Patienten müssen sich sputen Branchendienst: Vierfach-Grippeimpfstoffe so gut wie ausverkauft

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Der neue Vierfach- Grippeimpfstoff wird schon vor Beginn der Grippesaison knapp. Foto:Imago/BlickwinkelDer neue Vierfach- Grippeimpfstoff wird schon vor Beginn der Grippesaison knapp. Foto:Imago/Blickwinkel

Osnabrück. Noch bevor die Grippesaison wirklich begonnen hat, sind die Grippeimpfstoffe offenbar so gut wie ausverkauft. Das berichtet der Branchendienst Apotheke Adhoc. Einige Hersteller hätten bereits alle Dosen des Vierfach-Impfstoffes gegen Grippe abgegeben. Andere lieferten derzeit ihre letzten Bestände aus. Wer sich noch gegen Grippe impfen lassen wolle, müsse sich sputen, meint das Fachmagazin.

 Nach Angaben des Branchendienstes hat das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) für die Grippesaison 2018 rund 15,3 Millionen Impfdosen freigegeben. Da die Hersteller die Impfstoffproduktion bereits beendet hätten, werde auch keine Ware mehr nachkommen, heißt es. Apotheker seien deshalb jetzt bundesweit auf der Suche nach Restbeständen des Vierfachgrippeimpfstoffes. 

Große Nachfrage 

Die Nachfrage nach der Grippeimpfung ist in dieser Saison zudem größer als im Vorjahr. Eine von dem Hersteller Sanofi in Auftrag gegebene Studie zeigt, dass sich 63 Prozent mehr Menschen als im letzten Jahr impfen lassen wollen. Experten führen dies unter anderem darauf zurück, dass die Grippesaison 2017/18 sehr heftig war. Nach Einschätzung des Robert-Koch-Instituts (RKI) war sie sogar die stärkste seit 2001.

Zögerlich geordert

 Bei der Festlegung der Produktionsmenge für die aktuelle Grippesaison haben sich die Hersteller wie üblich an den Vorbestellungen durch Ärzte und Apotheker orientiert. Wegen des Verbots von Rabattverträgen, des Gezerres um den Apothekervertrag der AOK Nordost sowie der lange unklaren Preise hätten diese aber nur zögerlich geordert, schreibt Apotheke Adhoc. Auch das lange Warten bis zu der endgültigen Entscheidung, dass der Vierfach-Grippeimpfstoff in dieser Saison Leistung der gesetzlichen Krankenkassen sein soll, sei nicht hilfreich gewesen, heißt es weiter. Der Gemeinsame Bundesausschuss hat dafür erst im April dieses Jahres grünes Licht gegeben. Den Herstellern sei deshalb nur wenig Vorlauf für die Produktion geblieben, meint der Branchendienst.

 Bisher 26 Influenza-Fälle

Gesundheitsexperten und -politiker appellieren unterdessen an die Bürger, sich impfen zu lassen. Bisher wurden nach Angaben des RKI In der jetzt anlaufenden Grippesaison wurden dem Robert-Koch-Institut bisher 26 Influenza-Fälle gemeldet. 21 Menschen mussten im Krankenhaus behandelt werden.


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