Warum Fatal gar nicht fatal ist Puh, Glück gehabt! Bei diesem Spiel verliert man nur Karten, kein Geld

Fatal ist ein Kartenspiel, für das Glücksspielautomaten die Inspiration geliefert haben. Foto: Karsten GrosserFatal ist ein Kartenspiel, für das Glücksspielautomaten die Inspiration geliefert haben. Foto: Karsten Grosser

Osnabrück. Schwarzer Humor oder Warnung? Ausgerechnet Fatal nennt Autor Friedemann Friese seine Glücksspielautomaten-Simulation. Zumindest kann bei diesem Spiel niemand Geld verlieren, sondern nur Karten. Wie in einem echten Casino weiß man allerdings auch hier nie, wie es weitergeht und was als nächstes kommt, denn: Regeländerungen tauchen unvermittelt auf – und werden für manche mitunter zum Jackpot.

Wie die Ergebnisse an einem Glücksspielautomaten ist auch Fatal von Überraschungen geprägt. Das Kartenspiel aus dem 2F-Verlag von Friedemann Friese gehört zur sogenannten Fast-Forward-Reihe, deren Titel sich dadurch auszeichnen, dass die Regeln erst im Laufe der Partien ins Spiel kommen – und immer wieder erweitert oder modifiziert werden. Klingt komisch? Einfach Schachtel öffnen und los geht's. Das Spiel beginnt, indem vom Stapel der 90 vorsortierten Karten die oberste gezogen und vorgelesen wird. Alles weitere ergibt sich von selbst.

Mit dieser Karte geht es los: Auf der Rückseite stehen die ersten Regeln. Foto: Karsten Grosser

Fast Forward: Fatal – der Kurzüberblick

  • Worum geht es? Optisch erinnert Fatal an die Anzeige eines Einarmigen Banditen, an eine Slotmaschine mit Zahlen und Fruchtsymbolen. Bei bestimmten Kombinationen schüttet ein solcher Automat Gewinne aus. Ka-Ching!
  • Was muss man machen? Das beste Kartentrio zusammenstellen und dabei immer die aktuell gültigen Wertungsregeln beachten.
  • Wer gewinnt? In den ersten Partien derjenige, der mit seinen drei Handkarten die höchste Summe bildet. Doch das bleibt nicht so ...
  • Für wen ist das Spiel? Für Freunde schneller Kartenspiele, die Abwechslung mögen, sich auf Regeländerungen einstellen können und auch vor ein bisschen Rechnen nicht zurückschrecken.
  • Was ist das Besondere? Auch wenn es bereits das vierte Spiel aus der Fast-Forward-Reihe ist: Das Drauflosspielen übt einen besonderen Reiz aus und baut durch die eingestreuten Regeländerungen auf Karten im Stapel immer wieder neue Spannungsmomente auf. 
Erscheint eine solche Karte, dann gibt es eine neue Sonderregel. Foto: Karsten Grosser

Fast Forward: Fatal – wie gut ist das Spiel?

Die Neugier ist groß. Vor allem vor der Partie, wenn noch niemand weiß, in welche Richtung das Geschehen gehen wird. Nach den ersten Regeltexten zieht reihum jeder eine Karte auf die Hand und nimmt schlicht zur Kenntnis, das sie eine Zahl zeigt. Wie oben ja schon verraten: Zunächst strebt jeder an, mit seinen Handkarten die höchste Summe zu erzielen. Doch was ist bei Fatal eine hohe Summe? Da niemand die Karten der anderen kennt, herrscht erst einmal große Unsicherheit. Ein seltsames Gefühl. Da aber das Limit für Karten auf der Hand drei beträgt, wandern bald Karten in die allgemeine Auslage in der Mitte. Und als hätten plötzlich die anderen von der Frucht der Erkenntnis genascht, tönen Aahs und Oohs über den Tisch. Zumal nicht alle Karten nur Zahlen zeigen...

So könnte eine Kartenhand in einer der ersten Partien aussehen. Foto: Karsten Grosser

Sobald sechs Karten in der Mitte liegen, wird das Ende eingeläutet. Eine Partie dauert kaum mehr als zehn Minuten. Doch der Kartenstapel ist damit noch längst nicht durchgespielt. Und wieder steigt die Neugier: Was hat Fatal noch zu bieten? Also beginnt sofort die zweite Partie. Die Karten des Verlierers aus Runde eins werden aussortiert, alle übrigen mit drei neuen Karten vom Stapel gemischt und oben aufgelegt. Weiter geht's. Das Spannungsmoment hält solange, bis nach etwa 15 Partien der Stapel durchgespielt ist. Erst jetzt setzt das Gefühl ein, fertig zu sein. Und zwei vergnügliche Stunden mit allerlei Rechenspielen sind vorbei. Und nun?

Der Unterschied zu echten Glücksspielautomaten

Mit dem ersten kompletten Durchlauf verliert Fatal seine Anziehungskraft, denn die Mechanik des Spiels allein trägt nicht so stark. Das war schon bei den ersten Titeln der Fast-Forward-Reihe so, von denen "Furcht" auf einem ähnlich leicht zugänglich Niveau angesiedelt ist. Was bedeutet das nun für das Spiel? Wer mag, kann – statt alle Karten wieder zu sortieren und von vorn zu beginnen – weitere Partien folgen lassen, indem die aussortierten Karten (inklusive der temporären Sonderregeln) zum neuen Nachziehstapel werden. Das sorgt zumindest weiterhin für Überraschungen, weil man nie weiß, wann welche Karte ins Spiel kommt. Und das ist auch der Unterschied zu einem echten Glücksspielautomaten, denn da gibt es den verlorenen Einsatz nur in seltenen Fällen zurück ...

Würfelnote: 3 (ordentlich)

Fast Forward: Fatal

  • Autor: Friedemann Friese
  • Verlag: 2F-Spiele
  • Spieler: 3 bis 5
  • Alter: ab 10 Jahren
  • Dauer: 15 Minuten



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