BDIH, Natrue, Demeter und Ecocert Das sind die wichtigsten Siegel für Naturkosmetik

Meine Nachrichten

Um das Thema Gut zu wissen Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Naturkosmetik, die hohen Standards entspricht, trägt häufig ein Siegel. Foto: imago/PhotocaseNaturkosmetik, die hohen Standards entspricht, trägt häufig ein Siegel. Foto: imago/Photocase

Osnabrück. Wer sicher sein will, dass nur unbedenkliche Stoffe in Naturkosmetikprodukten stecken, der sollte zuerst prüfen, ob das Produkt durch ein Siegel zertifiziert wurde. Hier finden Sie einen Überblick über die wichtigsten Siegel für Naturkosmetik.

Eine grüne Verpackung allein suggeriert, dass das Produkt mit biologischen Standards erzeugt wurde. Weitere Angaben wie „Mit 100 Prozent Bio-Olivenöl“ schüren den Eindruck, ein Bio-Produkt in den Händen zu halten. Doch wer wissen will, was wirklich drin steckt in dem neuen Duschgel, muss die Inhaltsstoffe genau prüfen. Unterscheiden muss man auch zwischen den Begriffen Naturkosmetik, Bio-Kosmetik und naturnaher Kosmetik. 

In naturnaher Kosmetik fallen in der Regel nur einige synthetische Rohstoffe weg und es kommen vermehrt natürliche Stoffe zum Einsatz, aber eben nicht nur. Zertifizierte Naturkosmetik wird nach strengeren Standards produziert, es kommen nur Inhaltsstoffe mit natürlichem Ursprung zum Einsatz. Biokosmetik geht noch einen Schritt weiter: Die dort enthaltenen Rohstoffe stammen zu mindestens 95 Prozent aus kontrolliert biologischem Anbau. (Weiterlesen: Naturkosmetik: Das müssen Sie wissen und beachten)

Zertifizierte Natur- oder Biokosmetikprodukte tragen Siegel, ähnlich wie bei Biolebensmitteln oder anderen Bioprodukten. Damit sieht man auf den ersten Blick, dass diese Produkte nach strengen Kriterien geprüft wurden. Allerdings: Einen EU-Standard für Naturkosmetik gibt es bislang nicht, die Siegel haben eigene Standards festgelegt, nach denen sie die Produkte in den Bereich Naturkosmetik eingliedern. Dabei gibt es Schwankungen, was zum Beispiel der Prozentsatz an biologischen Inhaltsstoffen angeht.

BDIH

Das Prüfzeichen BDiH vom Bundesverband der Industrie- und Handelsunternehmen für Arzneimittel, Reformwaren, Nahrungsergänzungsmittel und kosmetische Mittel wurde 2001 in Zusammenarbeit mit Herstellern von Naturkosmetik entwickelt. Die non-profit-Vereinigung lässt laut eigener Aussage unabhängige Institute, was in den angemeldeten Naturkosmetikprodukten enthalten ist. Der BDIH-Standard schreibt vor, dass pflanzliche Rohstoffe überwiegend aus ökologischem Anbau stammen müssen.

Tierversuche sind bei der Herstellung, der Entwicklung und der Prüfung der Endprodukte verboten, genau wie Rohstoffe, die aus toten Tieren gewonnen werden. Erlaubt hingegen sind tierische Produkte wie Milch und Honig. Ebenfalls verboten sind organisch-synthetische Farb- und Duftstoffe, Silikone, Paraffine und andere Erdölprodukte.

Das BDIH-Siegel. Foto: dpa

Natrue 

Wie das BDIH-Siegel ist auch das Natrue-Siegel weit verbreitet, es ist international gültig. Natrue zertifiziert seit 2008 Naturkosmetikprodukte, mittlerweile sind es über 6.000 Produkte, die dieses Siegel tragen. Hinter der Interessensgemeinschaft Natrue stecken die führenden deutschen Naturkosmetikunternehmen (Laverana/Lavera, Logocos, Primavera, Santaverde, Wala/Dr. Hauscka und Weleda.

Wer von Natrue zertifiziert werden will,darf keine künstlichen Inhaltsstoffe verwenden und keine Tierversuche durchführen. Erdöl darf als Rohstoff ebenfalls nicht verwendet werden. Erlaubt sind nur naturnahe, naturidentische und natürliche Stoffe. Unternehmen dürfen allerdings nicht nur einzelne Produkte zertifizieren lassen, sondern mindestens 75 Prozent ihres Sortiments. Dadurch will Natrue Greenwashing verhindern. Natrue legt ebenfalls viel Wert darauf, dass Verpackungen wiederverwertbar und aus nachwachsenden Rohstoffen sind.

Das Natrue-Siegel hat drei Abstufungen in Form von Sternen. Produkte mit einem Stern erfüllen alle Grundanforderungen, Produkte mit zwei Sternen bestehen zu 70 Prozent aus Naturstoffen aus kontrolliert biologischer Erzeugung und Produkte mit drei Sternen ist zu 95 Prozent Biokosmetik. (Weiterlesen: So gelingt der Umstieg auf Naturkosmetik)

Das Siegel von Natrue. Foto: Natrue

Demeter 

1954 wurde der biologische Anbauverband Demeter gegründet, es wurden früh strenge Richtlinien entwickelt. Kosmetikprodukte mit dem Siegel Demeter beinhalten mindestens 90 Prozent Rohstoffe in Demeter-Qualität. Außerdem muss auf Gentechnik, Nanopartikel und Mineralöle verzichtet werden. Die Kosmetikfirma Tautropfen war 1989 das erste Unternehmen, das Produkte in Demeter-Qualität herstellte.

Das Siegel von Demeter. Foto: dpa

Veganblume 

Das Siegel der Vegan Society England garantiert, dass die Produkte tierversuchsfrei sind und ohne tierische Rohstoffe. Die Vegan Society England ist die älteste vegane Gesellschaft: Donald Watson gründete die Gesellschaft 1944. Auf ihn geht auch der Begriff vegan zurück, der in Deutschland allerdings nicht lebensmittelrechtlich definiert und damit nicht geschützt ist.

Das Siegel der Vegan Society England. Foto: dpa

Ecocert 

Die Ecocert Group wurde 1991 in Frankreich gegründet und ist Europas größter Kontroll- und Zertifizierungsverband im Bereich Umwelt. In erster Linie zertifiziert Ecocert Lebensmittel, prüft aber dazu unter anderem Kosmetik und Textilien. Auf zwei Öko-Siegel von Ecocert können sich Verbraucher verlassen: Ökologische und biologische Produkte beinhalten mindestens 95 Prozent Rohstoffe natürlichen Ursprungs und 95 Prozent der Pflanzenstoffe stammen aus biologischem Anbau. Produkte mit ökologischem Garantiezeichen beinhalten 95 Prozent natürliche Inhaltsstoffe, davon sind 50 Prozent aus biologischem Anbau.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN