Krankenversicherungen So klappt es mit dem Rezept

Von Von Annette Jäger und Von Fritz Himmel

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Mitunter ist die Übernahme von Kosten für Medikamente und ähnliche Leistungen schwierig.Mitunter ist die Übernahme von Kosten für Medikamente und ähnliche Leistungen schwierig.

Schondorf. Krankengymnastik, Brillen oder Inkontinenzhilfen können das Leben erleichtern. Oft gibt es aber Ärger: Ärzte knausern mit Rezepten, Versicherer verweigern Genehmigungen.

Heilmittel: 

Zu Heilmitteln zählen Besuche beim Physiotherapeuten, Ergotherapeuten oder Logopäden. Der Arzt kann ein Rezept verordnen, je nach Diagnose auch noch weitere. Allzu oft erleben Patienten in der Arztpraxis, dass der Arzt eine Verordnung für Krankengymnastik nur zögerlich oder gar nicht ausstellen möchte. Patienten sollten wissen, dass sie einen Anspruch auf diese Leistung haben, wenn sie medizinisch angezeigt ist.

Hilfsmittel: 

Zu Hilfsmitteln zählen Rollstühle, Prothesen, Seh- und Hörhilfen, auch orthopädische Schuhe oder Geh- und Inkontinenzhilfen. Diese muss der Arzt verordnen und die Kasse genehmigen. „Zuerst sollten Patienten mit dem Arzt beraten, welches Hilfsmittel gut geeignet und zu handhaben ist“, rät Claudia Spiegel, Juristin beim Sozialverband VdK Bayern. Lehnt die Kasse das Hilfsmittel ab, hat der Patient einen Monat Zeit, schriftlich Widerspruch einzulegen.

Sanitätshaus: 

Oft stellt der Patient im Sanitätshaus fest, dass das verordnete Produkt von schlechter Qualität ist. Bevor Patienten selbst den Aufpreis für ein besseres Produkt bezahlen, sollten sie sich bei ihrer Kasse beschweren. Seit 2017 sind die Kassen gesetzlich verpflichtet, für gute Qualität zu sorgen. Dazu gehört auch, dass das Sanitätshaus gut zu erreichen ist.

Brille:

 Brillen zählen mit zu den gefragtesten Hilfsmitteln. Seit 2017 gibt es wieder mehr Geld. Patienten mit sechs Dioptrin – oder vier Dioptrin bei Hornhautverkrümmung – erhalten einen Zuschuss zu Brillengläsern, maximal sind es 112 Euro pro Brillenglas.

Zuzahlungen: 

Für Heilmittel müssen Kassenpatienten zehn Prozent der Kosten, plus zehn Euro pro Verordnung an Zuzahlung leisten. Bei den meisten Hilfsmitteln sind es zehn Prozent vom Abgabepreis, mindestens fünf, maximal zehn Euro. Mehr als zwei Prozent vom Jahresbruttoeinkommen müssen Kassenpatienten aber nicht im Jahr an Zuzahlungen leisten, chronisch Kranke nur maximal ein Prozent.

Tipp:

 Patienten können Zuzahlungen auch als sogenannte außergewöhnliche Belastung steuerlich geltend machen. Allerdings gilt auch hier ein Eigenanteil, den der Steuerzahler erst mal tragen muss, bevor die Steuervergünstigung greift.

Privatpatienten:

 Privatpatienten erhalten umfangreichere Verordnungen, die die Versicherer oft zu 100 Prozent erstatten. Doch gerade bei günstigen Tarifen liegt die Kostenerstattung auch mal nur bei 80 Prozent. „Patienten sollten vor einer Behandlung eine schriftliche Kostenzusage vom Versicherer einholen, rät Elke Weidenbach, Versicherungsexpertin bei der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. In neueren Tarifen gilt meist ein offenes Hilfsmittelverzeichnis.

Der nächste Ratgeber: Beruflicher Wiedereinstieg für Mütter


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