Effekte wissenschaftlich belegt Natürliche Mittel für die Genesung der Seele

Von Von Jörg Zittlau

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Lavendel sorgt nicht nur für harmonische Landschaftsbilder. Er beruhigt auch die Seele, wie wissenschaftliche Studien zeigen. Foto: colourboxLavendel sorgt nicht nur für harmonische Landschaftsbilder. Er beruhigt auch die Seele, wie wissenschaftliche Studien zeigen. Foto: colourbox

Osnabrück. Die Zahl psychischer Erkrankungen wächst in Deutschland seit Jahren. Um sie zu therapieren, greifen Ärzte oft auf Medikamente mit teils erheblichen Nebenwirkungen zurück. Dabei gibt es in der Natur schonende Alternativen.

Ängste, Schlaflosigkeit, Depressionen: Deutschland hat immer mehr mit psychischen Problemen zu kämpfen. In den letzten zehn Jahren stieg laut einer AOK-Erhebung die Zahl der Krankschreibungen aufgrund psychischer Erkrankungen um knapp 50 Prozent. In der Therapie kommen neben psychotherapeutischen Maßnahmen vor allem Medikamente mit vielen Nebenwirkungen zum Einsatz. Dabei zeigt ein Blick in die Pflanzenheilkunde, dass auch dort wissenschaftlich belegte Potenziale für die Therapie zu bergen sind. Hier die Top Seven der psychoaktiven Heilpflanzen:

Baldrian: Baldrian eilt der Ruf eines bloßen Schlafmittels voraus. Tatsächlich funktioniert es als Einschlafmittel ebenso wie als Wake-up für den Morgen, vor längeren Prüfungen eingenommen, verhilft es zu einer ausgewogenen Entspannungs- und Konzentrationslage. Der Grund: Die Valepotriate der Pflanze wirken auf den Hirnbotenstoff GABA (Gamma-Aminobuttersäure). Neuere Studien belegen allerdings auch, dass die Schlaf unterstützenden Effekte erst nach längerem Gebrauch von etwa zwei bis vier Wochen eintreten. In dieser Verzögerungstaktik liegt jedoch ein großer Vorteil, denn gerade die Akuteffekte von herkömmlichen Schlafmitteln sind es, die zur Abhängigkeit führen können.

Die Anwendung kann als Vollbad erfolgen oder als Tee: Ein Esslöffel der getrockneten, zerkleinerten Wurzeln mit einer Tasse kochendem Wasser übergießen und zehn Minuten zugedeckt ziehen lassen.

Helmkraut: Das aus Nordamerika stammende Helmkraut enthält Scutellarin, für das beruhigende und krampflösende Effekte gefunden wurden. In einer Studie der englischen University of Westminster zeigte sich Helmkraut als wirkungsvoller Angstlöser, wobei die Autoren besonders würdigten, dass es zu keiner Apathie, keiner Interesselosigkeit und keinen Konzentrationsschwächen kam, wie sie oft bei angstlösenden Medikamenten zu beobachten ist.

Die Anwendung erfolgt als Tee: Einen Teelöffel des Krauts mit einer Tasse kochendem Wasser überbrühen, ziehen lassen.

Johanniskraut: Als Angst- und Depressionshemmer ist Johanniskraut durch zahlreiche Studien belegt. Es steigert die Konzentration von drei Hirnbotenstoffen, nämlich von Gamma-Aminobuttersäure (GABA), Dopamin und L-Glutamat, was in dieser Form kein anderes Antidepressivum vermag.

Laut einer Studie der Universität Kiel hilft es außerdem bei Spannungskopfschmerzen. Zur Anwendung eignen sich sowohl die zahlreichen Präparate als auch der Press-Saft und das Öl (wegen seiner Farbe oft als „Rotöl“ bezeichnet). Der Teeaufguss scheint hingegen weniger ergiebig zu sein, insofern in ihm der mutmaßliche Hauptwirkstoff Hyperforin kaum noch nachweisbar ist.

Kava-Kava: Die angstlösenden Eigenschaften von Kava-Kava sind mittlerweile klinisch solide belegt. Demzufolge besitzt die Pflanze ähnliche Wirkungen wie die als Angsthemmer hinlänglich bekannten Benzodiazepine, ohne deren Nebenwirkungen. In Einzelfallstudien wird Kava-Kava sogar als Mittel gegen Sozialphobie beschrieben, die sonst als typischer Fall für einen Psychotherapeuten gesehen wird.

Die Anwendung: 15 Gramm der entrindeten, zerkleinerten Wurzeln werden gekaut, bis sich eine zähe Masse bildet. Die spuckt man dann in ein Glas mit Wasser. Mindestens 20 Minuten ziehen lassen, dann abseihen und trinken. Einfacher in der Handhabung sind natürlich die Extrakte, sie sind allerdings rezeptpflichtig.

Lavendel: Studien einer Forschungsgruppe der Universitäten Wien, Innsbruck und München belegen beruhigende Effekte des ätherischen Lavendelöls sowie seinen Hauptinhaltsstoffen Linalylacetat und Linalool. Demzufolge reicht es bereits aus, die ausströmenden Düfte des Öls nur einzuatmen oder das Öl in einer dünnen Schicht auf der Haut zu verreiben, um sich entspannt und ruhig zu fühlen. Interessant am Lavendeleffekt ist, dass die Entspannung relativ schnell einsetzt – und dass sie zu einer Verbesserung der Aufmerksamkeit, also nicht zur Schläfrigkeit führt.

Die Anwendung kann in Form äußerlich aufgetragener Lavendelöle erfolgen, da die Hauptwirkstoffe sehr gut über Haut und Atmung aufgenommen werden. So kann man sich etwa einige Tropfen davon oberhalb der Schläfen einmassieren.

Passionsblume: In einer Studie der Universität Duisburg-Essen zeigte sich die Passionsblume als wirksame Hilfe bei ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung). Verantwortlich dafür sind ihre Flavonoide Apigenin und Luteolin. Für den Teeaufguss nimmt man zehn Gramm des getrockneten Krauts, die mit 250 ml Wasser zusammen ohne Topfdeckel gekocht werden, bis der Wasserspiegel deutlich abgesunken ist. Das Ganze abseihen und abkühlen lassen.

Rosmarin: Rosmarin wurde schon im Altertum zur Verbesserung des Gedächtnisses eingesetzt. Die Terpene der Pflanze zeigten im Labor, dass sie einen Schutz für die Hirnnervenzellen aufbauen; Ratten zeigten bei Einnahme von Rosmarin-Extrakt deutlich besser Ergebnisse in Lern- und Gedächtnistests.

Füllen Sie 50 g getrockneten Rosmarin in ein Leinensäckchen oder eine dementsprechend große Teesiebkugel, die dann in die Badewanne gelegt werden. Schließlich das heiße Badewasser einlaufen lassen und für eine Dauer von etwa 15 Minuten darin baden.


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