Neues vom Mogel-Verlag aus Rhede-Brual Echt! Der emsländische Kunstfälscher Belratti ist ein Spiele-Hit

Kunstfälscher Belratti versucht, den Spieler seine Fälschungen unterzujubeln. Das neue Spiel vom emsländischen Mogel-Verlag ist ein erster Hit im neuen Spielejahrgang. Foto: Karsten GrosserKunstfälscher Belratti versucht, den Spieler seine Fälschungen unterzujubeln. Das neue Spiel vom emsländischen Mogel-Verlag ist ein erster Hit im neuen Spielejahrgang. Foto: Karsten Grosser

Osnabrück. Museumsleiter Katz bittet Maler Eule darum, Werke zu bestimmten Themen einzureichen. Aber Achtung! Ein Kunstfälscher will seine Bilder einschleusen. Dieses zu verhindern ist die kooperative Aufgabe beim gelungenen Assoziationsspiel Belratti vom emsländischen Mogel-Verlag.

Die nächste Kunstausstellung soll Gemälde zu den Themen Lagerfeuer und Schwimmbrille zeigen. Das geben uns zumindest zwei zufällig gezogene Bildkarten vor. Die Gruppe, die in dieser Runde den Museumsleiter Katz vertritt, legt nun fest, wie viele Werke die Gruppe von Maler Eule einreichen soll. Steht die Zahl (wir nehmen in diesem Beispiel zwei, bis zu sieben wären möglich), sind die Künstler dran. Wer hat unter seinen Handkarten Motive, die zu den Themen passen könnten?

Belratti will mit seinen Kunstfälschungen Museumsleiter Katz reinlegen, der Bilder von Maler Eule ausstellen möchte. Foto: Karsten Grosser

In dieser Phase darf niemand über Motive sprechen, sondern allenfalls maulen, dass nichts passt. Oder über perfekte Karten jubeln. In Summe müssen die Malerspieler die geforderte Zahl an Karten verdeckt auslegen. Hinzu kommen vier Gemälde vom Nachziehstapel – als Fälschungen Belrattis. All diese Karten werden zusammen gemischt und aufgedeckt.

Der Kunstfälscher Beltracchi

Belratti? Der Name des neuen Spiels vom Mogel-Verlag erinnert stark an den deutschen Kunstfälscher Wolfgang Beltracchi, der im Jahr 2011 wegen gewerbsmäßigen Bandenbetrugs zu einer Haftstrafe von sechs Jahren verurteilt wurde. Der in Höxter geborene Beltracchi hatte mit im Stil berühmter Künstler gemalter Bilder Millionen ergaunert. Ihm war es gelungen, selbst anerkannte Experten vermuten zu lassen, seine Nachahmungen seien authentisch. Überführt wurde er im Jahr 2010, als mittels chemischer Analyse nachgewiesen wurde, eine Farbe verwendet zu haben, die zur angegebenen Entstehungszeit des Bildes noch gar nicht existiert hatte. In einem Interview im Jahr 2015 gab der „Jahrhundertfälscher“ an, von seinen rund 300 Fälschungen seien wohl noch 200 bis 230 unentdeckt im Umlauf. Im Januar 2015 wurde Beltracchi vorzeitig aus der Haft entlassen. kas

Diskutieren und fabulieren

Jetzt ist wieder die Museumsgruppe dran. Kann sie die echten Gemälde identifizieren und den Themenkarten richtig zuordnen? Diese Phase ist die lebendigste, weil offen diskutiert und debattiert, fabuliert und fantasiert wird. Welche Assoziationen könnten die nun zum Schweigen verdammten Maler gehabt haben?

Belratti, du Hund!

Eine Bratwurst? Sicher, die kommt zum Feuer. Aber was könnte zur Schwimmbrille passen? Der Eimer? Ein Netz? Die Angel? Es sollten ja nur zwei passen. Belratti, du Hund! Wir entscheiden uns für die Angel. Jetzt wird aufgelöst. Was? Die Bratwurst ist vom Fälscher! Reingefallen. Zumindest stimmte die Angel. Der Wassereimer hätte noch zum Feuer gehört. Kann man zum Löschen nutzen, argumentiert ein Maler. Hätten wir bloß nicht alle Hilfskarten schon in vorherigen Runden genutzt, dann hätten wir vielleicht einen entscheidenden Tipp einholen können. So aber wandert die uns untergejubelte Fälschung auf den Belratti-Stapel.

Maler Eule und Museumsleiter Katz, die von Spielergruppen vertreten werden, dürfen Hilfskarten verwenden, um sich die Aufgabe zu erleichtern. Foto: Karsten Grosser

Start frei für die nächste Runde mit neuen Gruppenzusammensetzungen und neuen Oberthemen. Kommt am Ende eines Durchgangs die sechste Karte auf den Belratti-Haufen, zählen wir alle richtig zugeordneten Karten. Mindestens 15 brauchen wir, um gemeinsam zu gewinnen. Alles unter 10 ist „Brotlose Kunst“. Ab 30 können wir unsere Leistung als „Ein Bild für die Götter“ rühmen. Ein Ziel, das nicht leicht zu erreichen ist. Doch die Versuche machen Spaß.

Ein erstes Highlight des neuen Spielejahrgangs

Belratti passt wunderbar in kommunikative Runden, die Assoziationsspiele wie Codenames oder Dixit mögen. Autor Michael Loth und der Mogel-Verlag aus Rhede-Brual haben mit diesem Spiel ein Highlight in dem noch jungen Spielejahrgang gesetzt. Echt jetzt!

Belratti

  • Autor: Michael Loth
  • Verlag: Mogel-Verlag
  • Spieler: 3 bis 7 Spieler
  • Alter: ab 9 Jahren
  • Dauer: 20 bis 45 Minuten
  • Preis: 10 Euro
  • Würfelnote: 5 (stark)



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