Brettspiel von alea/Ravensburger Carpe Diem: So schön fluffig bauen wir das Alte Rom auf

Jeder wählt Plättchen aus, um ein Stadtviertel Roms zu entwickeln. Foto: Karsten GrosserJeder wählt Plättchen aus, um ein Stadtviertel Roms zu entwickeln. Foto: Karsten Grosser

Osnabrück. Wie sagt noch einmal der alte Römer? Carpe diem – nutze den Tag. Nun, ein ganzer Tag ist für eine Runde Carpe Diem gar nicht nötig. Dieses Strategiespiel verknüpft solitäre und interaktive Momente so elegant, dass die Viertel der Ewigen Stadt im Nu errichtet sind. Einen Schönheitspreis gibt es dafür freilich nicht. Carpe Diem glänzt trotzdem.

Die inneren Werte zählen. Das trifft in besonderem Maße auf das Kennerspiel Carpe Diem von Stefan Feld zu. Die langweilige, letztlich aber funktionale Gestaltung sorgt nur im ersten Moment für Ernüchterung. Schon während der ersten Partie interessiert die Aufmachung nicht mehr, weil die Mechanik allein so gut ist, dass sie die Spieler in den Strategiemodus eintauchen lässt. Dass sie dabei römische Stadtviertel mit Villen zur Zeit von Christi Geburt aufbauen, lässt sich optisch kaum erkennen und ist eigentlich auch völlig egal.

In einem Rondell suchen die Spieler Plättchen aus, die sie in ihr Stadtviertel legen. Foto: Karsten Grosser

Unvollendete Rohbauten

Carpe Diem verläuft einfach fluffig – unabhängig von der Zahl der Mitspieler. Ein im Rondell erreichbares Puzzleteil aussuchen, Plättchen auf dem eigenen Tableau platzieren, gegebenenfalls Bonus für ein abgeschlossenes Gebäude erhalten, fertig. Der Nächste, bitte. Öffentliche Auftragskarten und persönliche Aufgaben lenken die eigenen Aktionen. Und trotzdem behalten die Spieler genügend Entscheidungsfreiheit, um taktisch agieren zu können. Wer dabei keinen groben Plan von seinem Stadtteil entwickelt, wird beim Plättchen-Puzzle indes so manchen Rohbau unvollendet lassen. Wertige Stadtteile zu legen, erweist sich als eine gleichwohl Aufmerksamkeit und Übersicht fordernde Angelegenheit.

Ein Stadtviertel entsteht. Foto: Karsten Grosser

Wettlauf um Aufträge

Vor allem aber die variable Auslage der Auftragskarten überzeugt. Am Ende jeder der vier Runden muss jeder eine Kombination aus zwei Auftragskarten wählen, um die darauf geforderten Aufgaben zu erfüllen. Mal sind bestimmte Waren gefordert, mal bestimmte Gebäudetypen, mal etwas anderes. Jede Kombination im zu Beginn ausgelegten Kartenraster ist aber nur einmal pro Partie verfügbar. Die Verknappung an Aufgaben sowie der Wettlauf um die lukrativsten Aufträge in jeder einzelnen Runde erhöhen das Spannungsmoment, das sich erst am Ende mit der finalen Auswertung auflöst. Sehr schön – also von innen heraus betrachtet …

Mit Scheiben markieren die Spieler die Aufträge, die sie erfüllen wollen. Foto: Karsten Grosser

Spielogramm

Carpe Diem
  • Autor: Stefan Feld: 
  • Verlag: alea/Ravensburger
  • Spieler: 2 bis 4 Spieler
  • Alter: ab 10 Jahren
  • Dauer: 45 bis 75 Minuten
  • Würfelwert: 5 (stark)
Legende: 6 (genial) - 5 (stark) - 4 (gut) - 3 (ordentlich) - 2 (mäßig) - 1 (schwach) 


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