Mehr Telefonate, Mails und Chats US-Studie: Großraumbüro hemmt Gespräche

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Blick in ein Großraumbüro. Foto: colourbox.deBlick in ein Großraumbüro. Foto: colourbox.de

Osnabrück Förderung der Kreativität und Zusammenarbeit unter Angestellten durch mehr Austausch in persönlichen Gesprächen: Das ist eine Annahme, die viele Firmen mit der Einrichtung eines Großraumbüros anstelle eines Einzelbüros verbinden. Laut einer US-Studie ist das jedoch nicht der Fall.

Die im „Philosophical Transactions B“ veröffentlichte US-Studie berichtet: Angestellte sprechen in einem Großraumbüro deutlich weniger miteinander. Dafür nimmt die Kommunikation untereinander auf elektronischem Wege zu. Das haben die amerikanischen Wissenschaftler Ethan Bernstein und Stephen Turban von der Harvard-Universität in ihrer Studie „Der Einfluss des ‚offenen‘ Arbeitsplatzes auf die menschliche Zusammenarbeit“ herausgefunden.

Räumliche Nähe fördere demnach nicht automatisch die direkte Kommunikation: Der Mensch habe ein grundlegendes Verlangen nach Privatsphäre, wenn entsprechende Rückzugsräume in einem offenen Büro fehlten, suche der Angestellte „andere Strategien“, um sich diese zu bewahren, so das Fazit der Wissenschaftler.

Die Forscher beobachteten und untersuchten für ihre Studie das Kommunikationsverhalten von Mitarbeitern in zwei Firmen, jeweils 15 Tage vor und 15 Tage nach dem Umzug von einem Einzel- in ein Großraumbüro. Die Angestellten wurden dabei mit tragbaren Messgeräten ausgestattet. Dabei zeigte sich, dass die Gespräche nach dem Wechsel ins Großraumbüro um rund 70 Prozent abnahmen.

Zuvor hatten die Mitarbeiter im Durchschnitt 5,8 Stunden direkt miteinander geredet, nach dem Umzug waren es nur noch 1,7 Stunden. Die Zahl der Telefonate, Mails oder Chats untereinander nahm dagegen entsprechend um 20 bis 50 Prozent zu.


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