Modegeschichte Wie Jane Birkin zur eigenen Handtasche kam

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Osnabrück. Wie zwei Damenhandtaschen Modegeschichte erzählen: die Clutch und Birkin-Bag.

Sie ist die kleine Damenhandtasche ohne Griff für den großen Auftritt am Abend – und seit vielen Jahren wieder en vogue: die Clutch. Ob schwarz oder bunt, matt oder glänzend, soll sie ein dekoratives Accessoire beim Theaterbesuch, einer Party oder einem Empfang sein. Mehr als Handy, Bargeld, Schlüssel und Taschentuch passen zwar in die Mini-Handtasche nicht hinein, dafür kann man sie elegant unter den Arm klemmen und hat die Hand für das Sektglas frei. Oder man umklammert sie ganz fest mit einer Hand im Sinne des englischen Herkunftsbegriffs „to clutch“, um mit anderen fleißig Hände zu schütteln.

Einst auch eine „Unterarmtasche“

Einst löste die Clutch die flache Brieftasche aus dem 17. Jahrhundert ab. Das war in der Zeit der britischen Königin Viktoria, berichtet Nina Garcia in ihrem Buch „Der perfekte Kleiderschrank“ (Goldmann Verlag). Damals trugen die feinen Ladys die Minitasche zu offiziellen Anlässen, um Taschentuch und Riechsalz griffbereit zu haben. In den 20er-Jahren wurde die Clutch auch Unterarmtasche genannt. Nach dem Zweiten Weltkrieg rückte sie wieder stärker modisch in den Fokus infolge von Christian Diors „New Look“ (1947). Seit 2000 feiert sie in allen Preisklassen ein Revival.

Zufällige Begegnung im Flugzeug

Handtaschen von Luxusdesignern sind auch Statussymbole. Der Kultstatus einer solchen Tasche wird aktuell durch den Vintage-Trend weiter befeuert. Das ein oder andere Luxus-Exemplar darunter hat eine kuriose Entstehungsgeschichte vorzuweisen: So entstand die Idee für die legendären „Birkin-Bag“ von Hermès, die heute mit einem Einstiegspreis von etwa 6000 Euro als Geldanlage gilt, 1983 auf einer Spucktüte.

Das erzählen die Autorinnen Marianne von Waldenfels und Jennifer Dixon in ihrem Buch „Wir lieben Vintage“ (Callwey-Verlag): Anfang der 80er-Jahre saßen demnach zufällig Jane Birkin und der Hermès-Geschäftsführer Jean-Louis Dumas im Flugzeug von Paris nach London nebeneinander.

Als der berühmten britischen Schauspielerin und Sängerin ihre Tasche umfiel und sich der Inhalt in der Kabine verstreute, klagte sie gegenüber ihrem Sitznachbarn, dass für ihre Ansprüche bisher keine geeignete Tasche existiere. Dumas überlegte kurz und zeichnete dann – offenbar aus Mangel an Papier – einen ersten Entwurf der trapezförmigen Luxustasche mit zwei Henkeln auf der Spucktüte. So wurde Jane Birkin nach Grace Kelly (1956) Namenspatin für eine Hermès-Handtasche.


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