Ab 1. November 2018 Aus Hans Peter wird Peter Hans: Neusortierung von Vornamen möglich

Ab dem 1.November 2018 können Bürger mit mehreren Vornamen beim Standesamt die Reihenfolge neu sortieren. Foto:Imago/Chromorange

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Osnabrück. Ab dem 1.November können die Bürger, die mehrere Vornamen haben, frei wählen, welcher der Rufname sein soll. Die Reihenfolge der Vornamen kann durch eine Erklärung auf dem dem Standesamt geändert werden. Bisher waren solche Änderungen nur aus wichtigem Grund im Wege einer öffentlich-rechtlichen Namensänderung möglich.

Voraussetzung für diese Neusortierung der Vornamen einer Person  ist, dass die Vornamen nach deutschem Recht gewählt wurden. Ein Beispiel: Eltern haben in die Geburtsurkunde ihres Sohnes  die drei Vornamen in der Reihenfolge „Kevin Hans Peter“ eintragen lassen. Ab dem 1.November kann der Sohn die bisherige Reihenfolge dieser Vornamen  ändern –  zum Beispiel auf „Peter Kevin Hans". Wenn der Sohn volljährig ist, kann er das selbst veranlassen. Andernfalls müssen seine gesetzlichen Vertreter zustimmen. Zuständig  für die Entgegennahme der Erklärung ist das Standesamt, das das Geburtenregister für die Person führt, deren Vornamen neu sortiert werden sollen. Für die Änderung werden Gebühren fällig. Es ist außerdem ratsam, beim Standesamt nachzufragen, welche Dokumente mitgebracht werden müssen. 

Eine Ausnahme

Vornamen, die mit Bindestrich miteinander verbunden sind, müssen allerdings auch nach der Gesetzesänderung in der von den Eltern bestimmten Reihenfolge bleiben. Der Grund:  Sie gelten rechtlich als ein Vorname und nicht als zwei. Es wird auch weiterhin nicht erlaubt sein, die Schreibweise der Vorname zu ändern. Eine Änderung von „Hans Christoph“ auf „Hans Christof“ ist also nicht möglich.  Auch dürfen  Vornamen nicht hinzugefügt  oder weggelassen werden. Die Veränderungen sind im Paragraphen 45a  des Personenstandsgesetzes „Erklärung zur Reihenfolge der Vornamen“ aufgeführt. 

 Hintergrund

Hintergrund der Gesetzesänderung: Personalausweis und Reisepass geben grundsätzlich alle Vornamen des Dokumenteninhabers vollständig und ungekürzt in der Reihenfolge wieder wie sie sich aus seiner Geburtsurkunde ergeben.  Besonders seit der Einführung des maschinenlesbaren Personalausweises gibt es aber  teils erhebliche Probleme, wenn der Rufname nicht der erste von mehreren eingetragenen Vornamen ist. So verwenden zum Beispiel Fluggesellschaften  den ersten Vornamen, auch wenn der gar nicht der im Alltag gebräuchliche Vorname also Rufname  ist. Ab dem 1. November  haben Betroffene nun endlich  die Möglichkeit,  dafür zu sorgen, dass auch Banken, Versicherungen, Fluggesellschaften und Behörden den im täglichen Leben gebräuchlichen Vornamen verwenden. Experten haben allerdings Zweifel, ob das wirklich funktioniert. 



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