nutzer in den Einstellungen selbst vom Gerät entfernen. 

Ist eSIM die Zukunft?

Körber sieht in der eSIM dann das Potenzial, sich durchzusetzen, wenn sie auch in immer mehr Geräten verbaut werde. "Wir nutzen bereits viele Dinge, in die eine eSIM eingebaut ist", sagt sie.


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