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Wichtige Fragen und Antworten Welche Krankheiten können Zecken übertragen?

Wenn es warm wird, werden auch die Zecken aktiver.Symbolfoto: dpaWenn es warm wird, werden auch die Zecken aktiver.Symbolfoto: dpa

Osnabrück. Wenn es warm wird, werden auch die Zecken aktiver. Welche Krankheiten übertragen Zecken? Welche Bundesländer sind Risikogebiete? Und was muss man bei einem Zeckenstich beachten?

Was sind Zecken?

Zecken sind Parasiten und ernähren sich vom Blut ihrer Wirte. Zecken werden nicht mehr als 6 Millimeter groß. Sie sehen aus wie kleine Käfer oder Spinnen und haben eine dunkle Färbung.

Zecken besitzen einen Stech- und Saugapparat, der aus scherenartigen Mundwerkzeugen besteht. Damit schneidet beziehungsweise reißt die Zecke die Haut ihres Wirtes auf und sticht den Wirt. Haben Zecken Blut gesaugt, können sie ihr Körpergewicht um das bis zu 200-Fache erhöhen.

Inzwischen sind über 800 Zeckenarten bekannt. Die häufigste Zeckenart ist der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus). Zecken sind ab einer Temperatur von acht Grad aktiv.

Stechen oder beißen Zecken?

Zecken beißen nicht, sondern stechen – und zwar mit ihrem Stechapparat. Zeckenstich ist also der richtige Begriff.

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Welche Krankheiten können Zecken übertragen?

Zecken können eine Vielzahl von Krankheiten an Menschen und Tiere übertragen. Das macht Zecken gefährlich. Die häufigste Zeckenart, die in Deutschland Krankheitserreger überträgt, ist der Gemeine Holzbock. Zu den bedeutendsten Infektionskrankheiten in Deutschland, die durch Zecken übertragen werden, zählen:

  • die Borreliose
  • die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)

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Nicht jeder Zeckenbiss führt allerdings zu einer Infektion mit einer dieser Krankheiten. Das Vorkommen von Borrelien in Zecken schwankt nach Angaben des Robert-Koch-Instituts kleinräumig sehr stark. In manchen Gebieten tragen bis zu 30 Prozent der Tiere die Bakterien in sich.

Die FSME-Viren sind seltener. Im Durchschnitt tragen laut dem Robert-Koch-Institut in FSME-Risikogebieten 0,1 Prozent bis fünf Prozent der Zecken die Erreger in sich. Viele FSME-Infektionen verlaufen außerdem ohne bemerkbare oder mit milden Symptomen.

Was ist FSME?

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis ist eine Virusinfektion. Treten Symptome auf, kommt es zu grippeähnlichen Beschwerden wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Für die meisten Betroffenen ist die Erkrankung danach überstanden.

Manche Infizierte entwickeln allerdings etwa nach einer Woche eine Entzündung der Hirnhäute und des Gehirns. Die Symptome sind Fieber, Übelkeit, Erbrechen und Ausfälle des Nervensystems. Es können auch Lähmungen, Schluck- und Sprechstörungen und Atemlähmungen auftreten. In Ausnahmefällen kann die Erkrankung zu bleibenden Schäden und sogar zum Tod führen. Personen, die sich in FSME-Gebieten aufhalten, wird eine Impfung empfohlen.

Wo sind die FSME-Risikogebiete in Deutschland?

In Deutschland besteht ein Risiko für eine FSME-Infektion vor allem in Sachsen, Bayern, Baden Württemberg und Thüringen. Zudem gibt es einzelne Risikogebiete in Hessen, im Saarland und in Rheinland-Pfalz. Daneben kommt es auch außerhalb der Risikogebiete zu gemeldeten Fällen von individuellen FSME-Erkrankungen; beispielsweise in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt.

Wo stechen Zecken am liebsten?

Zecken bevorzugen feucht-warme Körperregionen, an denen die Haut besondern dünn ist. Dazu zählen:

  • der Haaransatz
  • Ohren
  • Hals
  • Achseln
  • Ellenbeugen
  • Bauchnabel
  • Genitalbereich
  • Kniekehlen

Wie kann man sich vor Zeckenbissen schützen?

Tragen Sie geschlossene, helle Kleidung (feste Schuhe, lange Hosen, lange Ärmel), wenn Sie in der Natur unterwegs sind. Außerdem kann man auf Anti-Zeckensprays zurückgreifen, die auf der Haut aufgetragen werden können.

Nach einem Aufenthalt in der Natur sollte man sich nach Zecken absuchen. Da Zecken nicht sofort stechen, sondern sich erst eine geeignete Stelle suchen, kann man durch das Absuchen die Zecke bereits vor dem Biss entfernen. Zecken können auch durch das Duschen abgewaschen werden, allerdings ersetzt Duschen nicht das Absuchen.

Warum werden einige Menschen von Zecken gestochen und andere nicht?

Nach Angaben des Robert-Koch-Institus lässt sich bisher nicht sagen, dass einige Menschen anfälliger für Zeckenstiche sind als andere. Das eigene Verhalten hat einen großen Anteil darauf, ob eine Person oft gestochen wird oder nicht. Häufiger Kontakt mit niedriger Vegetation erhöht die Wahrscheinlichkeit eines Stichs. Vor allem Kinder sind gefährdet.

Wie entfernt man eine Zecke nach einem Zeckenstich?

Stellt man fest, dass man von einer Zecke gestochen wurde, sollte man sie so schnell wie möglich entfernen. Es dauert etwa ein bis zwei Tage, bis Borrelien übertragen werden. Die Übertragung von FSME-Viren erfolgt noch schneller.

Folgende Instrumente eignen sich, um eine Zecke zu entfernen:

  • eine Pinzette
  • ein Zeckenentfernungsinstrument
  • Fingernagel (falls nichts anderes zur Hand)

Um die Zecke zu entfernen, sollte man die Zecke mit dem Instrument nahe der Hautoberfläche, also an ihren Mundwerkzeugen greifen (niemals am vollgesogenen Körper) und sie langsam und gerade herausziehen. Die Zecke sollte möglichst nicht gedreht und auch nicht mit Öl beträufelt werden. Danach am besten die Wunde desinfizieren. Außerdem sollte die Stelle in den kommenden Tagen beobachtet werden. Treten etwa ein bis zwei Wochen nach einem Zeckenstick grippeähnliche Symptome auf, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Quelle: Wikipedia, Robert-Koch-Institut, Infektionsschutz


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