Buchtipp für Hobbygärtner Britische Promis öffnen das Tor zu ihren grünen Oasen

Von Elke Schröder


Osnabrück Zwei opulente Bildbände präsentieren grüne Oasen: Hierzulande vermitteln kreative Gärtner ihre Ideen, und in Großbritannien zeigen prominente Besitzer wie Musiker Sting ihren Rückzugsort im Freien, zu sehen in „Grüne Oasen. Stars und ihre Gärten“ von Victoria Summerley und Hugo Rittson-Thomas.

Der britische Filmstar Rupert Everett (59) hat kürzlich in einem Interview erzählt, dass er zu seiner 83-jährigen Mutter Sara auf ihr Anwesen aus dem 18. Jahrhundert in Wiltshire ziehen will, um ihr zu helfen. Ob das für beide eine „wundervolle“ Idee sei oder es „tragisch“ enden werde, könne er aber noch nicht sagen. Doch, wie seine Arbeit in dem am Fluss Avon gelegenen Garten aussehen könnte, davon kann man sich nun in dem auf Deutsch erschienenen prächtigen Bildband „Grüne Oasen“ einen Eindruck verschaffen. Die Autorin Victoria Summerley und der Fotograf Hugo Rittson-Thomas wagen darin, stellvertretend für Gartenfreunde, den Blick über den Zaun auf die grünen imposanten Gärten und Parks von prominenten Briten. (Weiterlesen: Hollywoodstar im Pilcher-Film: Interview mit Rupert Everett)

Garten im Mittelpunkt

Sie gehen dabei auf die Suche nach persönlichen Gestaltungsstilen. Darunter ist auch ein Besuch des Anwesens Middlewick House. Heute gehört es Nick Mason, dem Schlagzeuger von Pink Floyd. Die Vorbesitzerin war, bis zu ihrer Hochzeit mit Prinz Charles, Camilla, Herzogin von Cornwall. Ab und an besucht sie den Garten bei Gelegenheit noch heute, erfährt man.

Auch der Musiker Sting und seine Frau Trudie Styler sind in dem Band vertreten. Letztere sind in den inspirierenden Bildern auf ihrem Anwesen zu sehen. Doch das ist eher eine Ausnahme – was beim Buchtitel zwar zunächst überrascht, aber am Ende nicht stört. Denn viele der 25 Besitzer, Künstler, Schauspieler, Musiker, Komponisten, Designer, Drehbuchautoren und Schriftsteller, sind für den Leser hierzulande eher Unbekannte. So rücken die englischen Gärten in den prächtigen Bildern wunderbar in den Vordergrund.

Kreative „Verrücktheit“

Ein weiterer neuer Prachtband für Gartenfreunde bezieht sich zwar, laut Vorwort, auf die besondere Leidenschaft der Briten, mit einer gewissen „Verrücktheit“ einen Garten anzulegen und zu gestalten, woraus jedoch beispielsweise der legendäre Garten Sissinghurst von Vita Sackville-West entstanden ist. Doch die Autoren Manfred Lucenz und Klaus Bender gehen nach solchen kreativen „Verrücktheiten“ hierzulande auf die Suche. Zehn Besitzer, die ein Höchstmaß an Kreativität entwickelt haben, werden von ihnen aufgesucht. So besichtigen sie beispielsweise das Schloss Kleßen Gartenkultur im Havelland, das den Eigentümern Sabine und Hans-Jürgen Thiedig nicht nur als Wohnhaus, sondern auch als ländlich-kulturelles Zentrum dient.

Cover von „Grüne Oasen“. Foto: © Hugo Rittson Thomas, Gerstenberg Verlag 2018

Vor dem historischen Gebäude gibt es viel zu entdecken: Beispielsweise einen Wasserturm als Mittelpunkt einer Wildwiese, einen Orangeriegarten und Buchshecke, die in Wolkenform geschnitten wurden. Alle besuchten Besitzer geben Einblick in die Planung und Aufbau der Gartenanlage, teilen ihre Erfahrungen, geben Empfehlungen ab, beispielsweise zur Bepflanzung des „Purple Border“. So besteht der Bildband nicht nur aus traumhaften Fotos, sondern auch aus einem besonderen Wissensschatz für Hobbygärtner.


Victoria Summerley/ Hugo Rittson-Thomas (Fotos): „Grüne Oasen. Stars und ihre Gärten“. 272 Seiten, farbig illustriert, Gerstenberg Verlag, 50 Euro.

Manfred Lucenz / Klaus Bender: „Verrückt nach Garten.“ Ideen und Erfahrungen kreativer Gärtner. 192 Seiten, 208 Farbfotos. Callwey Verlag, 29,95 Euro.

Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN