Tipps für schönes Grün Was jetzt bei vertrocknetem Rasen hilft

Meine Nachrichten

Um das Thema Gut zu wissen Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Was tun bei geschädigten Rasenflächen, auf denen nach großer Trockenheit vor allem Unkraut sprießt? Die Deutsche Rasengesellschaft gibt Tipps für die Regeneration der Grünflächen. Foto: Julia KuhlmannWas tun bei geschädigten Rasenflächen, auf denen nach großer Trockenheit vor allem Unkraut sprießt? Die Deutsche Rasengesellschaft gibt Tipps für die Regeneration der Grünflächen. Foto: Julia Kuhlmann

Osnabrück. Rasenflächen haben in den vergangenen Monaten extrem unter der Trockenheit gelitten. Dr. Harald Nonn, Vorsitzender der Deutschen Rasengesellschaft, verrät noz.de, wie der Rasen ohne Umgraben erneuert werden kann.

Oft reicht das Regenerationspotenzial der verbliebenen Rasengräser nach derart großer Trockenheit wie in diesem Sommer nicht aus, wieder einen ansehnlichen Rasen zu bilden, sagt Dr. Harald Nonn, Vorsitzender der Deutschen Rasengesellschaft in Bonn.

Was viele Gartenbesitzer aber nicht wüssten: Die Erneuerung des Rasens sei ohne jegliches Umgraben möglich. Vielmehr fürchteten sie sich vor dem hohen Aufwand des Umgrabens und Fräsens.

Die Deutsche Rasengesellschaft empfiehlt die Erneuerung stark geschädigter Rasenflächen noch im September. Die Schritte sind: 1. Tief mähen: den alten Rasen so tief wie möglich heruntermähen. Das Mähgut wird restlos entfernt.

2. Vertikutieren: Der kurze Rasen wird nun gründlich vertikutiert. Je gründlicher das geschehe, umso besser, denn nur so bekomme der neue Rasensamen überall Bodenkontakt und habe gute Keimbedingungen.

Falls die Fläche sehr stark verunkrautet sei, empfehle sich der vorherige Einsatz eines flüssigen Totalherbizids (Unkrautvernichter). Wichtig: Bei der Auswahl des Mittels seien die behördlichen Auflagen und Anwendungshinweise sehr genau zu beachten. Danach müsse schnell gesät werden.

3. Starter-Dünger und Saatgut streuen: Nun müssen der phosphorbetonte Starter-Dünger und das spezielle Rasensaatgut nacheinander gleichmäßig auf der vorbereiteten Fläche verteilt werden, am besten mit einem Streuwagen.

4. Abdecken: Für einen guten Bodenschluss des Saatgutes wird nun Torf oder ein anderes ungedüngtes Substrat gleichmäßig maximal einen halben Zentimeter dick auf die eingesäte Fläche mit dem Rechen verteilt. So wird das Saatgut geschützt. Außerdem zeigt Torf, wenn er hell wird, an, dass die neue Rasenfläche wieder beregnet werden muss.

5. Beregnen: Verschiedene Rasengräser in einer Mischung keimen unterschiedlich schnell. Während deutsches Weidelgras innerhalb von gut einer Woche keimt, benötigt Rotschwingel fast zwei Wochen und Wiesen- und Lägerrispe gut drei Wochen. In dieser Zeit können die Keimlinge ihren hohen Wasserbedarf noch nicht durch ein perfektes Wurzelsystem decken, dieses muss sich erst noch ausbilden.

Daher ist in diesen ersten drei bis vier Wochen nach der Aussaat eine geregelte Wasserversorgung entscheidend für den Erfolg. Die obere Bodenschicht muss stets genügend Feuchtigkeit enthalten, damit die empfindlichen feinen Rasenkeimlinge nicht austrocknen.

Daher sollte bei trockener Witterung vier- bis fünfmal täglich für circa zehn Minuten beregnet werden. Bereits nach vier bis sieben Tagen sieht man das erste Ergebnis in Form von zarten, grünen Hälmchen. Trotzdem muss kontinuierlich weiterbewässert werden.

Etwa sechs Wochen nach der Rasenerneuerung sollte die Fläche mit einem speziellen Rasenlangzeitdünger gedüngt werden, rät Rasenexperte Nonn. Diese Nährstoffzufuhr sei sehr wichtig für die jungen Rasengräser, damit sie sich weiter bestockten, Blattmasse bildeten und den Rasen dicht machten.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN