Einkommen und Abgaben Das ändert sich 2019: Mehr Kindergeld und Rente ab 2019

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Ab Juli 2019 gibt es mehr Kindergeld. Foto: Colourbox.deAb Juli 2019 gibt es mehr Kindergeld. Foto: Colourbox.de

Osnabrück. Einerseits gibt ab 2019 mehr Mütterrente und Kindergeld. Andererseits steigen die Beiträge zur Pflegeversicherung: Ein Überblick über die wichtigsten Änderungen bei Einkommen und Abgaben, auf die sich Verbraucher im neuen Jahr einstellen müssen.

Rente steigt: Ab 1. Juli sollen die Renten im Westen um 3,18 und im Osten um 3,91 Prozent steigen. Das sieht der Entwurf des Rentenversicherungsberichts 2018 der Bundesregierung vor. Ein Durchschnittsrentner würde damit rund 45 Euro mehr erhalten.  

Plus beim Kindergeld: Ab Juli wird das Kindergeld um monatlich zehn Euro für jedes Kind erhöht. Eine Familie mit einem Bruttojahresgehalt von 60 000 Euro soll damit 2019 um mindestens 9,36 Prozent entlastet werden. Das bedeutet für sie 251 Euro mehr im Jahr.

Mehr Unterhalt: Getrennt lebende Väter und Mütter müssen ihren Kindern ab 1. Januar mehr zahlen: Der Mindestunterhalt für Kinder bis zur Vollendung des sechsten Lebensjahres beträgt künftig monatlich 354 Euro (statt 348 Euro im Vorjahr); bei Sieben- bis Zwölfjährigen sind es sieben Euro mehr (406 Euro statt 399 Euro); Für die Altersgruppe ab 13 Jahren bis zur Volljährigkeit steigt der Mindestunterhalt auf 476 Euro (zuvor: 467 Euro). Unverändert bleibt der Mindestbedarf eines volljährigen Kindes bei 527 Euro. Der Mindestunterhalt gilt für Unterhaltspflichtige mit einem Nettoeinkommen bis 1900 Euro, nach Angaben der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Mehr Mütterrente: Mehr Rente gibt es im neuen Jahr für Mütter, deren Kinder vor dem 1. Januar 1992 geboren sind: Ihnen werden mit Jahreswechsel statt zwei künftig 2,5 Entgeltpunkte gutgeschrieben. So sieht es das beschlossene Rentenpaket mit der Mütterrente II der Bundesregierung vor. Die Verbraucherschützer weisen darauf hin, dass die Rentenansprüche für die Kindererziehung der Elternteil erwirbt, der ein Kind überwiegend erzogen habe. In dem Fall, dass mehrere Elternteile das Kind gemeinsam erzogen haben, wird demnach die Erziehungszeit einem Elternteil zugeordnet.

Höhere Grundsicherung: Alleinstehende mit Hartz IV bekommen im neuen Jahr acht Euro mehr pro Monat. Der Regelsatz steigt dann auf 424 Euro. Wer mit einem anderen bedürftigen Erwachsenen wie dem Ehepartner in einer Wohnung lebt, für den steigt der Satz um 8 auf 382 Euro. Für Jugendliche von 14 bis 17 Jahren gibt es eine Erhöhung um 6 auf 322 Euro. Bis zur Vollendung des sechsten Lebensjahres werden künftig 245 Euro gezahlt, 5 Euro mehr als bislang. Für Kinder von 6 bis 13 Jahren steigt die Leistung um 6 auf 302 Euro monatlich.

Bemessungsgrenze steigt: Die Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung, bis zu der Beiträge fällig sind, steigt zum neuen Jahr von 4425 auf 4537,5 Euro im Monat.

Für diese 112,50 Euro mehr an Verdienst werden, nach Angaben der Verbraucherzentrale, nun noch Beiträge für die Kranken- und Pflegekasse erhoben. Beitragsfrei bleibt demzufolge erst ein Gesamteinkommen oberhalb von 54 450 Euro. Die Verbraucherschützer rechnen vor, dass sich der Höchstbetrag eines Arbeitnehmers zur gesetzlichen Krankenversicherung (ohne Zusatzbeitrag) somit auf monatlich 331,24 Euro erhöht. Zum Vergleich: Bisher lag der Höchstbetrag bei 323,05 Euro im Monat.

Die Bemessungsgrenze bei der Renten- und Arbeitslosenversicherung steigt von 6500 auf 6700 Euro im Westen (80 400 Euro jährlich) und von 5800 auf 6150 Euro (73 800 Euro jährlich) im Osten. Für die meisten Beitragszahler verändert sich durch die Anhebung der Bemessungsgrenzen nichts. Gutverdiener zahlen dann hingegen mehr Sozialabgaben.

Höherer Beitrag zur Pflegeversicherung: Zum Jahreswechsel wird der Pflegebeitrag um 0,5 Punkte erhöht. Der Beitragssatz zur Pflegeversicherung steigt zum 1. Januar 2019 um 0,5 Punkte auf 3,05 Prozent des Bruttoeinkommens. Davon tragen Arbeitnehmer und Arbeitgeber jeweils die Hälfte. Das sind, so erklären die Verbraucherschützer weiter, 1,525 Prozent bis zur Beitragsbemessungsgrenze, die 2019 bundeseinheitlich bei 54 450 Euro liegt. Beitragszahler ohne Kinder müssen demnach durch den Kinderlosenzuschlag von 0,25 Prozent künftig den hälftigen Anteil von 3,3 Prozent zahlen. 

Arbeitslosenversicherung: Der Arbeitslosenbeitrag sinkt um 0,5 Punkte von 3 auf 2,5 Prozent des Bruttoeinkommens. Allerdings, darauf weisen die Verbraucherschützer hin, müssen Besserverdienende wegen der gestiegenen Beitragsbemessungsgrenzen von mehr Einkommen Beiträge in die Arbeitslosenversicherung zahlen. Durch eine Gesetzesänderung wurde der Beitragssatz zur Arbeitslosenversicherung dauerhaft um 0,4 Prozentpunkte gesenkt. Per Verordnung wurde eine Senkung um zusätzliche 0,1 Prozentpunkte bis Ende 2022 befristet.

Die 56 Millionen Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen werden entlastet: Ab 1. Januar 2019 finanzieren die Arbeitgeber auch die von den versicherten Arbeitnehmern bisher allein zu zahlenden Zusatzbeiträge zu gleichen Teilen mit. Die Arbeitnehmer und Rentner sparen dadurch 6,9 Milliarden Euro jährlich.

Arbeitslosengeld: Arbeitslose können leichter Arbeitslosengeld I beziehen: Künftig müssen sie binnen 30 Monaten mindestens 12 Monate Beiträge gezahlt haben – bisher sind es 12 Monate binnen 24 Monaten. (Mit dpa)



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