Hochsommer in Deutschland Was erlaubt ist und was nicht: Hitze-Tipps fürs Büro

Von Viktoria Meinholz und dpa

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Kurze Hose am Arbeitsplatz? Das ist nur in wenigen Berufen gern gesehen. Foto: dpa/Fabian SommerKurze Hose am Arbeitsplatz? Das ist nur in wenigen Berufen gern gesehen. Foto: dpa/Fabian Sommer

Hamburg. Wer bei diesem Wetter Urlaub hat, hat alles richtig gemacht. Doch dieses Glück haben nicht alle. Wir verraten, wie Sie die Hitzetage auch im Büro gut überstehen.

Schüler bekommen Hitzefrei. In den meisten Firmen gibt es das leider nicht – auch wenn viele es in diesen Tagen gut gebrauchen könnten. Das Thermometer klettert immer weiter nach oben, wodurch sich im Büro so manches Problem auftut. Wir verraten, wie Sie auch im Job gut durch die heiße Zeit kommen.

Angemessene Kleidung

Luftige Kleidung hilft dem Körper, aufgestaute Hitze wieder loszuwerden – auch und gerade in Büros mit fester Kleiderordnung. Zwischen den einzelnen Berufsfeldern gibt es beim Thema Kleidung große Unterschiede: Während Mann in vielen Büros nicht um Hemd und Jacket herumkommt, darf der andere sogar in kurzen Hosen erscheinen. An diesen meist ungeschriebenen Regeln wird sich auch während der Hitzewelle wohl nichts ändern. Kommt der Chef jedoch nicht von selber auf die Idee, können Berufstätige ruhig nachfragen, ob sie Krawatte oder Jacke nicht ausnahmsweise ablegen dürfen.

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Auch wenn Frauen mehr Möglichkeiten haben, ihre Garderobe der Hitze anzupassen, gibt es auch für sie Regeln: Der Bikini unter dem Sommerkleid spart beim abendlichen Freibadbesuch zwar Zeit, ist aber – wenn erkennbar – in vielen Büros nicht gern gesehen. Auch Flip Flops sollten nur in der Freizeit getragen werden.

Wenn die Hitze überhandnimmt, hilft unabhängig vom Geschlecht ein Gang ins Bad: Lassen Sie kaltes Wasser über Ihre Unterarme laufen. Kühlt zwar nicht genauso gut ab wie eine kalte Dusche, sorgt aber zumindest für eine kleine Erfrischung und stärkt den Kreislauf.

Richtige Ernährung

Das Schnitzel mit Pommes ist zwar verlockend, doch bei den momentanen Temperaturen eine noch schlechtere Idee als sonst. Macht fettiges Essen normalerweise schon müde, verstärkt sich dieser Effekt bei Hitze noch. Außerdem treibt das Schnitzel die Körpertemperatur in die Höhe. "Die Verdauung von schwerem Essen braucht Energie, die auch wieder Hitze generiert", sagt Anette Wahl-Wachendorf vom Verband der Werks- und Betriebsärzte. Besser eignet sich leichtes Essen: zum Beispiel Salat, Gemüse, Obst oder Quarkspeisen.

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Ausreichend Flüssigkeit

Fast am wichtigsten bei großer Hitze ist: Viel trinken – und zwar möglichst nichts mit Zucker. "Früchtetees zum Beispiel oder Wasser mit etwas Zitrone sind ideal", sagt Anette Wahl-Wachendorf. Professor Frank Kolligs, Chefarzt für Innere Medizin und Gastroenterologie am Helios Klinikum Berlin-Buch, empfiehlt lauwarmen Pfefferminztee. Dieser habe über den Tag verteilt in kleinen Portionen getrunken einen kühlenden Effekt. Von eiskalten Getränken raten Experten eher ab, egal wie verlockend sie bei der Hitze auch sind. Der Körper produziert dann nur noch mehr Wärme, um seine Temperatur wieder auszugleichen.

Flexible Arbeitszeiten

Zwar nicht in allen Bereichen realisierbar, doch wer die Möglichkeit hat, sollte seine Arbeitszeit nach vorne verlegen – so sinkt die Zahl der Stunden, die man in stickiger Nachmittagshitze noch im Büro verbringen muss. "Und an sehr heißen Tagen lässt sich die Arbeit vielleicht auch verschieben und später nachholen", sagt Wahl-Wachendorf. Wer sich seine Arbeit selbst einteilen kann, sollte versuchen auf den frühen Morgen und die kühleren Abendstunden auszuweichen.

Temperatur beeinflussen

Hitzefrei gibt es im deutschen Gesetz zwar nicht, doch in der Arbeitsstättenregelung sind Richttemperaturen angegeben: Zeigt das Thermometer am Arbeitsplatz 26 Grad und mehr an, sollte der Arbeitgeber aktiv werden. Gegen Hitze im Büro kann der Chef zum Beispiel Getränke zur Verfügung stellen, vorübergehend Gleitzeit einführen oder die Kleiderordnung lockern – Jackett oder Blazer müssen dann vielleicht nicht mehr sein.

Damit es gar nicht erst so heiß wird, können Arbeitnehmer aber auch selbst etwas tun – lüften zum Beispiel. An sehr heißen Tagen sollte das aber morgens passieren, spätestens um 10.00 Uhr sollte Schluss sein. Denn dann hat sich die kühlende Morgenluft endgültig verzogen. Außerdem sollten elektrische Geräte, wie Drucker, Kopierer oder Scanner, die die Raumtemperatur nach oben treiben, nur bei Bedarf in Betrieb genommen werden.

Ein Ventilator kann zwar für Abkühlung sorgen, sollte aber nur sorgsam eingesetzt werden. Durch Zugluft oder falsche Einstellungen könnten Verspannungen entstehen. Auch falls eine Klimaanlage vorhanden ist, wird zu einem verantwortungsvollen Umgang geraten. Die eingestellte Temperatur sollte nicht mehr als acht Grad unter der Außentemperatur liegen, da sonst beim Gang ins Freie ein Hitzeschock droht, warnt die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin. Außerdem könne eine zu kalt eingestellte Klimaanlage Erkältungen hervorrufen.


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