Ausgaben können sich rechnen Fünf Steuertipps zum Jahresende: Jetzt schnell ein iPhone kaufen?

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Mit guter Planung bekommen Arbeitnehmer bei der Steuererklärung teilweise deutlich mehr Geld zurück. Foto: dpa/Daniel ReinhardtMit guter Planung bekommen Arbeitnehmer bei der Steuererklärung teilweise deutlich mehr Geld zurück. Foto: dpa/Daniel Reinhardt

Hamburg. Mit etwas Planung am Jahresende mindern Steuerzahler ihre Last. Für viele kann sich gerade in diesem Jahr der Kauf eines neuen Smartphones, PCs oder Tablet-PCs rechnen.

Erich Nöll, Geschäftsführer des Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine (BVL), sagte unserer Redaktion: "Ich rate jedem, dass er seine Belege für die Steuerklärung 2018 bereits jetzt überprüft." Dann können Steuerzahler entscheiden, ob es sich lohnt, bestimmte weitere Ausgaben ins kommende Jahr zu verschieben oder Ausgaben, die eigentlich erst im kommenden Jahr anfallen, vorzuziehen. Denn: Im Steuerrecht gilt das sogenannte Abflussprinzip. Das bedeutet, dass grundsätzlich das Zahlungsdatum entscheidend für die steuerliche Berücksichtigung ist.

Steuertipp 1 – Arbeitsmittel: Jetzt noch einen neuen Computer kaufen?

Vor allem im Bereich der Arbeitsmittel kann es sich lohnen, die Belege aktuell zu sichten und zu prüfen. Die Werbungskostenpauschale liegt bei 1000 Euro und nur Ausgaben über dieser Grenze wirken sich steuermindernd aus. Das Besondere ab diesem Jahr: Arbeitsmittel können nun bis zu einem Kaufpreis von 952 Euro brutto direkt von der Steuer abgesetzt werden. Bis Ende 2017 mussten sie ab 410 Euro bereits auf die Jahre der Nutzungsdauer aufgeteilt werden. Als Arbeitsmittel gelten unter anderem Smartphone, PC, Laptop, Tablet-PC, Schreibtisch oder Aktentasche. Wer, zum Beispiel, noch in diesem Jahr einen Computer für 950 Euro kauft, benötigt nur noch 50 Euro an weiteren Werbungskosten, um den Pauschalbetrag zu übersteigen. Das schaffen Pendler oft bereits mit der Entfernungspauschale für den Weg zur Arbeit. Als vorgezogene Werbekosten bietet sich auch der Kauf einer Jahreskarte der Bahn für 2019 an. Selbstverständlich darf die Ausgabe dann bei der kommenden Steuerklärung nicht mehr angegeben werden.

Wichtig beim Kauf eines technischen Geräts sind drei Dinge: Zum einen darf das Gerät nicht mehr als 952 Euro brutto kosten, andernfalls muss der Kaufpreis über die durchschnittliche Nutzungsdauer von 36 Monaten verteilt werden, wie bisher üblich. Zum anderen muss es ein eigenständig funktionierendes Gerät sein: Ein einfacher Drucker fällt nicht darunter – ein Drucker mit Kopierfunktion dagegen schon. Außerdem darf das Gerät zu höchstens zehn Prozent privat genutzt werden. (Weiterlesen: Schwarzbuch 2018 - so wird Steuergeld in der Region verschwendet)  

Steuertipp 2 – Handwerkerarbeiten: Reparaturen verschieben?

Haben Handwerker im Haushalt renoviert, repariert oder saniert, dürfen 20 Prozent der Arbeitskosten von der Steuer abgesetzt werden; Anfahrtskosten und Verbrauchsmaterial zählen auch dazu. Wichtig sind eine Rechnung und die Zahlung per Überweisung. Bei Handwerkerarbeiten und für haushaltsnahen Dienstleistungen gelten Höchstbeträge, die es zu beachten gilt. Für Handwerkerleistungen im Haushalt können Steuerzahler pro Jahr bis zu 6000 Euro geltend machen und 20 Prozent davon, also 1200 Euro, direkt absetzen. Wer diesen Betrag bereits erreicht oder überschritten hat, sollte weitere Reparaturen entweder verschieben oder erst Anfang 2019 bezahlen. Dann können erneut 20 Prozent Steuerbonus auf bis zu 6000 Euro Handwerkerarbeiten geltend gemacht werden. Bei den haushaltsnahen Diensten liegt die geförderte Obergrenze bei 20.000 Euro.

Steuertipp 3 – Gesundheitskosten: Neue Brille – jetzt oder später?

Krankheitskosten, Medikamentenbestellungen oder eine neue Brille – diese Ausgaben können sich steuermindernd auswirken. Allerdings gibt es in diesem Bereich keine Obergrenze, wie bei den Handwerksarbeiten, sondern eine Mindestgrenze – und die durchbrechen Steuerzahler oft nur mit Mühe, denn die Kosten müssen unzumutbar sein. Ob das der Fall liegt ist, hängt von Einkommen, Familienstand, Anzahl der Kinder und Höhe der Ausgaben ab. "Deshalb kann es zweckmäßig sein, Krankheitskosten aus zwei Jahren zu bündeln", sagte Erich Nöll vom BVL. Wer, zum Beispiel, eine neue Brille benötigt, im ablaufenden Jahr aber kaum Ausgaben im Bereich der außergewöhnlichen Belastungen hatte, sollte den Kauf aus steuerlicher Sicht auf Anfang 2019 verschieben. So bestehe zumindest die Möglichkeit, dass in 2019 weitere Kosten hinzukommen und im Jahresverlauf die zumutbare Belastung überschritten wird, rät der Rechtsanwalt. Der zumutbare Eigenanteil liegt zwischen einem und sieben Prozent des zu versteuernden Einkommens. Steuerzahler berechnen den Eigenanteil unter anderem auf der Webseite des Bayerischen Finanzamts berechnen.

Steuertipp 4 – Spenden: Gutes tun und Steuern sparen 

Mit Weihachten steht das Fest der Liebe an. Zu dieser Zeit geben Menschen besonders gerne – und die gute Tat kann sich auch aus steuerlicher Sicht lohnen. Spenden gelten als Sonderausgaben und sind bis zu 20 Prozent des Gesamtbetrags der Einkünfte absetzbar. Die Pauschalen liegen bei nur 36 Euro, beziehungsweise 72 Euro bei Zusammenveranlagung. Alles darüber hinaus wirkt steuermindernd. Für Geld- oder Sachspenden unter 200 Euro benötigen Steuerzahler nicht einmal eine Spendenquittung, der Nachweis auf dem Kontoauszug reicht aus.

Steuertipp 5 – Heiraten: Späte Hochzeit bringt rückwirkend Geld

Bei der Eheschließung geht es um Gefühle und darum, ein gemeinsames Leben aufzubauen. Doch eine Hochzeit bis zum 31. Dezember zahlt auch sich finanziell aus. Denn dann gilt der Splittingvorteil für Ehepaare und eingetragene Lebenspartner rückwirkend für das gesamte Jahr. Je größer die Unterschiede bei den Einkommen der Eheleute sind, desto größer ist die Steuerersparnis.


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