Mit Taxis durch New York Anschnallen! Das "Zug um Zug"-Spiel ohne Züge ist eine Speed-Version

Beim Zug um Zug in New York werden Taxis eingesetzt, keine Züge. Foto: Karsten GrosserBeim Zug um Zug in New York werden Taxis eingesetzt, keine Züge. Foto: Karsten Grosser

Osnabrück. "Zug um Zug: New York" ist die schnellste aller Varianten des Brettspielklassikers Zug um Zug. Allerdings fahren hier gar keine Züge, sondern es geht mit Taxis durch Big Apple – ganz ohne Staus. Innerhalb einer Viertelstunde vom Central Park nach Brooklyn? Möglich, wenn die Konkurrenz nicht den Weg abschneidet ...

Eine Stadtrundfahrt dauert längst nicht so lange wie eine Runde um den Globus. Für diese Erkenntnis hätte es nun wahrlich keine Brettspiele gebraucht, aber zwei Versionen des Spiel des Jahres 2004 verdeutlichen diesen Fakt. Nach der langen und langatmigen Weltreise im "Zug um Zug"-Universum aus dem Jahr 2016 kreuzen wir nun durch New York von einer Sehenswürdigkeit zur anderen – eine kurze wie kurzweilige Angelegenheit. "Hallo, Taxi!"

Transportkarten werden gesammelt und als gleichfarbige Sets ausgespielt, um eine Strecke mit Taxis zu besetzen. Foto: Karsten Grosser

Zug um Zug New York – der Kurzüberblick

  • Worum geht es? Wir setzen auf einem Stadtplan von New York Taxifiguren ein, um Orte zu verbinden.
  • Was muss man machen? Bevor sich ein Fahrzeug in Bewegung setzt, sammeln wir Transportkarten. Ein Set aus gleichfarbigen Karten erlaubt es uns, eine Strecke zwischen zwei Stationen mit Taxis zu besetzen. Kurze Strecken benötigen nur eine Karte, längere Strecken bis zu vier. Um Aufträge zu erfüllen, müssen die auf Zielkarten genannten Orte durchgehend mit eigenen Figuren verbunden werden.
  • Wer gewinnt? Wer am Ende die meisten Punkte hat. Diese gibt es vornehmlich für erfüllte Zielkarten, aber auch für Teilstrecken und – fast zu vernachlässigen – angefahrene Sehenswürdigkeiten. Aber Achtung: Wer einen Auftrag annimmt und nicht erfüllt, kassiert Minuspunkte. 
  • Für wen ist das Spiel? Dieses Einsteiger-"Zug um Zug" ist für alle, die wenig Zeit für eine längere Partie haben.
  • Was ist das Besondere? Autor Alan R. Moon hat die Spielzeit radikal minimiert, ohne dabei das "Zug um Zug"-Gefühl zu lähmen.
Wer den Central Park mit Chinatown verbindet, erhält acht Punkte. Foto: Karsten Grosser

Zug um Zug New York – wie gut ist das Spiel?

Kaum angefangen, ist das Spiel auch schon vorbei. Lediglich 15 Taxifiguren hat jeder Spieler zur Verfügung. Diese müssen nun so effizient wie möglich eingesetzt werden, um möglichst viele oder möglichst hochwertige oder – am besten – möglichst viele hochwertige Zielkarten zu erfüllen. Die aber lassen sich nicht beliebig aussuchen, sondern werden anfangs zugeteilt oder nachgezogen. Wer hier das Glück hat, für mehrere Aufträge viele Teilstrecken mehrfach nutzen zu können, ist fein raus. Also: Mutig Zielkarten nachziehen – das ist das Gaspedal im Rennen um den Sieg.

Je länger eine Taxi-Verbindung zwischen zwei Orten ist, desto mehr Punkte gibt es. Foto: Karsten Grosser

Fataler Effekt in dieser Speed-Version

Allerdings: Von jeweils zwei nachgezogenen Aufträgen muss man mindestens einen behalten. Das birgt einerseits die Gefahr, sich mit einem Sammelsurium aus wenig korrespondierenden Zielkarten zu verfahren. Und andererseits wirkt das wie eine Bremse, weil die Konkurrenz in der Zwischenzeit die nötigen Kartensets sammelt, um alsbald weitere Taxis aufzustellen und damit schlimmstenfalls sogar benötigte Strecken zu blockieren. Dieser Effekt kann sich gerade in dieser Speed-Version von Zug um Zug schnell negativ auswirken – für denjenigen, der zu spät kommt, um am Ende zu viele Autos ungenutzt lässt. Denn oft ist bereits die Zahl der eingesetzten Taxis ein Indiz dafür, wer am Ende die Nase vorn haben wird in diesem ansprechenden Abstecher auf die Straßen einer Stadt, die nie schläft. Anschnallen!

Würfelnote: 3 (ordentlich)

Zug um Zug New York

  • Autor: Alan R. Moon
  • Verlag: Days of Wonder/Asmodee
  • Spieler: 2 bis 4
  • Alter: ab 8 Jahren
  • Dauer: 15 Minuten


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