Google-Tracking auch offline? Google soll von Mastercard-Transaktionsdaten gekauft haben

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Google soll Transaktionsdaten des Kreditkartenanbieters Mastercard gekauft haben. Mit ihrer Hilfe können Korrelationen zwischen Offline-Käufen und Online-Werbung festgestellt werden. Foto: imago/Dean PicturesGoogle soll Transaktionsdaten des Kreditkartenanbieters Mastercard gekauft haben. Mit ihrer Hilfe können Korrelationen zwischen Offline-Käufen und Online-Werbung festgestellt werden. Foto: imago/Dean Pictures

Osnabrück. Bisher verdiente Google vor allem mit im Netz gesammelten Nutzerdaten Milliarden. Jetzt macht sich die Suchmaschine offenbar auf, seine Nutzer auch außerhalb des Webs beim Shoppen im stationären Handel zu verfolgen.

Zu diesem Zweck soll Google nach einem Bericht des Nachrichtendienstes Bloomberg Transaktionsdaten des Kreditkartenanbieters Mastercard gekauft haben. Mit ihrer Hilfe könnten nun Korrelationen zwischen Offline-Käufen und Online-Werbung festgestellt werden, die Google dann seinen Werbekunden übermittle.

Tracking beim Stadtbummel

An einem Beispiel wird deutlich, wie das funktioniert: Eine Nutzerin klickt im Internet bei der Suche nach einem bestimmten Parfüm eine entsprechende Werbung an. Sie kauft aber nichts. Später erwirbt sie bei einem Stadtbummel in einem Geschäft dieses Parfüm und zahlt mit ihrer Mastercard. Google meldet dieses Zusammentreffen seinem Werbekunden. Voraussetzung ist allerdings, dass der Kauf innerhalb von 30 Tagen nach dem Klick auf die entsprechende Google-Werbung stattgefunden hat. Werbekunden seien zunehmend daran interessiert, nicht nur die Verbindung von Online-Werbung zu Klicks auf Webseiten und Online-Shopping zu erkunden, sondern auch zum Offline-Kaufverhalten, kommentiert das Heise online.

Werbung bei Google

Tatsächlich kann die Suchmaschine seinen Werbekunden so Informationen darüber bieten, ob sich seine Werbung bei Google auch jenseits des Webs positiv auf die Umsätze ausgewirkt hat. Und umso erfolgreicher die bei Google angezeigte Werbung ist, umso mehr Geld verdient auch die Suchmaschine daran.

Bloomberg zufolge wurde die Vereinbarung zwischen dem Internetriesen und Mastercard geheim getroffen. Google soll dem Kreditkartenanbieter Mastercard für die Daten mehrere Millionen Dollar gezahlt haben. Es sei aber auch über eine mögliche Beteiligung von Mastercard an den auf diese Weise generierten Umsätzen verhandelt worden.

Nach Angaben von Bloomberg gilt das Abkommen nur für die USA. Die Nutzer dort seien darüber nicht informiert worden. In den Vereinigten Staaten sind die Regeln im Umgang mit Kreditkartendaten wesentlich lockerer als in Europa.

„Store Sales Measurement“-Services“

Die beteiligten Unternehmen wollten das Abkommen nicht bestätigen. Google verweist aber auf einen Blogeintrag aus dem Mai von 2017, wo der Betatest eines „Store Sales Measurement“-Services angekündigt wird, das eine solche Verknüpfung von Online-Werbung und Offline-Käufen ermöglicht. Der Strategie des Datenkaufs von Mastercard und der kanalübergreifenden Analyse von Nutzern soll Google dabei helfen, sich gegen wichtige Konkurrenten wie etwa Amazon zu stärken.

Update Mastercard

Mastercard betonte in einer Stellungnahme: „So wie das Netzwerk von Mastercard funktioniert, kennen wir keine einzelnen Artikel, die ein Verbraucher in einem physischen oder digitalen Warenkorb kauft. Es werden keine individuellen Transaktions- oder Personendaten zur Verfügung gestellt. Das entspricht der Erwartung an die Privatsphäre von Verbrauchern und Händlern auf der ganzen Welt. Bei der Bearbeitung einer Transaktion sieht Mastercard lediglich den Namen des Händlers und den Gesamtbetrag des Kaufs des Verbrauchers, nicht aber bestimmte Artikel.“

Um Werbekampagnen von Händlern und Dienstleistern zu verbessern, gebe es die Möglichkeit, über den Media Measurement-Service die Effektivität von Werbekampagnen zu messen. „Händler geben uns Informationen über ihre Werbekampagne, wie z.B. Start- und Enddatum, und Mastercard liefert ihnen eine Einschätzung zur Ausgabenentwicklung innerhalb dieser Zeit,“ heißt es in dem Statement weiter. „Mit diesem Service stellen wir Händlern und ihren Dienstleistern nur Trends zur Verfügung, die auf aggregierten und anonymisierten Daten basieren, wie z.B. der durchschnittlichen Ticketgröße und dem Verkaufsvolumen des Händlers. Wir bieten keine Einblicke, die die Werbewirkung einzelner Konsumenten verfolgen, aufbereiten oder gar messen“, betonte das Unternehmen.


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