Verbot von Wegwerfprodukten Lidl, Rewe und Aldi verbannen Plastikgeschirr aus dem Sortiment

Von dpa

Einwegplastik-Artikel wie Trinkhalme, Becher, Teller, Besteck und Wattestäbchen mit Plastikschaft sollen aus dem Sortiment verschwinden. Foto: imago/Jochen TackEinwegplastik-Artikel wie Trinkhalme, Becher, Teller, Besteck und Wattestäbchen mit Plastikschaft sollen aus dem Sortiment verschwinden. Foto: imago/Jochen Tack

Essen. Nach Rewe und Lidl haben nun auch Aldi Nord und Aldi Süd angekündigt, "ab sofort" auf Geschirr, Trinkhalme und Einwegbecher aus Plastik zu verzichten. Die Einzelhändler agieren damit schneller als die Politik.

Immer mehr Supermärkte und Discounter schließen sich dem Kampf gegen die Plastikmüll-Berge an. Nach Lidl und Rewe kündigte am Donnerstag auch der Discounter Aldi an, künftig auf Geschirr, Trinkhalme und Einwegbecher aus Plastik zu verzichten. Sie sollen "ab sofort" nicht mehr angeboten werden, wie Aldi Nord und Aldi Süd am Donnerstag gemeinsam mitteilten.

Auch andere "überflüssige Einweg-Plastikartikel" will Aldi Schritt für Schritt auf umweltverträglichere Materialien umstellen oder durch Mehrweglösungen ersetzen, wie der Discounter erklärte. Zuvor hatte die "Rheinische Post" über die Pläne berichtet.

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Viele Produkte verschwinden aus dem Sortiment

Ähnliche Schritte hatten in den vergangenen Monaten auch Lidl und Rewe angekündigt. So will Lidl in seinen rund 3200 Filialen bis Ende 2019 Einwegplastik-Artikel wie Trinkhalme, Becher, Teller, Besteck und Wattestäbchen mit Plastikschaft komplett auslisten und durch recycelbare Produkte ersetzen. Rewe plant, bis 2020 sämtliches Plastik-Einweggeschirr aus dem Sortiment zu streichen. Den Verzicht auf Einweg-Plastikhalme hatte der Lebensmittelhändler bereits im Juli angekündigt. Der zu Edeka gehörende Discounter Netto stellt 2019 ebenfalls bundesweit den Verkauf von Plastikbesteck und Einwegbechern aus Kunststoff ein. Edeka selbst entwickelt nach Angaben eines Unternehmenssprechers gezielt Mehrwegartikel, um Einweg-Plastikgeschirr zu vermeiden, und setzt auf den verstärkten Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen wie Bambus in diesem Bereich.

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Die Einzelhändler agieren damit schneller als die Politik. Die EU-Staaten und das Europaparlament hatten sich erst am Mittwochmorgen auf ein Verbot von Wegwerfprodukten aus Kunststoff geeinigt, das aber voraussichtlich erst in etwa zwei Jahren in Kraft treten soll.



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