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Mondfinsternis 2018 Wann ist der Blutmond 2018 bei uns zu sehen?

Von Viktoria Meinholz und dpa

Die Bildkombo zeigt von links oben nach rechts unten die verschiedenen Phasen der totalen Mondfinsternis. Foto: dpa/Sven HoppeDie Bildkombo zeigt von links oben nach rechts unten die verschiedenen Phasen der totalen Mondfinsternis. Foto: dpa/Sven Hoppe

Hamburg. Die Mondfinsternis 2018 sollten Sie nicht verpassen, es wird die längste des Jahrhunderts.

Mondfinsternis unter perfekten Bedingungen: Am 27. Juli 2018 findet die längste totale Mondfinsternis des 21. Jahrhunderts statt. Auch wenn es noch zu früh ist, einen Blick auf den Wetterbericht zu werfen – mitten im Sommer ist es wahrscheinlicher, dass einem dieses Himmelsspektakel nicht durch dunkle Wolken vermiest wird. Außerdem ist der 27. Juli ein Freitag, man kann die Mondfinsternis, die von 20.45 Uhr bis 23.14 Uhr dauern wird, also genießen, ohne an das Weckerklingeln am nächsten Morgen denken zu müssen.

Wann ist die Mondfinsternis 2018 zu sehen?

Eine Mondfinsternis entsteht, wenn der Mond in den Erdschatten eintaucht. Und dann auch nur, wenn sich Mondbahn und Erdbahn bei Vollmond kreuzen. Das Schauspiel fange mit Beginn der Dunkelheit am späten Abend an, heißt es bei der Vereinigung der Sternfreunde im südhessischen Heppenheim. "Die Mondfinsternis endet kurz nach Mitternacht." Mit einer Stunde und 44 Minuten ist dies die längste Mondfinsternis im 21. Jahrhundert. Die nächste ähnlich lange Mondfinsternis wird erst am 9. Juni 2123 erwartet – und soll dann noch einmal zwei Minuten länger dauern. 

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Mit Austritt des Mondes aus dem Kernschatten der Erde um 0.19 Uhr endet im Wesentlichen der sichtbare Teil der Finsternis. Der Vollmond geht am 27. in Deutschland erst nach Beginn der Mondfinsternis auf, da der Mond bereits gegen 20.24 Uhr in den Kernschatten tritt: in Osnabrück um 21.17 Uhr. 

Mars kommt näher

Neben der Mondfinsternis ist in dieser Nacht noch ein weiteres Himmelsspektakel zu beobachten: Die Erde überholt den rötlichen Mars, wobei es zu einer extremen Annäherung an unseren äußeren Nachbarplaneten kommt. Mars wird dabei zu einem auffälligen hellen Gestirn, das die gesamte Nacht über sichtbar ist. 

Der als Roter Planet bekannte Mars ist weiter von der Sonne entfernt als die Erde. Anders als diese braucht er auf seiner Bahn nicht ein, sondern fast zwei Jahre, um die Sonne zu umrunden. Der Abstand vom Mars zur Sonne schwankt erheblich: An seinem sonnenfernsten Punkt ist er rund 250 Millionen Kilometer entfernt, am sonnennächsten nur etwas mehr als 200 Millionen Kilometer. Nur wenn der Mars der Sonne nahe steht und ihn die Erde auf der Innenbahn überholt, ist er am Himmel besonders hell und vergleichsweise groß zu sehen.

Zu dieser speziellen Konstellation kommt es im Durchschnitt aber nur alle 15 Jahre, zuletzt 2003. Am 27. Juli ist der Mars nur etwa 58 Millionen Kilometer von der Erde entfernt – der Minimalabstand, wie Astronomin Carolin Liefke vom Haus der Astronomie in Heidelberg sagt.

Blutmond 2018 am 27. Juli

Zum Höhepunkt der Mondfinsternis gegen 22.22 Uhr stehen sowohl der Mond als auch der Mars noch tief über dem Horizont. Am Ende der Finsternis um 23.14 Uhr stehen die beiden Himmelskörper den Astronomen zufolge deutlich höher, es ist richtig dunkel und beide leuchten rötlich. Dann spricht man von einem Blutmond. Das Schauspiel sei bis nach Mitternacht zu verfolgen und die Menschen könnten zuschauen, wie der Mond den Erdschatten verlasse.