Tipps zum Umgang mit den Insekten Wespen beim Essen: So verhalten Sie sich richtig

Von Manuela Kanies

Wer Wespenstiche vermeiden will, sollte die Insekten nicht durch Herumfuchteln vertreiben, das macht die Tiere aggressiv. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpaWer Wespenstiche vermeiden will, sollte die Insekten nicht durch Herumfuchteln vertreiben, das macht die Tiere aggressiv. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Osnabrück. Dieses Jahr wird ein Wespenjahr: Aufgrund der langen Hitzeperiode gibt es besonders viele Wespen. Wie man mit den Insekten am besten umgeht, fassen wir zusammen.

Wespen haben in diesem Jahr sehr von Wärme und Trockenheit profitiert. „Es ist ein super Wespenjahr“, sagt die Biologin Melanie von Orlow von der Bundesarbeitsgruppe Hymenoptera (Hautflügler) beim Naturschutzbund (Nabu). Die sogenannte Schafskälte im Juni, die in früheren Jahren oft einen Rückschlag für die Populationen bedeutete, sei diesmal kein Problem gewesen. Auch Überflutungen seien in den meisten Regionen ausgeblieben. Die Nester seien unter diesen Bedingungen groß und stark geworden, so dass viele Tiere erfolgreich durchgekommen seien.

Warum sind Wespen im Spätsommer unterwegs? 

Gemütlich im Garten sitzen und ein Stück Kuchen genießen: Schnell bekommt man in diesen Tagen ungebetenen Besuch. Denn Wespen und Co. sind im Spätsommer auf Nahrungssuche, erklärt der Nabu Niedersachsen. Pflanzliche Nahrung wird zum Mangel, sobald die Lindenblüte vorbei ist, deshalb werden sie von Süßspeisen angezogen. Hinzu kommt, dass die Völker nun ihre volle Größe erreicht haben und die Arbeiterinnen ausschwärmen, um die Königin und den Nachwuchs zu versorgen sowie sich selbst.

Doch nur zwei Wespenarten können lästig werden: die Gemeine Wespe und die Deutsche Wespe. Diese beiden Arten sind wie alle anderen Wespen nützlich, aber sie jagen andere Insekten wie Fliegen oder Mücken, da sie zur Fütterung ihrer Nachkommen tierisches Eiweiß benötigen. Nur diese beiden Wespenarten lieben Süßspeisen, aber auch Fleisch und Wurst, so der Nabu.

Wie sollte man sich Wespen gegenüber verhalten?

Es kursieren viele Tipps zur Vertreibung lästiger Wespen, doch sie helfen in der Regel kaum. Letztlich muss man die Insekten tolerieren, so der Nabu Niedersachsen, denn sie stehen unter Artenschutz. Wichtig ist, dass Wespen, aber auch Bienen und Hornissen, zustechen, sobald sie sich bedroht fühlen. Herumfuchteln und heftige Bewegungen sollten deshalb unbedingt vermieden werden.

Sanftes Anpusten vertreibt die Insekten: ein fatales Vorurteil. Denn das Kohlendioxid in der Atemluft ist ein Alarmsignal für die Tiere und versetzt sie in Angriffshaltung. Diese Tipps helfen beim Umgang mit Wespen:

  • Nahrungsmittel im Freien konsequent abdecken 
  • Getränke abdecken  
  • Reste sofort wegräumen 
  • Nach dem Essen Kindern den Mund abwischen, damit keine Reste im Gesicht bleiben, die die Wespen anlocken können 
  • Obst rechtzeitig ernten und aufsammeln, am besten in den Abendstunden 
  • Abfallbehälter immer schließen 
  • Auf Parfum verzichten, das lockt Wespen ebenfalls an 

Wespen zu töten ist verboten

Wer Wespen tötet, muss mit einem hohen Bußgeld rechnen. In Niedersachsen und Schleswig-Holstein können beispielsweise bis zu 5.000 Euro fällig werden, in Nordrhein-Westfalen sogar bis zu 50.000 Euro. Tötet man eine besonders geschützte Wespenart drohen bis zu 50.000 Euro Bußgeld in den einzelnen Bundesländern.

Die Insekten sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz geschützt, deshalb darf auch ihr Nest nicht zerstört werden. Wespenbeauftragte oder der Nabu helfen weiter, wenn man Fragen zu einem Nest im Garten oder am Haus hat. In Einzelfällen können die Nester umgesetzt werden, aber nur frühzeitig. Jetzt im Sommer ist es dafür zu spät, denn die Völker sind zu groß, als dass sie sich umsiedeln lassen. Wer einfach so ein Nest zerstört, muss ebenfalls mit hohen Bußgeldern rechnen. 

Wer ein Wespennest im Garten hat, sollte nicht lange in der Einflugschneise stehen, sondern zügig daran entlanggehen. Wenn das Wespenvolk im Herbst gestorben ist, nur die Königin überlebt, siedelt sich im darauffolgenden Jahr kein weiteres Wespenvolk an der gleichen Stelle an.

Was tun beim Wespenstich?

Wichtig ist, erst einmal Ruhe zu bewahren, falls man doch gestochen wurde. Die Stiche sind zwar sehr schmerzhaft, aber ungefährlich, so der Nabu. Wer die Schmerzen lindern möchte, sollte die Stelle kühlen. Allerdings: Wer Symptome wie Schwindel oder Übelkeit verspürt, sogar ohnmächtig wird, sollte umgehend einen Arzt konsultieren. Auch bei Stichen im Mund ist ärztlicher Rat angebracht. Wer allergisch auf Wespenstiche reagiert, bekommt vom Arzt ein Erste-Hilfe-Set mit Medikamenten. Doch diese Allergie ist selten, laut Nabu betrifft sie drei bis fünf Prozent der Bevölkerung.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN