Studie mit Jugendlichen Handystrahlung kann sich negativ auf Gedächtnis auswirken

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Die Handystrahlung kann sich auf die Gedächtnisleistung auswirken, meinen Forscher. Foto:Imago/Westend 61Die Handystrahlung kann sich auf die Gedächtnisleistung auswirken, meinen Forscher. Foto:Imago/Westend 61

Osnabrück Wenn Jugendliche oft mit dem Handy telefonieren, kann das ihre Gedächtnisleistung verschlechtern. Das gilt vor alllem für Rechtstelefonierer. Das zeigt eine Studie des Schweizer Tropen- und Public-Health-Instituts (THP).

Die Forscher stellten fest, dass vor allem das figurale Gedächtnis unter der elektromagnetischen Strahlung leidet. Das betrifft in erster Linie die Jugendlichen, die ihr Handy beim Telefonieren an ihr rechtes Ohr halten. Das figurale Gedächtnis ist unter anderem für das Verstehen von Objekten, Mustern und Formen sowie für das Erinnern abstrakter Figuren zuständig und hauptsächlich in der rechten Gehirnhälfte angesiedelt. Martin Röösli, Leiter der Einheit Umwelt und Gesundheit, betonte auf der Webseite des THP: „Dies deutet darauf hin, dass vom Gehirn absorbierte elektromagnetische Strahlung für die beobachteten Zusammenhänge verantwortlich ist.“ Bei der verbalen Gedächtnisleistung zeigten sich dagegen keine signifikanten Veränderungen. Auch andere Formen der drahtlosen Kommunikation wie das Senden von Textnachrichten, Spielen oder Surfen im Internet hätten nur eine geringe Strahlenbelastung des Gehirns verursacht und keinen Zusammenhang mit der Entwicklung der Gedächtnisleistung gezeigt, heißt es.

Weitere Forschung notwendig

Die Untersuchung der Schweizer bestätigt die Ergebnisse einer kleineren Erhebung aus dem Jahr 2015. Röösli betonte aber, dass noch weitere Forschung notwendig sei, um den Einfluss anderer Faktoren auszuschließen. „Zum Beispiel könnten die Studienergebnisse durch die Pubertät beeinflusst worden sein, die sich sowohl auf die Mobiltelefonnutzung als auch auf das Verhalten und die kognitiven Fähigkeiten der Teilnehmenden auswirkt“, sagte er.

Für ihre Studie werteten die Schweizer Wissenschaftler ein Jahr lang die Handynutzung von fast 700 Schulkindern im Alter von 12 bis 17 Jahren aus. In dieser Zeit wurde ihr verbales und figurales Gedächtnis mehrfach mittels standardisierter Tests getestet. Zudem kalkulierten die Forscher die Strahlenbelastung des Kopfes für alle Probanden.

Die Vieltelefonierer verbrachten dabei im Schnitt 25 Minuten täglich mit drahtlosem Telefonieren und hatten dadurch eine durchschnittliche Tagesdosis der Strahlung von 1214 Millijoule pro Kilogramm Körpergewicht und Tag. Bei den Wenig-Telefonierern war die Tagessdosis dagegen weniger als halb so groß.

Hoch umstritten

Die Frage, ob und wie Handystrahlung der Gesundheit schadet, ist nach wie vor hoch umstritten. Studien zu den Folgen erhöhter Strahlenbelastung durch die hochfrequenten elektromagnetischen Felder kamen bisher zu widersprüchlichen Ergebnissen. So gibt es Hinweise auf eine lokale Erhöhung der Hirnaktivität und Veränderungen des Ionenhaushalts im Gehirn. Während jedoch die Weltgesundheitsorganisation WHO Mobilfunkstrahlung als potenziell krebserregend einstuft, gab eine der bisher größten Studien dazu eher Entwarnung.


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