Zum Mitnehmen „Doggy Bag“: Gehört das Restepaket immer zum Service dazu?

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Übriggebliebenes für den Heimweg? Foto: Colourbox.deÜbriggebliebenes für den Heimweg? Foto: Colourbox.de

Osnabrück Wenn die Portion zu üppig im Restaurant ist, dann kann man nach einem „Doggy Bag“ fragen. Doch gehört das Restepaket immer zum Service dazu?

Ende der Achtzigerjahre war es in Amerika bereits üblich, dass Kellnern den Gast im Restaurant beim Abräumen des Tellers fragten, ob er ein „Doggy Bag“ haben möchte. Zu jener Zeit könnte es noch vorkommen, dass ein Europäer mit dem Begriff nichts anfangen konnte, aus Höflichkeit völlig unwissend zustimmend nickte. Und sich dann sehr wunderte, dass er wenig später eine Minibox aus Styropor mit einer Gabelspitzen-Speiseresteportion mit der Rechnung vorgesetzt bekam. Damals machte man sich auch noch keine allzu großen Gedanken über Verpackungsmüllberge.

Heutzutage sind Letztere ein großes Thema ebenso wie das Wegwerfen von Lebensmitteln – auch in Restaurants. In Deutschland landen in der sogenannten Außer-Haus-Verpflegung 44 Prozent der Lebensmittel im Müll, fast 24 Kilogramm pro Kopf und Jahr, berichten die Verbraucherzentralen. Ein Grund dafür seien die strengen lebensmittelrechtlichen Hygienevorschriften, dass Lebensmittel in der Gastronomie weggeworfen werden müssen, so die Verbraucherschützer.

Dennoch ist die „Hundetüte“ aus Amerika, das Doggy Bag, das meist ein Karton ist, auch hierzulande angekommen: Laut Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft nehmen mittlerweile 52 Prozent der Restaurantgäste in Deutschland die Speisereste mit nach Hause, wenn die Portion mal zu üppig war. Anfangs wurde das Restepaket tatsächlich für den Hund daheim geordert. Heute scheut sich wohl niemand mehr, die Reste für sich selbst mitzunehmen.

Stiftung Warentest berichtete unlängst, mit Verweis auf den Deutschen Hotel- und Gaststättenverband, dass in vielen Betrieben das Einpacken bereits zum Service gehöre. Mit Ausnahme leicht verderblicher Speisen. „Eine gesetzliche Verpflichtung, Gästen ihre Essensreste einzupacken, gibt es aber nicht“, so Heidrun Schubert, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Bayern. (Weiterlesen: Lingenerin durfte ihr Essen nicht mitnehmen)


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