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Finanztipp Leibrente: Eigene Immobilie im Alter zu Geld machen

Von Robert Thiel

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Eine Leibrente ermöglicht finanzschwachen Senioren, bis ins hohe Alter im Eigenheim zu bleiben. Foto: imago/Westend61 

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Schondorf . Im Alter fürchten viele den Menschen den Verlust ihres Eigenheimes - etwa, weil das Eigenheim in Kapital für die Altersvorsorge umgewandelt werden muss. Eine Alternative dazu ist ein Hausvekauf nach dem Modell der Leibrente.

Die Rente aus Stein: Dabei verkauft ein Eigentümer einer selbst genutzten Immobilie seine Wohnung oder sein Haus. Der neue Eigentümer zahlt aber nicht wie üblich dafür den Kaufpreis, stattdessen wird dem Verkäufer ein lebenslanges Wohnrecht in den geliebten eigenen vier Wänden gewährt und eine lebenslange monatliche Leibrente gezahlt. Der frühere Eigentümer wird damit zum unkündbaren Bewohner, der wie ein Mieter auch für die laufenden Betriebskosten aufkommen muss. Der Kaufvertrag wird notariell beurkundet. Wohnrecht und Leibrente werden an erster Stelle im Grundbuch abgesichert.

Die potenziellen Nutznießer: Nicht wenige Senioren haben sich die eigenen vier Wände mühsam erspart. Sie sind nun schuldenfrei, haben aber zu wenig Geld zum Leben. „Bei solchen Senioren mit einem geringen Alterseinkommen kann die Immobilien-Leibrente eine Lösung für das finanzielle Problem sein“, sagt der Experte für Altersvorsorge, Werner Siepe aus Erkrath in Nordrhein-Westfalen. Das gilt erst recht, wenn keine Kinder als Erben vorhanden sind oder diese Form der Leibrente die einzige Möglichkeit ist, der Familie als Rentner nicht zur Last zu fallen. Siepe rät aber auf jeden Fall, vorher mit den Erben zu sprechen.

Die Anbieter: Als Marktführer gilt die Deutsche Leibrenten AG. Das Immobilienunternehmen hat 2017 nach eigenen Angaben 100 Immobilien für durchschnittlich mehr als 300 000 Euro angekauft. Möglich ist es aber auch, seine Immobilie an eine gemeinnützige Organisation zu verkaufen, die eine Leibrente zahlt. Das bietet zum Beispiel die Caritas (Hausstifterrente) oder die Stiftung Liebenau (Zustifterrente) an.

Berechnung und Höhe der Leibrente: Oft bewegen sich die Leibrenten zwischen mehr als 500 und 1000 Euro im Monat, teilweise auch im untersten vierstelligen Bereich. Wie hoch sie ausfallen, hängt vor allem vom Wert der angebotenen Immobilie ab. Diesen ermitteln in der Regel Gutachter, die häufig der Käufer bestellt. Verbraucherschützer raten, diese Bewertung auf jeden Fall zu prüfen oder gleich einen unabhängigen Gutachter zu beauftragen. Auch das Alter der Verkäufer spielt eine wichtige Rolle. Je älter die Senioren bei Vertragsabschluss sind, desto höher fällt die Leibrente aus. Gleichzeitig gilt aber: Je länger die Lebenserwartung, desto geringer die Leibrente. Wer also länger lebt, als dies statistisch erwartet wird, macht mit der Leibrente ein gutes Geschäft. Bei Kunden, die nach Vertragsabschluss schnell sterben, ist das Unternehmen der Gewinner.

 Die Leibrenten AG rechnet so: Ein Ehepaar im Alter von 75 Jahren hat eine Eigentumswohnung im Wert von 250 000 Euro im städtischen Umfeld. Das Paar bekommt von dem Unternehmen eine monatliche Rente von 650 Euro. Dabei wird das Wohnrecht mit monatlich 800 Euro berechnet. Das ist quasi die fiktive Miete, die zu zahlen wäre. Ohne diese läge die Leibrente bei 1450 Euro. Beispiel zwei: Eine alleinstehende Frau, 78 Jahre, verfügt über ein Eigenheim im Wert von 350 000 Euro. Davon lässt sich die Seniorin 35 000 Euro auf einen Schlag auszahlen, um zum Beispiel Restschulden zu begleichen oder genug Geld für einen längeren Luxusurlaub zu haben. Die monatliche Leibrente und das Wohnrecht belaufen sich auf jeweils 1120 Euro, das sind zusammen 2340 Euro. „Die Leibrente mag auf den ersten Blick vielleicht niedrig aussehen. Man muss aber berücksichtigen, dass das Unternehmen für die Instandhaltung der Immobilie aufkommt“, sagt Siepe. Darauf weist die Gesellschaft auch selbst hin: Es sei in ihrem Interesse, „die Im-mobilie im Wert zu erhalten“, heißt es bei dem Unternehmen. Die Instandhaltung zu übernehmen, sei für beide Partner, für Käufer und den Verkäufer von zentraler Bedeutung. „Sonst ist ein Verrentungsmodell wirtschaftlich unausgewogen“, sagt Vorstandsmitglied Thiele.

Risiken bei der Leibrente: Es kommt auf die Details im Vertrag an. Ehepaare sollten bedenken, was nach dem Tod eines Partners passiert oder bei einem Umzug ins Altenheim gilt. Experte Siepe rät auch, darauf zu achten, dass der Käufer der Immobilie die Kosten für die Instandhaltung übernimmt. Außerdem muss bei einer Pleite des Käufers sichergestellt sein, dass das Wohnrecht bestehen bleibt und ein Umzug ausgeschlossen ist. „Eine Insolvenz des Zahlers ist das Restrisiko bei jeder Leibrente“, sagt Siepe.  


Eine lange Fassung des Berichtes finden Sie hier.




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