Roboter übernehmen Arbeit im Grünen Smart Gardening: So funktioniert die automatisierte Gartenpflege

Von dpa

Müheloses Rasenmähen: Ein Mähroboter übernimmt diese Aufgabe selbstständig. Foto: Sebastian Gollnow/dpaMüheloses Rasenmähen: Ein Mähroboter übernimmt diese Aufgabe selbstständig. Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Bonn. Gartenarbeit ist schön - und so anstrengend. Das Smart Gardening ändert das: Vernetzte und fernsteuerbare Geräte kümmern sich ganz alleine um bestimmte Gartenarbeiten: Mähroboter schneiden den Rasen, und eine smarte Bewässerung versorgt die Pflanzen optimal. Die vollautomatischen Systeme haben aber noch weitere Vorteile - über die Zeitersparnis hinaus.

Zum Beispiel lässt sich die Bewässerung bedarfsgerecht und zu den richtigen Zeiten einsetzen, wodurch auch noch Wasser eingespart wird. Möglich ist zudem eine komfortable Bedienung via Smartphone oder Tablet bei Bedarf.

"Mähroboter kürzen die Halme zwar öfter, schneiden aber dafür weniger ab als beim manuellen Rasenschnitt", erklärt Harald Nonn, Vorsitzender der Deutschen Rasengesellschaft in Bonn, die Vorteile. Das Schnittgut verbleibt auf dem Rasen und gibt ihm Nährstoffe zurück. Das ständige Mähen erhöht die Narbendichte und die Widerstandskraft der Gräser gegenüber Unkräutern und Moos. "Es ergibt sich ein gutes Gesamtschnittbild", so Nonn.  (Jetzt kostenlosen abonnieren: Den NOZ-Garten-Newsletter) 

Technische Umsetzung und Planung

Ein Mähroboter benötigt Infrastruktur. "Bevor ein Mähroboter seine Arbeit aufnehmen kann, braucht er ein genau begrenztes Feld. Er soll ja nicht die Staudenflächen abmähen", sagt sagt Joachim Eichner, Vizepräsident beim Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau in Bad Honnef bei Bonn. Daher wird ein Begrenzungsdraht im Boden verlegt, außerdem ist je nach Standort ein extra Stromanschluss für die Ladestation nötig.

Was die physische Sicherheit betrifft gibt der Tüv Rheinland zu bedenken, dass der Mähroboter grundsätzlich mit einem Diebstahlschutz sowie einer Anhebefunktion, die das Messer stoppt, versehen sein sollte. Aus Sicherheitsgründen sollten aber Haustiere und Kinder generell nicht mit dem fahrenden Mähroboter alleine gelassen werden.

Für die vollautomatisierte Gartenbewässerung werden beispielsweise unter- oder oberirdisch Schläuche zur Bewässerung ausgelegt und an Computer angeschlossen. "Um Wasser effizient zu nutzen, darf eine Kombination mit Feuchtigkeitssensoren nicht fehlen", sagt Eichner. Dadurch werde verhindert, dass der Rasensprenger unnötig aktiv wird. Außerdem gibt es digitale Lösungen, die Wetterdaten wie Temperatur, Helligkeit und Luftfeuchtigkeit evaluieren und und bei Abweichungen die Bewässerungsanlage an- oder abschalten.  (Weitere Themen in unserer Gartenwelt)

Sogar die Gartenbewässerung ist mittlerweile vollautomatisch möglich. Foto: Nestor Bachmann/dpa

Datenaustausch und Sicherheit

Vernetzte Geräte können Fremden Daten preisgeben. Das können Hobbygärtner vermeiden, wenn sie beim Einkauf auf bestimmte Kriterien achten. Günter Martin, Internetexperte vom Tüv Rheinland, rät, einen Blick auf die Datenschutzerklärung des Herstellers zu werfen: "Was wird mit den Daten gemacht, und wer erhält sie? Am besten im PDF-Dokument oder auf der Website nach folgenden Begriffen suchen: Dritte, Dienstleister, Angebot, Werbung."

Weniger Bedenken in Sachen Datensicherheit gibt es bei Systemen, die für ihre tägliche Arbeit kein WLAN benötigen. Dabei kommunizieren die vernetzten Geräte innerhalb des Gartens über ein Gateway in einem anderen Funkstandard, WLAN wird nur für die Programmierung der smarten Helfer benötigt. Auf diese Weise bleiben die Daten beim Gartenbesitzer.

Wenn WLAN im Garten wichtig ist

Ist der WLAN-Empfang im Garten nicht optimal, hat Internetexperte Günter Martin Tipps parat: Bei Routern, die zwei oder mehr Antennen haben, sollte eine senkrecht stehen, die andere um 45 Grad geneigt. Ein Problem kann auch sein, dass der eingestellte Funkkanal sich mit dem Funkkanal des Nachbarn überlappt. Martin empfiehlt dann die Wahl eines anderen Kanals in den Einstellungen des Routers. Die ruft man über einen beliebigen Browser auf. 

"Wenn das alles nicht ausreicht, lässt sich mit einem WLAN-Repeater die Reichweite erhöhen", erklärt Martin. Er empfängt wie eine Art Zwischenstation die Signale des Routers und reicht sie dann an den eigentlichen Empfänger weiter. Der Repeater kommt einfach in eine Steckdose, zum Beispiel auf der Veranda, wie Martin erklärt. "Repeater und Router müssen nicht vom gleichen Hersteller sein. Es lassen sich auch mehrere Repeater einsetzen."