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Neuregelung ab 15. August 2018 Defekte Blinkschuhe sind Elektroschrott

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Blinkt die Schuhsohle nicht mehr, dann gehört sie künftig auf diesen Haufen mit Elektroschrott. Foto: dpa/Julian StratenschulteBlinkt die Schuhsohle nicht mehr, dann gehört sie künftig auf diesen Haufen mit Elektroschrott. Foto: dpa/Julian Stratenschulte

Osnabrück Wenn der Turnschuh nicht mehr blinkt oder die eingebaute elektrische Beleuchtung im Badezimmerschrank nicht mehr gefällt, muss beides ab 15. August 2018 als Elektroschrott gesondert entsorgt werden.

Der Hausmüll oder Sperrmüll ist für diese Gebrauchsgegenstände ab jetzt  tabu. Immer mehr Geräte fallen durch eine entsprechende gesetzliche Neuregelung unter das Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG). Hier wichtige Fragen und Antworten zum Thema:

Woran erkennt man, ob ein Gerät zum Elektroschrott gehört?

Das Symbol einer durchgestrichenen Mülltonne auf dem Gerät oder auf der Verpackung zeigt an, dass der Gebrauchsgegenstand getrennt als Elektroschrott entsorgt werden muss. Solche Produkte sind für Hersteller, Händler und Importeure registrierungspflichtig. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen weist darauf hin, dass die Neuregelung jedoch nicht nur für die nach dem 15. August angeschafften Geräte gilt, die dieses Kennzeichen tragen müssen, sondern auch für ausgediente „Alt-Produkte“. Das bedeutet, dass auch diese „nicht-gekennzeichnete Elektro-Oldies künftig nicht mehr in den Hausmüll“ dürfen, erklären die Verbraucherschützer. Zudem sei die Abgabe von Altgeräten „an selbst ernannte Sammler auf der Straße oder an der Haustür“ nicht erlaubt, „um illegale Exporte ins Ausland zu unterbinden“.

Was zählt neu zum Elektroschrott?

Möbel oder Kleider mit fest verbundenen und nicht austauschbaren Elektronikteilen gehören komplett in die Elektro-Altgeräte-Sammlung. Beispielsweise zählen dazu Schuhe mit blinkender Sohle, Rucksäcke mit eingenähter Beleuchtung, elektrisch verstellbare Schreibtische, Badezimmerschränke mit fest eingebautem Leuchtspiegel , elektrisch verstellbare Fernsehsessel oder Tresore mit elektrischem Schloss. Das gilt selbst dann, wenn man beispielsweise den Turnschuh noch trägt, obgleich die Beleuchtung längst defekt ist. Am Ende bleibt er Elektroschrott.

Was gilt für Gebrauchsgegenstände mit herausnehmbarer Elektronik?

Möbelstücke oder auch andere Produkte, bei denen man die Elektronik leicht abmontieren, defekte Teile austauschen oder nachrüsten kann, zählen nicht zum Elektroschrott: „Bei ausbaubaren Einzelteilen müssen nur die elektrischen Bestandteile bei den Elektro-Altgeräte-Sammelstellen oder im Handel zurückgegeben werden“, erklären die Verbraucherschützer. Das könne beispielsweise die angeschraubte Beleuchtung eines Wohnzimmerschranks sein oder der Naben-Dynamo am Fahrrad oder die nachrüstbare elektrische Gangschaltung fürs Rad.

Übrigens: Immer mehr Erfinder und Designer von smarten Textilien und Wearables befassen sich – im Sinne einer nachhaltigen Produktion – bereits am Anfang der Entwicklung eines neuen Produkts mit den Voraussetzungen für ein späteres, einfaches Recycling, wie Thomas Gnahm, Leiter des internationalen Wear It Festivals in Berlin, im Gespräch mit unserer Redaktion bestätigte: „Das heißt, dass die Elektronikteile herausnehmbar sind und nicht das komplette Kleidungsstück als Elektroschrott entsorgt werden muss.“


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