The Rise of Queensdale Noch nie ein Legacy-Spiel gespielt? Hiermit kannst du einstiegen

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The Rise Of Queensdale ist ein kompetitives Legacy-Spiel. Foto: Karsten GrosserThe Rise Of Queensdale ist ein kompetitives Legacy-Spiel. Foto: Karsten Grosser

Osnabrück. Legacy-Spiele sind angesagt. In solchen Spielen bleiben einmal erlangte Fortschritte in Folgepartien erhalten. In ihnen geht es nicht nur um Taktik und Strategie, sondern sie erzählen auch eine Story – wie eine TV-Serie. Als Einstieg in die Legacy-Welt bietet sich The Rise Of Queensdale an.

Der König möchte ein neues Schloss bauen. Doch zunächst lässt Nepomuk II. im opulent ausgestatteten Strategie-Spiel The Rise Of Queensdale eine Stadt errichten. Über die Dauer von mehr als ein Dutzend Partien baut jeder Spieler ein Viertel von Queensdale auf. Auf allzu detaillierte Informationen zum Spielablauf werden wir hier indes verzichten, weil gerade das Entdecken in der genau einmal durchspielbaren Kampagne den Spaß ausmacht.

Regeln werden stetig ergänzt

So viel sei aber gesagt: Wie beim Legacy-Prinzip üblich, werden einmal erlangte Fortschritte in Folgepartien übernommen. Gebäude bleiben erhalten, Ressourcen werden eingelagert. Die Geschichte von Queensdale wird weitererzählt, immer mehr Material und immer mehr neue Regeln kommen hinzu, der Organisationsaufwand zwischen zwei Partien ist nicht ganz unerheblich.

Zu Beginn der Kampagne gibt es vor allem Bauplätze in Queensdale. Um diese gegen Gebäude auszutauschen, lassen sich Plättchen mit einem Pömpel anheben. Foto: Karsten Grosser

Elementar: Die persönlichen Würfel, die in Queensdale als Arbeiter fungieren und Aktionen ausführen, können von den Spielern verbessert werden, indem sie einzelne Seiten mit Stickern überkleben. Ein guter Mechanismus, der vor allem diejenigen entschädigt, die eine Partie knapp verloren haben. 

Würfel mit Aufklebern pimpen

Worauf kommt es bei der Auswahl der Aufkleber an? Die Würfel so zu pimpen und Häuser so zu bauen, dass sich mit der Kombination aus beidem eine wiederkehrend erfolgreiche Strategie anwenden lässt. Kräuter im Tal von Queensdale sammeln? Gefolgsleute anheuern? Nur zwei der denkbaren Ansätze.

Im Gegensatz zu vielen anderen Legacy-Spielen agieren die Spieler hier nicht kooperativ, sondern wetteifern gegeneinander um Epochensiege. Bedeutet: Abhängig vom individuellen Erfolg in der Spielhistorie verfolgen die Spieler in jeder Partie persönliche Ziele. Während Spieler A zum Beispiel noch in Epoche 1 steckt und nur zehn Punkte erzielen muss, kann Spieler B schon längst auf dem Weg zum Ziel der Epoche 3 sein, die mindestens 22 Punkte verlangt. Wer zum Ende einer Partie sein Epochenziel erreicht, kommt eine Stufe weiter. Wer als Erster die finale Epoche 9 erfüllt, darf sich als Gesamtsieger feiern lassen.

Zehn Punkte werden benötigt, um bei The Rise Of Queensdale die erste Epoche abzuschließen. Foto: Karsten Grosser

Die Idee mit den Epochen ist insofern gut, weil mit ihr zusätzlich zum Würfelpimpen ein Aufholmechanismus für zurückliegende Spieler einhergeht. Zugleich sind manche Partien aber so schnell vorüber, dass Spieler absehen können, keine Chance auf Erreichen des Epochenziels zu haben. Diese lagern dann so viele Ressourcen ein, dass sie in der folgenden Partie wegsprinten. Das mutet merkwürdig an.

Blasse Charaktere

Die zugrunde liegende Story leidet zudem unter den vielen möglichen Wendungen der Geschichte. König Nepomuk II. und viele andere Charaktere bleiben blass. Auch, weil es zu viele oberflächliche Abzweigungen gibt, um den Spielern immer wieder neue Anreize zu geben, von stringenten Strategien abzuweichen. Welche Kapitel die Spieler dabei kennen lernen, wird oft vom Zufall gelenkt.

Das führt auch dazu, dass ein Großteil des umfangreichen Materials niemals benötigt wird. Das gilt insbesondere dann, wenn weniger als vier Spieler nach Queensdale reisen. Die Zahl der Mitspieler muss vor der ersten Partie bindend für alle weiteren Partien festgelegt werden. Die Kampagne, auf die diese Besprechung fußt, haben wir zu zweit erlebt und dauerte 17 Partien. Viele dieser Runden dauerten erfreulicherweise nicht einmal eine halbe Stunde. Allerdings konnte die Kampagne am Ende nicht mehr so fesseln wie zu Beginn. Ob das auch in Partie zu dritt oder viert so gewesen wäre? Das abschließende Fazit fällt mit einer Doppelnote gemischt zumindest aus, wobei der positive Eindruck überwiegt.

The Rise Of Queensdale

  • Autoren: Inka und Markus Brand
  • Verlag: alea/Ravensburger
  • Spieler: 2 bis 4
  • Alter: ab 12 Jahren
  • Dauer: etwa 15 bis 20 Partien à 30 bis 60 Minuten
  • Würfelwert: 4 (gut), am Ende der Kampagne eher 3 (ordentlich)




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