Faire Abmachungen in friedlichen Zeiten Wann und für welche Personen ein Ehevertrag sinnvoll ist

Von Ines Baur, 07.08.2018, 13:00 Uhr
Geht eine Ehe doch mal zu Bruch, kann ein Ehevertrag lästige Streitigkeiten verhindern. Foto: dpa/Martin Gerten

Schondorf. Das objektive Verhandeln über Scheidungsfolgen ist für entzweite Partner schwierig. Unterhalt und Vermögen sind meistens Streitthemen. Wurde der Zugewinn nicht ausgeschlossen, gibt es Spannungen“, weiß die Rechtsanwältin Julia Ekdahl. Mit einem Ehevertrag können Ehegatten im Voraus Streit vermeiden und für den Scheidungsfall faire Lösungen finden.

Das gilt ohne Ehevertrag: Ein Paar ohne Ehevertrag lebt im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft. Das bedeutet während der Ehe: Jedem gehört, was er in die Ehe mitbringt und was er während der Zeit dazu verdient. Trennen sich die beiden, nimmt jeder das, was er mitgebracht hat. Zudem findet ein sogenannter Zugewinnausgleich statt. Danach muss der Ehegatte, der in der Ehezeit einen höheren Vermögenszuwachs (Zugewinn) hatte, die Hälfte der Differenz zum Zugewinn des anderen Ehegattens an diesen auszahlen. Das führt oft zu Streit. „Zugewinnberechnungen sind mühsam. Sachverständigengutachten müssen eingeholt werden, das ist langwierig und teuer“, so Anwältin Ekdahl.

Modifizierte Zugewinngemeinschaft: Möchte ein Paar in der gesetzlichen Zugewinngemeinschaft leben, allerdings mit Ausnahmen, kann es sich im Ehevertrag auf die modifizierte Zugewinngemeinschaft einigen. „So kann man beispielsweise festlegen, dass im Falle des Todes eines Ehegatten die steuerlich und pflichtteilsrechtlich günstigere Zugewinngemeinschaft gelten soll, im Falle einer Scheidung jedoch kein Zugewinnausgleich durchzuführen ist oder bestimmte Vermögensgegenstände bei der Berechnung unberücksichtigt bleiben“, sagt Dominik Hüren von der Bundesnotarkammer.

Wer einen Ehevertrag abschließen sollte: Hat ein Ehepartner ein eigenes Unternehmen, empfehlen viele Experten den Abschluss eines Ehevertrags. „Es ist ratsam, das Firmenvermögen aus dem Zugewinn herauszunehmen“, rät Anwältin Ekdahl. „Andernfalls könnten bei Auszahlung berufliche Existenzen zerstört werden.“ Ist der Lebensplan eines Paares „Karriere statt Kinder“, kann es den Zugewinnausgleich ausschließen. Wichtig ist ein Ehevertrag auch bei Paaren mit unterschiedlichen Staatsbürgerschaften.

Gang zum Notar ist Pflicht: Wer einen rechtsgültigen Ehevertrag möchte, muss zum Notar. Einen Ehevertrag kann man vor oder während der Ehe schließen und einen bestehenden Ehevertrag jederzeit einverständlich ändern.

Sehen Sie nicht den vollständigen Artikel? Klicken Sie hier für die erweiterte Darstellung. »

Jetzt anmelden, um mehr zu lesen
Jetzt DigitalBasis bestellen
Service
Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN

Allgemeine Geschäftsbedingungen | Kundeninformationen | Datenschutzerklärung | Impressum | Kontakt | Mediadaten | Onlinewerbung

Weitere Angebote, Partner und Unternehmen der NOZ MEDIEN