Sagrada von Pegasus Spiele Wie die echte Sagrada Familia: Das nicht ganz vollendete Würfelspiel

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Bei Sagrada stellen die Spieler Kirchenfenster für die Sagrada Familia her. Das Cover gibt einen guten Eindruck davon, wie bunt diese werden. Foto: Karsten GrosserBei Sagrada stellen die Spieler Kirchenfenster für die Sagrada Familia her. Das Cover gibt einen guten Eindruck davon, wie bunt diese werden. Foto: Karsten Grosser

Osnabrück. Die Basilika Sagrada Família in Barcelona ist seit dem Jahr 1882 im Bau, aber immer noch unvollendet. Wir Spieler können helfen und aus Würfeln wundervolle Kirchenfenster herstellen. Allerdings scheint das Brettspiel Sagrada an manchen Stellen auch nicht ganz vollendet zu sein.

Sagrada ist ein Spiel, über das Kopf und Bauch zwei unterschiedliche Meinungen haben. Das Bauchgefühl flüstert mir ein: Du musst Sagrada lieben. Und in der Tat: Das Spiel sieht fantastisch aus und übt deshalb einen hohen Losspielreiz aus. Die Würfel, mit denen die Spieler Kirchenfenster zusammensetzen, leuchten beinahe so hell wie buntes Glas, durch das die Sonne scheint. Blau, grün, gelb, rot, violett. Mit den Würfeln füllen die Handwerker nach und nach ihre persönliche Mustervorlage auf, die praktischerweise in ein fensterförmiges Tableau geschoben wird. Ziel ist es, diese Vorlage zu vervollverständigen. Dabei sind natürlich Regeln zu beachten.

Aus Würfeln mit leuchtenden Farben werden bunte Kirchenfenster. Foto: Karsten Grosser

Anfängerfehler vermeiden!

Einige der 20 Felder auf der Vorlage geben vor, welche Farbe oder welche Augenzahl ein Würfel haben muss, um dort abgelegt werden zu dürfen. Zudem ist verboten, Würfel gleicher Farbe oder mit gleicher Augenzahl nebeneinander zu platzieren. Wer nicht aufpasst und zum Beispiel einen gelben Würfel neben ein Feld legt, das Gelb erfordert, muss am Ende eine Lücke lassen. Anfängerfehler! Welche Würfel pro Runde zur Auswahl stehen, wird durch einen Griff in den Beutel ermittelt. Reihum sucht sich jeder einen Würfel aus dem allgemeinen Angebot aus, dann in umgekehrter Reihenfolge noch einen.

Auf manche Felder dürfen nur die Würfel gelegt werden, welche die richtige Farbe oder die geforderte Augenzahl haben. Foto: Karsten Grosser

Eine ernüchternde Erkenntnis

Und jetzt meldet sich der Kopf und zählt die Macken bei der Wertung auf. Neben den öffentlichen Aufträgen, die mal Kombinationen aus Einsen und Zweien belohnen, mal besonders bunte Reihen oder Spalten, erhält jeder Glaser einen geheimen persönlichen Auftrag. Dieser wandelt alle Augenzahlen einer bestimmten Würfelfarbe in Punkte um. Sprich: Eine Sechs in der passenden Farbe bringt sechs Punkte, eine Eins einen Zähler. Klar, dass jeder nach hohen Zahlen seiner Farbe greift - insofern sie denn gewürfelt werden. Zudem kommen gemäß der Standardregel in Partien mit weniger als vier Spielern nicht zwingend von jeder Farbe gleiche viele Würfel ins Spiel. So gewinnt am Ende tendenziell derjenige, der viele Würfel seiner Farbe mit möglichst hohen Augenzahlen unterbringen konnte. Eine ernüchternde Erkenntnis.

Drei öffentliche Aufträge bringen Punkte. Foto: Karsten Grosser

Mehr Feinschliff, bitte

Und zugleich eine bedauernswerte. Denn das Würfel-Puzzle macht eigentlich Spaß. Doch so wie die echte Sagrada Familia noch nicht ihre ganze Schönheit offenbart, so scheint auch das Spiel noch unfertig. Die Kombinationen aus öffentlichen Aufträgen sorgen mal für knifflige Aufgaben, mal für recht banale und kaum lohnenswerte. Die Werkzeuge, die Manipulationen von Würfeln und Platzierungen ermöglichen, sind in Abhängigkeit der Aufgaben mal mehr brauchbar, mal weniger. Mit ein bisschen mehr Feinschliff hätte Sagrada ein richtig tolles Spiel werden können, sagt mein Kopf. Mein Bauch will davon nichts hören, freut sich auf die nächste Puzzle-Aufgabe und hofft auf lauter Sechsen in der richtigen Farbe ...

Drei Werkzeugkarten stehen pro Spiel zur Verfügung, um die Auslage mit den Würfeln zu manipulieren. Foto: Karsten Grosser

Sagrada

  • Autoren: Daryl Andrews und Adrian Adamescu
  • Verlag: Pegasus Spiele
  • Spieler: 1 bis 4
  • Alter: ab 8 Jahren
  • Dauer: 30 bis 45 Minuten
  • Würfelwert: 3 (ordentlich)


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