Trotz erhöhter Gefahr Experten erwarten keine riesigen Waldbrände in Deutschland

Von dpa

AWald- und Heideflächen brennen auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz in Südbrandenburg. Foto: dpa/Patrick PleulAWald- und Heideflächen brennen auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz in Südbrandenburg. Foto: dpa/Patrick Pleul

Bonn. Anders als in anderen europäischen Ländern, rechnen Experten in Deutschland nicht mit großen Waldbränden. Trotzdem sei die Lage auch hier sehr angespannt.

Riesige Waldbrände wie derzeit in Griechenland sind in Deutschland nach Einschätzung von Behörden und der Feuerwehr sehr unwahrscheinlich. Es gebe viele Maßnahmen zum Schutz und zur Beobachtung der Wälder, sagten Hartmut Ziebs, Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes, und Astrid Uhlmann, Leiterin des Referats Wald und Holz bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung, der Deutschen Presse-Agentur.

Ziebs betonte zwar: "Die Waldbrandgefahr in Deutschland ist extrem hoch, und wir brauchen dringend Regen, damit diese gemindert wird." Grillen, Feuer und Zigaretten seien im Wald derzeit streng verboten. Mit Blick auf Griechenland sagte er aber: "Wir haben ganz andere Voraussetzungen, unsere Vegetation ist ganz anders. Die Forstbehörden, die Waldbauern haben den Wald ganz anders aufbereitet, wir haben Brandschneisen."

Umfassende Videoüberwachung

Auch gravierende Mängel bei der Brandbekämpfung sieht Ziebs nicht, obwohl es etwas zu wenig Löschkapazitäten aus der Luft gibt. "Wir würden das schon mit den vorhandenen Hubschraubern hinbekommen", sagte er. "Aber es sind eigentlich etwas wenige. Und die wenigen, die da sind, sind entweder im Einsatz oder teilweise defekt." Große Bundeswehr-Hubschrauber könnten bis zu 5000 Liter Wasser tragen, kleinere Hubschrauber von der Bundespolizei 1500 bis 2000 Liter.

Uhlmann verwies auf Brandschutzstreifen an Wäldern oder Äckern. An Bahnlinien seien oft schwer entzündliche Laubbäume gepflanzt, um bei Funkenschlag ein Ausbreiten von Feuern zu verzögern. Zudem gebe es in Bundesländern mit hoher Waldbrandgefahr seit Jahren eine umfassende Überwachung mit Videokameras, so dass Brandorte schnell lokalisiert werden könnten. Regionen mit einer höheren Waldbrandgefahr sind Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, die Lüneburger Heide sowie Teile von Sachsen und Sachsen-Anhalt. Dort gebe es viele Kiefern, und die Böden seien sandig und trocken. Den größten Waldbrand seit Ende des Zweiten Weltkriegs gab es laut Uhlmann im Sommer 1975 in der Lüneburger Heide. Dort brannten 8000 Hektar Wald. Fünf Feuerwehrleute starben. Dieser Brand habe auch dazu geführt, dass in Waldgebieten Feuerlöschteiche und unterirdische Löschwasserbehälter angelegt wurden. 


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN