Bioverband begrüßt EUGH -Urteil Demeter: Politik muss auf Durchsetzung von Gentechnikrecht pochen

Von Waltraud Messmann

Demeter ist der einzige ökologische Verband, der weltweit ein Netz von selbstständig zertifizierenden Organisationen aufgebaut hat.  Foto: imago/IPONDemeter ist der einzige ökologische Verband, der weltweit ein Netz von selbstständig zertifizierenden Organisationen aufgebaut hat. Foto: imago/IPON

Osnabrück. Neue Gentechnikverfahren unterliegen grundsätzlich den Auflagen nach der Gentechnik-Richtlinie der Europäischen Union, hat der Europäische Gerichtshof mit seinem heutigen Urteil entschieden. Der ökologische Verband Demeter begrüßt die Entscheidung.

„Der EUGH hat klargestellt, dass auch für neue Gentechnikverfahren der Vorsorgegrundsatz gilt. Die Politik muss jetzt konsequent dafür sorgen, dass das Gentechnikrecht entsprechend umgesetzt wird“, sagte das Vorstandsmitglied des Bio-Verbands Alexander Gerber im Gespräch mit unsere Redaktion. Es gehe nicht um eine Einschränkung der Forschungsfreiheit, sondern um klare Regeln zum Schutz von Umwelt und Verbrauchern, so Gerber.

„Mär der Agrarindustrie“

Das Argument, Gentechnik könne die Ernährungsprobleme der Welt lösen, bezeichnete Gerber als „Mär der Agrarindustrie“. Viel entscheidender seien gerade in den vom Hunger betroffenen und kleinbäuerlichen Strukturen geprägten Ländern genetische Vielfalt, Humuswirtschaft, Verringerung von Ernteverlusten, Bildung und Zugang zu Land. „Gebraucht wird deshalb mehr Forschung, die Agrarökosysteme und den sozialen Kontext einbezieht“, sagte Gerber.

Ökologischer Verband Demeter

Demeter ist der einzige ökologische Verband, der weltweit ein Netz von selbstständig zertifizierenden Organisationen aufgebaut hat. Momentan hat Demeter-International 18 Mitglieder und fünf Gastmitglieder aus Europa, Asien, Amerika, Afrika und Neuseeland. So steht Demeter-International für rund 5000 Erzeuger mit mehr als 170.000 Hektar Anbaufläche in mehr als 50 Ländern.


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