Deutscher Zukunftspreis 2018 Prämiertes Medikament schützt gegen Herpes-Virus

Von dpa

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Deutscher Zukunftspreis 2018: "Das weltweit erste und bislang einzige" Präparat, das bei Knochenmarktransplantationen vor einem bestimmten Virus schützen soll. Foto: Ansgar Pudenz/Deutscher Zukunftspreis/dpaDeutscher Zukunftspreis 2018: "Das weltweit erste und bislang einzige" Präparat, das bei Knochenmarktransplantationen vor einem bestimmten Virus schützen soll. Foto: Ansgar Pudenz/Deutscher Zukunftspreis/dpa

Berlin . Ein neues Medikament schützt gegen Virusinfektionen nach einer Knochenmarktransplantation. Die Erfinder Helga Rübsamen-Schaeff und Holger Zimmermann erhalten dafür den Deutschen Zukunftspreis 2018.

Für ein Medikament zum Schutz vor einem verbreiteten Virus hat ein Team aus Nordrhein-Westfalen den Deutschen Zukunftspreis 2018 erhalten. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier übergab die mit 250.000 Euro dotierte Auszeichnung am Mittwochabend in Berlin an die Wuppertaler Wissenschaftler Helga Rübsamen-Schaeff und Holger Zimmermann.

Die Preisträger haben laut Angaben "das weltweit erste und bislang einzige" Präparat entwickelt, das bei Knochenmarktransplantationen vor einem bestimmten Virus schützen soll. Es habe das Potenzial, die Behandlung weiterer Patientengruppen "zu revolutionieren", teilte das Bundespräsidialamt mit.

Virus trägt jeder Zweite in sich

Das Virus, um das es geht, dürfte Laien kaum ein Begriff sein, obwohl es in den Industrienationen etwa jeder Zweite in sich trägt: Zytomegalievirus heißt es und gehört zu den Herpesviren. Ein intaktes Immunsystem hält es normalerweise in Schach. Wenn Patienten aber zum Beispiel wegen Krankheiten oder nach Transplantationen keine oder nur eine stark geschwächte Immunabwehr haben, kann eine Infektion damit schwere bis tödliche Folgen haben.

Die Gewinner des Deutschen Zukunftspreises 2018: Helga Rübsamen-Schaeff (2.v.l) und Holger Zimmermann bei der Preisverleihung durch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (2.v.r) und seine Frau Elke Büdenbender (r.). Foto: dpa/Bernd von Jutrczenka

Hier setzt das Medikament der von Rübsamen-Schaeff gegründeten Firma AiCuris Anti-infective Cures an. Damit können Patienten nach Knochenmarktransplantationen vorbeugend behandelt werden – und nicht erst, wenn eine Infektion Probleme bereitet. Zugelassen ist die Arznei hierfür schon in mehreren Ländern, unter anderem in den USA und Europa. Weltweit sind laut Angaben jedes Jahr 40.000 Menschen nach Knochenmarktransplantationen durch das Virus gefährdet.

Deutlich höhere Überlebenschancen

Manchen Leukämie-Patienten kann nur eine solche Transplantation helfen. Die bisherigen Medikamente zum Bekämpfen der gefährlichen Infektionen hätten jedoch auch schwere Nebenwirkungen gehabt, hieß es. Anders als diese Mittel greift der neue Wirkmechanismus laut Angaben nicht auch menschliche Strukturen an, sondern er ziele allein auf das Virus. Insgesamt erhöhten sich die Überlebenschancen damit deutlich, sagte die Chemikerin Rübsamen-Schaeff.

Die Hoffnung sei nun, dass in Zukunft womöglich auch weitere Patientengruppen mit Immunschwäche von dem Schutz profitieren könnten. Als Beispiele nannte die Wissenschaftlerin Empfänger anderer Spenderorgane, AIDS-Patienten und Neugeborene.

Der Zukunftspreis des Bundespräsidenten ist einer der bedeutendsten Wissenschaftspreise in Deutschland, er wurde nun zum 22. Mal vergeben. Eine Jury bewertet die Innovationsleistung, blickt aber auch auf das Arbeitsplatz-Potenzial hierzulande. Die Gewinner setzten sich gegen Teams aus Baden-Württemberg und Bayern durch, die für ein neues Getriebe sowie für eine Technik zur Nutzung von Wasserstoff nominiert waren. 2017 war die Entwicklung lernfähiger Roboterassistenten ausgezeichnet worden.


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