Neuer Schokotyp: „Ruby“ Woraus bestand die erste Milchschokolade?

Von Elke Schröder

Neuer Schokoladentyp: „Ruby“.Foto: imago/BelgaNeuer Schokoladentyp: „Ruby“.Foto: imago/Belga

Osnabrück Nach dunkler Schokolade, Milchschokolade und weißer Schokolade soll nun die „Ruby“ aus der Schweiz den Handel erobern. Die erste Milchschokolade kam jedoch aus Dresden.

Wird man bald die Welt durch eine rosarote Schokoladenbrille betrachten können? Durchaus möglich. Denn das Schweizer Unternehmen Barry Callebaut hat im vergangenen Herbst eine vierte Sorte vorgestellt: Nach dunkler Schokolade, Vollmilchschokolade und weißer Schokolade soll nun die „Ruby“ den Handel erobern. Hergestellt wird sie aus der gleichnamigen Kakaobohne, die ihr einen leichten Beerengeschmack geben soll. 80 Jahre nach der Einführung der weißen Schokolade ist damit eine neue Sorte kreiert worden.

Eine Tafel für einen Thaler

Als Erfinder der ersten Tafel Milchschokolade galt lange der Schweizer Daniel Peter. Er mischte Milchpulver unter die Schokolade und brachte sie 1875 auf den Markt. Seit ein paar Jahren geht man jedoch davon aus, dass die erste Milchschokolade bereits viel früher entwickelt und verkauft wurde – und zwar in Dresden. 2007 entdeckte der Dresdner Wissenschafts-Verein WIMAD in einer Zeitungsanzeige aus Jahr 1839 des Dresdner Unternehmens Jordan & Timaeus den entscheidenden Hinweis, deren Wortlaut der MDR wie folgt zitiert: „Chocolade mit Eselsmilch präpariert, ohne Gewürz, sowohl zum Kochen in 5/5 Tafeln pr. Pfd, als auch zum Rohessen in 24 Täfelchen pr. Pfd., haben wir anfertigen lassen und verkaufen solche à 1 Thaler pr. Pfd.“

Die erste Schokoladenfabrik Deutschlands

Gottfried Heinrich Christoph Jordan und August Friedrich Timaeus hatten 1823 in Dresden die erste Schokoladenfabrik Deutschlands gegründet. Statt wie heutzutage Milchpulver verwendeten sie zehn Prozent Eselsmilch in einer Tafel, weil diese zu jener Zeit verbreiteter als Kuhmilch war. Beim Versuch 2011, die Schokolade nach dem Originalrezept von Jordan & Timaeus herzustellen, stellte der WIMAD fest, dass die Ur-Milchschokolade viel dunkler als heute war, herber und auch körniger schmeckte, so der MDR. Damals wurde allerdings auch die Kakaomasse viel gröber gemahlen.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN