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Hitzewelle in Großbritannien Dank Dürre: Viktorianischer Garten taucht wieder auf

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Osnabrück Bauern und Gärtnern bereitet die Hitzewelle der letzten Wochen Sorgen. Archäologen erleichtert sie jedoch ihre Arbeit, weil der trockene Boden kurzzeitig Verborgenes aus der Vergangenheit preisgibt. In Großbritannien tauchten jetzt Umrisse eines viktorianischen Gartens auf.

Die Entdeckung eines Schlossgespenstes hätte wohl nicht für weniger internationales Medieninteresse gesorgt: „Einmaliger Geistergarten auf Gawthorpe Hall aufgetaucht. Besuchen Sie ihn, bevor es regnet!“, twitterte jüngst der Lancashire County Council, der das Anwesen für den National Trust betreibt. Dazu verblüffende Bilder von den deutlichen Umrissen eines viktorianischen Gartens vor dem elisabethanischen Haus in der englischen Grafschaft Lancashire. Gemeinderatsmitglied Peter Buckley schwärmt in einer Mitteilung von „einem historischen Juwel“. Das noch etwas funkeln darf – auf den Regen wartet man noch.

Geistergarten statt Schlossgespenst auf Gawthorpe Hall

Der „Geistergarten“, den der trockene Boden preisgab, machte dagegen schnell Schlagzeilen. Sir Charles Barry, der Architekt des Houses of Parliament, hatte den Garten 1850 neu gestaltet. 1946 wurde die Anlage entfernt, weil es nach dem Zweiten Weltkrieg zu mühsam war, sie zu unterhalten. Die Konturen des Gartens seien bereits in früheren Sommern sichtbar gewesen, teilte Rachel Pollitt, Museumsmanagerin von Gawthorpe Hall, auf Anfrage unserer Redaktion mit. Pläne, den Garten wieder herzurichten, gibt es aber, laut Pollitt. derzeit nicht: „Die Kosten, einen solchen Garten zu unterhalten, sind unerschwinglich.“ Sie ist aber sicher, dass man sich das Thema in der Zukunft „noch einmal anschauen wird“. Dank der ausgewöhnlichen Hitze und Trockenheit in diesem Jahr ist nicht nur das Muster noch deutlicher zu sehen, sondern erstmals möglicherweise Teile früherer Gärten, berichtet die BBC.

„Phantomvilla“: Historischer Grundriss wird bei Dürre sichtbar

Dass die Konturen bei Dürre sichtbar werden, liegt daran, weil sich der Pflanzenwuchs auf einem vormals bebauten Bodens verändert. Je nach Feuchtigkeitsgrad des Untergrunds können so Unterschiede zum Bewuchs in der Umgebung auftreten, was Größe und Farbe angeht. Nicht nur ein „Geistergarten“ tauchte wieder auf. Im Nottinghamshire offenbarte der trockene Boden auf dem Anwesen Clumber Park wieder den Grundriss einer „Phantomvilla“, wie die BBC berichtete. Neu ist demnach, dass am Rand des 1938 abgerissenen stattlichen Wohnhauses aus dem 18. Jahrhundert eine bisher unbekannte Sonnenuhr entdeckt wurde.

Britische Luftbildarchäologen entdecken neue archäologische Funde

Das Anwesen Gawthorpe Hall in der Grafschaft Lancashire gehört dem National Trust. Foto: Lancashire County Council

Luftbildarchäologen in Großbritannien haben in den vergangenen Wochen neue archäologische Funde bei Überflügen entdeckt. Dazu gehören allein in Wales Spuren einer römischen Villa im Tal von Glamorgan sowie ein frühmittelalterlicher Hügelgräberfriedhof bei Gwynedd. Letzterer sei eine sehr seltene historische Stätte für die Gegend, wie die Königliche Kommission für die antiken und historischen Denkmäler von Wales mitteilte. Solche Bedingungen habe er in seiner 21-jährigen Karriere als Luftbildarchäologe für die Königliche Kommission noch nicht gehabt, schwärmt Toby Driver in der Mitteilung: „So viele neue archäologische Funde, das ist unglaublich.“ Nun steht ihm ein langer Winter im Büro mit der Analyse der Bilder bevor. (Weiterlesen: Blick nach Deutschland: Hochsaison für Luftbildarchäologen Baoquan Song)


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