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18 Futtermittel untersucht Forscher weisen Glyphosat in Hunde -und Katzenfutter nach

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Skepsis ist angebracht: Ein Beagle schnuppert vorsichtig an einer Portion Hundefutter.  Foto:Imago/Imagebroker

Beagle is before a Bowl with Dry food iblapg03780555 JPGSkepsis ist angebracht: Ein Beagle schnuppert vorsichtig an einer Portion Hundefutter. Foto:Imago/Imagebroker Beagle is before a Bowl with Dry food iblapg03780555 JPG

Osnabrück. Das umstrittene Pflanzenschutzmittel Glyphosat ist in aller Munde. Auch Katze und Hund kommen beim Fressen offenbar nicht mehr an dem Herbizid vorbei: Bei einer Untersuchung von 18 Sorten Hunde- und Katzenfutter haben Wissenschaftler in allen Proben Glyphosat nachgewiesen.

Wie das Wissenschaftsmagazin „Scienxx“ berichtet, lag der Glyphosat- Anteil allerdings größtenteils unterhalb der für Lebensmittel geltenden Grenzwerte. Die Forscher um Anthony Hay von der Cornell University in Ithaca vermuten, dass das Herbizid über pflanzliche Zutaten wie Getreide oder Ballaststoffe in das Tierfutter gelangt. Je mehr Ballaststoffe ein Tierfutter enthielt, desto höher sei auch sein Glyphosatgehalt gewesen.

 18 Proben untersucht

Die 18 Proben kauften die Wissenschaftler bei einem Großhändler und in einer Zoohandlung ein. In allen Proben wurde Glyphosat nachgewiesen. Die Konzentration des Stoffes variierte zwischen 80 Mikrogramm und zwei Milligramm pro Kilogramm. „Das Ausmaß der Glyphosatgehalte in dem Futter hat uns überrascht", zitiert „Scienxx“ Hay. Es sei schwer, ein Produkt zu finden, das gar kein Glyphosat enthalte

Der Wissenschaftler stellt aber auch klar, dass die Glyphosatbelastung eines Menschen, der diese Futtersorten jeden Tag essen würde, unter den momentan als sicher geltenden Grenzwerten liegen würde. In der EU, wo es je nach Lebensmittel verschiedene Limits gibt, stelle sich das etwas anders dar: Wäre das Hunde- und Katzenfutter zum Beispiel Reis, für den ein Grenzwert von 0,1 mg/kg gelte, dürften zumindest die am stärksten kontaminierten Sorten der Futtermittel nicht vom Menschen verzehrt werden. 

Gewicht spielt eine Rolle

Auch das Gewicht spiele aber eine Rolle: Da Hunde und Katzen deutlich weniger wiegen als ein Mensch, sei auch ihre Belastung höher, betonen die Forscher. Welche Folgen niedrige, aber anhaltende Belastungen mit dem Herbizid für Hund und Katze haben, wurde nach Angaben der Forscher bislang kaum untersucht.

Glyphosat ist seit den siebziger Jahren der weltweit am häufigsten eingesetzte Unkrautvernichter. Doch seit Jahren mehren sich Hinweise, dass die Substanz Mensch und Tier schaden könnte. So veröffentlichte die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) 2015 einen Bericht, dem zufolge das Pflanzengift für den Menschen "wahrscheinlich krebserregend" ist. Andere Institute, darunter das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa), stufen Glyphosat allerdings als nicht akut gesundheitsgefährdend ein


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