Deutsche unterschätzen Unwettergefahr Experte: Erst 41 Prozent der Häuser gegen Hochwasser versichert

Von Annette Jäger

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              Schön, aber gefährlich: Unwetter verursachen jährlich hohe Schäden. Foto: dpaSchön, aber gefährlich: Unwetter verursachen jährlich hohe Schäden. Foto: dpa

Schondorf. Starkregen, Überschwemmungen und Stürme verursachen jedes Jahr Milliardenschäden. Doch die meisten Hauseigentümer unterschätzen die Gefahr. Dabei steigt das Schadensrisiko. Eine Elementarschadenversicherung ist inzwischen für jeden unverzichtbar.

Risiko: Hochwasser kommt längst nicht mehr nur in der Nähe von Gewässern vor. Zunehmend verursacht Starkregen Überschwemmungen. Das Risiko schwerer Unwetter ist im Bundesgebiet überall etwa gleich hoch. Das hat der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) ermittelt.

Elementarschadenschutz: Hausbesitzer unterschätzen das Risiko. Viele haben immer noch keine Elementarschadenversicherung abgeschlossen, die es als Zusatzbaustein zur Wohngebäude- und Hausratversicherung gibt. „Erst 41 Prozent der Häuser in Deutschland sind gegen Überflutungen durch Starkregen oder Hochwasser versichert“, sagt Oliver Hauner, Experte für Sachversicherungen beim GDV.

Staatliche Hilfe: Brisanz erhält die freiwillige Vorsorge obendrein durch einen Beschluss der Ministerpräsidentenkonferenz vom Juni 2017. Darauf weist Peter Grieble hin, Versicherungsexperte bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Demnach sollen künftig nur jene umfangreiche Hilfszahlungen im Schadensfall erhalten, die nachweisen können, dass sie sich um Versicherungsschutz bemüht, aber aufgrund der Risikolage keinen erhalten haben oder nur zu wirtschaftlich unzumutbaren Bedingungen.

Beiträge: Laut GDV können weit über 90 Prozent der Haushalte eine Elementarschadenversicherung erhalten. Wer in einem Hochrisikogebiet wohnt, muss mit höheren Beiträgen oder einer höheren Selbstbeteiligung im Schadensfall rechnen. Im Einzelfall können das auch mal 10000 Euro sein. Ohne erhöhtes Risiko fallen für den Baustein in der Hausratversicherung rund 20 Euro mehr an Beitrag im Jahr an, in der Wohngebäudeversicherung zwischen rund 50 und 200 Euro.

Ablehnungen aufbewahren: „Absagen sollte man unbedingt aufbewahren. So kann man gegenüber Behörden nachweisen, dass man sich um Schutz bemüht hat“, so Grieble.

Leistungen: Wichtig ist, dass die Elementarschadenpolice Schäden durch Rückstau absichert. Gerade bei Starkregen kann es durch eine Überlastung der Kanalisation zu einem Rückstau kommen, bei dem Abwasser zurück in die Hausleitungen gedrückt wird.


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