Süßes und Herzhaftes Was die Queen zum Afternoon Tea bei ihrer Gartenparty auftischt

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Osnabrück Jedes Jahr veranstaltet die britische Königin Elizabeth II. in ihrem Garten im Buckingham-Palast mehrere Sommerpartys für ausgewählte Bürger, die sich um das Allgemeinwohl verdient gemacht haben. Was lässt die Queen zu diesem Anlass auftischen?

Es ist ein Afternoon Tea, jener Nachmittagstee, der nicht nur aus dem bei den Briten seit dem 17. Jahrhundert so beliebten heißen Getränk besteht, sondern aus Variationen diverser süßer und salziger Kleinigkeiten. Zu den Klassikern, die auch im Buckingham-Palast gereicht werden, gehören „delikate Gurken-Sandwiches, exquisite Miniaturkuchen sowie Feingebäck“, wie Mark Flanagan, Oberster Küchenchef der Queen, und Kathryn Cuthbertson, Oberste Konditorin am Königshof, im Vorwort ihres Buchs „Zum Tee bei der Königin“ berichten. Darin präsentieren sie nach Jahreszeiten geordnete Rezepte aus den Küchen des Buckingham-Palasts.

Darunter historische Rezepte wie das „Ihrer Majestät für Drop Scones“, die auch „Schottische Pfannkuchen“ genannt werden, aus dem Jahr 1960; traditionelle wie Karottenkuchen und Kirsch-Madeleines oder raffinierte wie geräucherte Meerforellen-Päckchen und Brandy Snaps als Wintergebäck.

Was isst man beim Afternoon Tea zuerst?

„Herzhaft vor süß“ und „die leichteren Speisen werden stets vor den üppigeren verzehrt“, raten die royalen Experten. Und werden zu Scones, Törtchen und Sandwiches noch Pasteten, Würstchen im Schlafrock oder gebackener Schinken gereicht, spricht man bei einer solchen üppigen Auswahl vom „High Tea“.

Wer hat den Nachmittagstee erfunden?

Das schreibt man einer Hofdame von Queen Victoria zu, Anna Maria Russell (1783–1857), die Herzogin von Bedford, wie die Autoren berichten. Die Teezeit sei eng mit der höfischen Tradition um die Mitte des 19. Jahrhunderts verbunden: Unter Aristokraten war es damals üblich, sehr spät das Abendessen einzunehmen. Doch da es zum Mittag nur eine Kleinigkeit gab, konnte die Zeit bis zum Dinner ganz schön lang werden. Das galt bis zu dem Tag, an dem die Herzogin von Bedford entschied, dagegen etwas zu tun: Während eines Besuchs des 5. Herzogs von Rutland habe sie ihn und seine Gefolgschaft zu einem Nachmittagstee geführt, so die Autorin.

Cover von: „Zum Tee bei der Königin“. Gerstenberg Verlag 2018/ © Her Majesty Queen Elizabeth II.

Diese Idee sei so gut angekommen, dass sich die Zwischenmahlzeit mit Tee schnell wachsender Beliebtheit erfreute: Davon zeuge auch die Sammlung mit Rezepten für einen Nachmittagstee in dem 1861 veröffentlichten Kochbuch „Book of Household Management“ von Isabella Beeton.


Buchtipp: Mark Flanagan/Kathryn Cuthbertson: „Zum Tee bei der Königin. Saisonale Rezepte aus dem Buckingham Palace“. Bildband. Gerstenberg Verlag, 200 Seiten, 22 Euro.

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