Tipps bei hohen Temperaturen Sommerhitze: Wenn die Wärme auf die Gesundheit schlägt

Von Viktoria Meinholz

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Auch wenn ein Ventilator ganz angenehm sein kann: Bei großer Hitze sollten wir die pralle Sonne meiden und uns in den Schatten begeben. Foto: Imago/bonn-sequenzAuch wenn ein Ventilator ganz angenehm sein kann: Bei großer Hitze sollten wir die pralle Sonne meiden und uns in den Schatten begeben. Foto: Imago/bonn-sequenz

Hamburg. Hitze, hohe Luftfeuchtigkeit und Sonne machen dem Körper zu schaffen. Auf welche Warnzeichen man besonders achten sollte.

Schon morgens sind die Temperaturen hoch, selbst in der Nacht kühlt es sich besonders in den Städten nicht mehr richtig ab: Die Sommerhitze hat Deutschland fest im Griff. Neben langen Abenden im Biergarten und erfrischenden Besuchen im Freibad, bringt die Wärme leider auch viele Probleme mit sich. Nicht nur die Gesundheit von Kindern und älteren Menschen ist in diesen Tagen besonders empfindlich. Auch alle anderen sollten auf sich achten und ein paar Regeln befolgen. 

Weiterlesen: Hitzewarnung für die Region Osnabrück und das Emsland

Die hohen Temperaturen entziehen dem Körper Flüssigkeit – man schwitzt. Ausreichend nicht-alkoholische Getränke zu sich zu nehmen ist bei hohen Temperaturen ein Muss. Gut geeignet sind Wasser, Tee oder Fruchtschorlen. Gerade Kinder sollten bei Temperaturen von 30 Grad oder mehr mindestens doppelt so viel trinken wie sonst. 

Nicht nur für ältere Personen kann es gut sein, den Tagesablauf anzupassen. Christine Sowinski vom Kuratorium Deutsche Altershilfe rät, bei Möglichkeit seinen Tag so zu organisieren wie es die Menschen in Südeuropa tun. Das heißt: Früh aus den Federn und gleich am Morgen Einkäufe und alles weitere erledigen. "Um diese Zeit ist die Luft noch frisch und kühler." Mittags ruht man lieber zu Hause. Spaziergänge bieten sich am frühen Abend an – am besten mit einer Flasche Wasser im Gepäck und auf jeden Fall mit ausreichend Sonnenschutz.

Hitze-Krankheiten unterscheiden

Zum Sonnenschutz gehört auch eine Kopfbedeckung. Diese empfiehlt die Johanniter-Unfall-Hilfe zum Schutz vor einem Sonnenstich insbesondere Menschen mit wenig Haaren wie Säuglingen, Kindern und Menschen mit lichtem Haar oder Glatze. Ein Sonnenstich entsteht durch direkte Sonneneinstrahlung auf den Kopf. Die Strahlung reizt die Gehirnhäute unter der Schädeldecke, weswegen oft ähnliche Symptome wie bei der Hirnhautentzündung zu beobachten sind. Typisch sind Kopfschmerzen, Nackenschmerzen, ein roter Kopf, Schwindel und Übelkeit. 

Betroffene sollten sofort aus der Sonne gehen und sich hinsetzen oder hinlegen. Beim Liegen sollte der Oberkörper erhöht gelagert werden. Den roten und heißen Kopf gilt es, beim Sonnenstich zum Beispiel mit feuchten Tüchern vorsichtig zu kühlen.

Auch falsche Kleidung kann Hitzschlag hervorrufen

Vom Sonnenstich unterscheiden muss man den Hitzschlag. Er entsteht bei Schwüle, extremer Hitze zum Beispiel im Auto oder wenn jemand isolierende Kleidung trägt, in der er nicht schwitzen kann. Beim Hitzschlag wird die Haut am ganzen Körper rot und heiß, nicht nur am Kopf. Der Betroffene schwitzt nicht. Auf Fieber, Schwindel und Übelkeit folgen Schocksymptome.  

Die Ursache des Hitzestaus muss umgehend abgestellt werden. Das heißt im Zweifelsfall: raus aus dem Auto oder aus den isolierenden Kleidungsstücken. Gekühlt wird mit feuchten Umschlägen zunächst weit vom Herzen entfernt – etwa an Händen und Füßen. Dann arbeitet man sich langsam voran. Direkt am Rumpf wird nicht gekühlt. Der Betroffene sollte sich hinlegen, bei Schwindel kann eine Hochlagerung der Beine helfen. 

Bei ersten Anzeichen richtig reagieren

Zeigt jemand Anzeichen eines Hitzschlags oder eines Sonnenstichs, sollten Umstehende den Rettungsdienst informieren. Weniger dramatisch ist da die Hitzeerschöpfung – zumindest in ihrer leichten Form. Statt rot wird die Haut bei einer Hitzeerschöpfung eher blass und kühl. Der Betroffene schwitzt stark und fühlt sich benommen. Auch Übelkeit, Erbrechen und ein flacher, schneller Puls sind typische Symptome. 

Ähnlich wie bei den anderen Hitze-Erkrankungen sollte auch hier der Betroffene in den Schatten gebracht und mit Wasser versorgt werden. Kühlumschläge können helfen, die Symptome zu bekämpfen. Meist erholt sich der Patient dann recht schnell. Doch Vorsicht: Unbehandelt wird aus der Hitzeerschöpfung auch schnell ein Hitzschlag. 

(mit dpa)


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